
Inhalt
- Warum überhaupt vorgezogen wird
- Was Sie besser nicht vorziehen
- Der Zeitpunkt, und der häufigste Anfängerfehler
- Licht ist das eigentliche Thema, nicht Wärme
- Aussaaterde ist nährstoffarm, und zwar mit Absicht
- Die Gefäße
- Die Aussaat
- Pikieren
- Die drei Probleme der Fensterbank
- Abhärten – der Schritt, den die meisten überspringen
- Das Auspflanzen ins Hochbeet
- Was das Vorziehen nicht leistet
Vorziehen auf der Fensterbank
Ein Drittel aller Anbauanleitungen in diesem Blog beginnt mit demselben Halbsatz: im Haus vorziehen. Was danach kommt, steht ausführlich da – Pflanzabstand, Wasserbedarf, Fruchtfolge, Erntezeitpunkt. Was davor kommt, stand bisher nirgends. Diese Lücke schließt der vorliegende Beitrag, und zeitlich gehört er vor alle anderen.
Vorziehen heißt: Sie säen im Februar, März oder April in einem beheizten Raum aus, ziehen die Pflanzen dort vier bis zehn Wochen groß und setzen sie erst ins Beet, wenn Wetter und Boden es zulassen. Der Gewinn ist Zeit, der Preis ist Aufwand über Wochen – und ein Hindernis, das die meisten unterschätzen: Ihre Fensterbank ist ein dunkler Ort.
Das ist der Kern der ganzen Sache. Wärme haben Sie in der Wohnung im Überfluss, Licht haben Sie nicht. Fast alles, was bei der Anzucht schiefgeht, lässt sich auf dieses Missverhältnis zurückführen. Wer es einmal verstanden hat, macht die Hälfte der Fehler nicht mehr, von denen im Folgenden die Rede ist.
Warum überhaupt vorgezogen wird
Der erste und wichtigste Grund ist die Länge der Kulturzeit. Eine Tomate braucht von der Aussaat bis zur ersten reifen Frucht je nach Sorte gut vier Monate, eine Paprika eher fünf, eine Aubergine ebenfalls. Die zuverlässig frostfreie Zeit reicht in weiten Teilen Deutschlands von Mitte Mai bis Anfang Oktober, also knapp fünf Monate. Wer im Mai direkt ins Beet sät, erntet die Paprika nicht mehr und die Tomate gerade eben. Die acht Wochen, die Sie im Haus gewinnen, sind der Unterschied zwischen einer Ernte und keiner.
Der zweite Grund ist der Schneckenfraß. Ein Keimling mit zwei Keimblättern ist über Nacht verschwunden, ohne dass eine Spur davon übrig bliebe. Dieselbe Art, acht Wochen älter, mit festem Stängel und einem Wurzelwerk, das den Verlust eines Blattes verkraftet, übersteht denselben Angriff. Das Vorziehen bringt die Pflanze über ihre empfindlichste Phase hinweg, ohne dass sie dieser Phase im Beet ausgesetzt war. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht: Die Beetwand allein ist kein Schneckenschutz, auch keine hohe.
Der dritte Grund ist der geschlossene Bestand. Wer direkt sät, bekommt Lückenkeimung – ein Korn keimt nicht, ein zweites holt sich die Amsel, ein drittes ertrinkt im Starkregen, ein viertes vertrocknet in der Woche, in der Sie nicht da waren. Am Ende steht die Reihe ungleich, und nachgesät wird zwangsläufig zu spät. Beim Vorziehen entscheiden Sie über den Platz im Beet erst, wenn die Pflanze schon steht und Sie sehen, was aus ihr geworden ist.
Der vierte Grund ist rechnerisch. Saatgut ist bei manchen Arten teuer, und in einer Tüte moderner Hybridsorten liegen mitunter nur zehn oder zwölf Korn. Auf der Fensterbank keimen bei ordentlicher Behandlung fast alle davon, im kalten, wechselfeuchten Aprilboden deutlich weniger. Wer zwölf Korn hat und sechs davon verliert, hat die halbe Sorte verloren und bekommt sie in diesem Jahr nicht zurück.
Was Sie besser nicht vorziehen
Bevor es an die Technik geht, gehört die Gegenliste hierher. Nicht jede Art gewinnt durch das Vorziehen, und bei einigen richtet es mehr Schaden an, als es nützt. Die wichtigste Gruppe sind die Pfahlwurzler. Möhre, Pastinake, Schwarzwurzel, Rettich, Dill, Kerbel und Koriander treiben von Anfang an eine einzige, senkrechte Hauptwurzel. Wird deren Spitze beim Pikieren oder Auspflanzen geknickt oder abgerissen, verzweigt sich die Wurzel – bei der Möhre entstehen daraus die beinigen, gegabelten Rüben, über die sich später jeder ärgert.
Die zweite Gruppe sind die schnellen Kurzkulturen. Radieschen, Spinat, Rucola, Feldsalat, Asia-Salate und Kresse stehen vier bis acht Wochen nach der Aussaat zur Ernte. Der Zeitgewinn durch eine Vorkultur wäre gering, der Wurzelschaden beim Umsetzen dagegen sicher. Radieschen bilden nach einer Störung gern gar keine Knolle mehr, Spinat und Rucola schießen. Diese Arten werden direkt gesät, dafür in mehreren Sätzen im Abstand von zwei bis drei Wochen.
Die dritte Gruppe sind Buschbohnen und Erbsen. Buschbohnen keimen erst zuverlässig, wenn der Boden etwa zehn Grad erreicht hat, und vor Mitte Mai lohnt sich gar nichts; sie holen jeden Vorsprung im warmen Juniboden ohnehin in zwei Wochen auf. Erbsen vertragen Kälte und werden früh direkt gesät. Wer in rauer Lage trotzdem zwei Wochen gewinnen möchte, sät Buschbohnen in Papier- oder Presstöpfe und setzt den ganzen Topf ins Beet, ohne die Wurzeln je anzufassen. Das ist die Ausnahme und nicht die Regel.
Der Zeitpunkt, und der häufigste Anfängerfehler
Der häufigste Fehler der Fensterbankanzucht hat einen Namen, und er lautet: zu früh. Er entsteht aus Ungeduld im Februar, wenn draußen nichts geht und die Saattüten schon im Schrank liegen. Das Ergebnis sind im April lange, blasse Tomaten, die auf dem Fensterbrett umkippen, und im Juli ein Bestand, der hinter dem des Nachbarn zurückbleibt, der drei Wochen später gesät hat. Zu früh gesäte Pflanzen werden ohne Zusatzlicht und ohne kühlen Stand nie so gut wie später gesäte. Das ist die wichtigste Regel dieses Beitrags.
Vom letzten Frost zurückrechnen
Gerechnet wird nicht vorwärts vom Kalender, sondern rückwärts vom Auspflanztermin. Für frostempfindliche Arten – Tomate, Paprika, Aubergine, Gurke, Zucchini, Kürbis, Basilikum, Bohne – ist das die Zeit nach den Eisheiligen, also nach Mitte Mai. Die Eisheiligen sind eine alte Bauernregel und kein meteorologisches Gesetz; sie sagen nichts darüber, ob es in diesem Jahr wirklich noch einmal friert. Als grobe Marke haben sie sich trotzdem gehalten, weil in vielen Jahren tatsächlich um diese Zeit der letzte kalte Einbruch kommt.
Entscheidend ist die Lage. An der Küste und am Oberrhein ist die frostfreie Zeit deutlich länger, in Mittelgebirgslagen und im Alpenvorland wartet man besser bis Ende Mai oder Anfang Juni. In Senken und Talmulden sammelt sich in klaren Nächten die Kaltluft, und dort kann es Wochen später frieren als zweihundert Meter weiter oben am Hang. Verlässlicher als jede allgemeine Zahl ist die Erfahrung am eigenen Ort. Notieren Sie sich über zwei, drei Jahre den letzten Frost in Ihrem Garten – das ist die Marke, mit der Sie danach rechnen.
Von diesem Datum ziehen Sie die Vorlaufzeit der jeweiligen Art ab, und heraus kommt der Aussaattag. Kohlarten, Salate, Kohlrabi und Zwiebeln vertragen leichten Frost und dürfen früher hinaus, gewöhnlich ab Mitte oder Ende April; für sie rechnen Sie entsprechend von einem früheren Termin zurück. Die Vorlaufzeit endet immer am Auspflanztag, nicht am Frostdatum – das wird oft verwechselt und verschiebt die ganze Rechnung um Wochen.
Vorlaufzeiten der wichtigsten Arten
Acht bis zehn Wochen brauchen Paprika, Chili, Aubergine, Knollensellerie, Porree und Zwiebeln aus Samen. Bei einem Auspflanztermin um den zwanzigsten Mai heißt das Aussaat Mitte bis Ende März. Diese Arten keimen langsam, oft erst nach zwei Wochen, und wachsen anfangs zäh; wer bei ihnen ungeduldig wird und die Schale wegstellt, verliert eine Aussaat, die noch gekommen wäre.
Sechs bis acht Wochen brauchen Tomaten und Basilikum, also Aussaat Ende März bis Anfang April. Bei Tomaten sind sechs Wochen der bessere Wert, wenn Sie kein Zusatzlicht haben: Eine kompakte Pflanze von sechs Wochen schlägt eine vergeilte von zehn Wochen deutlich. Fünf bis sechs Wochen brauchen die Kohlarten und Kohlrabi, vier bis fünf die Salate; weil beide früher hinausdürfen, liegt ihre Aussaat trotzdem schon im März.
Drei bis vier Wochen und keinen Tag mehr brauchen Gurke, Zucchini und Kürbis; Melonen bekommen mit vier bis sechs Wochen etwas mehr Vorlauf, weil sie langsamer starten und mehr Wärme brauchen. Sie wachsen so schnell, dass sie in der fünften Woche im Topf nicht mehr wissen, wohin, und sie vergeilen bei Lichtmangel schneller als alles andere. Ausgesät wird Ende April, gleich in einzelne Töpfe, und nach dem Auspflanzen brauchen sie nur wenige warme Tage, um jeden vermeintlichen Rückstand aufzuholen.
Diese Zahlen sind Anhaltspunkte, keine Termine. Die Fachliteratur weicht um ein bis zwei Wochen voneinander ab, und das zu Recht: Wie schnell eine Anzucht läuft, hängt von der Temperatur im Raum, vom Licht am Fenster und von der Sorte ab. Eine Pflanze unter einer Leuchte im kühlen Zimmer entwickelt sich anders als eine über der Heizung im Halbschatten. Nehmen Sie die Werte als Rahmen und korrigieren Sie im zweiten Jahr nach dem, was Sie im ersten gesehen haben.
Licht ist das eigentliche Thema, nicht Wärme
An einem klaren Apriltag erreicht das Licht im Freiland mittags mehrere zehntausend Lux. Hinter einer Fensterscheibe, unmittelbar am Glas und nach Süden, bleibt davon ein Bruchteil übrig; an einem Nordfenster oder an einem trüben Tag ist es noch einmal um ein Vielfaches weniger. Genaue Zahlen für Ihre Wohnung kann niemand nennen, denn sie hängen von Himmelsrichtung, Verglasung, Dachüberstand, Nachbarhaus und Gardine ab. Die Größenordnung genügt aber, um die Sache zu verstehen.
Dazu kommt der Abstand. Das Fenster ist eine begrenzte Öffnung, und schon einen Meter dahinter, auf dem Tisch neben der Heizung, ist nur noch ein Bruchteil dessen übrig, was direkt an der Scheibe ankommt. Ein Sämling, der einen halben Meter vom Glas entfernt steht, lebt in einem anderen Lichtklima als einer, der das Glas fast berührt. Das ist der Grund, warum Anzuchten sich so auffällig zum Fenster neigen und dabei krumm werden.
Wärme dagegen haben Sie reichlich. Ein Wohnzimmer hat einundzwanzig Grad, und über einer Heizung unter dem Fensterbrett wird es noch wärmer. Für die Pflanze ist Wärme das Signal für Sommer, und Sommer bedeutet in ihrer Entwicklungsgeschichte reichlich Licht. Sie legt also los – aber das Licht, mit dem sie rechnet, kommt nicht. Aus diesem Missverhältnis entsteht das Vergeilen, und deshalb ist Wärme allein kein Vorteil, sondern in der Anzucht sogar ein Risiko.
Woran Sie das Vergeilen erkennen
Eine vergeilte Anzucht ist unverwechselbar. Der Stängel ist lang, dünn und hell, die Abstände zwischen den Blattetagen sind auffällig groß, die Blätter selbst bleiben klein und blassgrün statt kräftig dunkel. Die Keimblätter sitzen hoch über der Erde auf einem fadenartigen Hals. Die Pflanze neigt sich sichtbar zum Fenster, und wenn Sie die Schale bewegen, kippen die Sämlinge um und richten sich nicht wieder auf. Der Fachausdruck dafür ist Etiolement; im Garten sagt man vergeilt.
Der Schaden ist nicht kosmetisch. Ein dünner, wasserreicher Stängel bricht leicht, er ist die bevorzugte Eintrittsstelle für die Umfallkrankheit, und die Pflanze hat ihre Substanz in Länge gesteckt statt in Wurzeln und Blattmasse. Nach dem Auspflanzen steht sie erst einmal wochenlang still. Bei Tomaten lässt sich der Fehler teilweise reparieren, weil ihr Stängel an jeder Stelle Wurzeln bilden kann und sie tiefer gesetzt werden dürfen. Bei Paprika, Gurke und Salat geht das nicht – dort bleibt der Schaden bis zur Ernte.
Was tatsächlich hilft
Der hellste Platz, den die Wohnung hergibt, und zwar unmittelbar am Glas. Nach Süden ist besser als nach Osten oder Westen, nach Norden geht ohne Zusatzlicht praktisch nicht. Gardinen und Rollos werden für die Anzuchtwochen beiseitegeräumt. Eine weiße Fläche auf der Zimmerseite – ein aufgestellter Karton, ein Stück Alufolie – wirft einen Teil des Lichts zurück und verringert das einseitige Wachstum spürbar. Das kostet nichts und hilft mehr, als es aussieht.
Der zweite Handgriff ist der wirksamste ohne jede Technik: nach dem Keimen kühler stellen. Keimtemperatur und Kulturtemperatur sind zwei verschiedene Dinge. Tomaten keimen bei zwanzig bis vierundzwanzig Grad am schnellsten, wachsen danach aber bei sechzehn bis achtzehn Grad viel besser; Paprika mag es beim Keimen noch wärmer. Kohl und Salate sind mit zwölf bis fünfzehn Grad zufrieden und werden bei Zimmerwärme fast zwangsläufig lang. Kühler heißt langsamer, und langsamer heißt gedrungen – so bringen Sie das Wachstumstempo wieder mit dem verfügbaren Licht in Einklang.
Drehen Sie die Schalen alle ein bis zwei Tage um die eigene Achse, damit die Pflanzen sich nicht dauerhaft in eine Richtung neigen. Und sorgen Sie für etwas Bewegung: ein gekipptes Fenster in einer milden Stunde, ein kleiner Ventilator auf niedriger Stufe oder schlicht die Hand, mit der Sie täglich einmal über die Sämlinge streichen. Pflanzen antworten auf mechanischen Reiz mit kürzeren, dickeren Stängeln; das ist einer der wenigen Vorteile, die man auf der Fensterbank geschenkt bekommt.
Die Pflanzenleuchte
Bei Aussaaten vor Mitte März ist eine Pflanzenleuchte der wirksamste Einzelfaktor überhaupt – wirksamer als jede Erde, jedes Gefäß und jeder Dünger. Übliche Leuchten für die Anzucht werden zwölf bis sechzehn Stunden am Tag über eine Zeitschaltuhr betrieben; den Abstand zur Pflanze gibt der Hersteller an, und er ist einzuhalten, weil zu nah die Blätter schädigt und zu weit fast nichts bringt. Dauerlicht ist übrigens kein besseres Licht: Pflanzen brauchen eine Dunkelphase.
Die Grenzen gehören dazu. Eine Leuchte kostet Geld und Strom, sie braucht einen festen Platz, und für drei Tomatenpflanzen lohnt sie nicht. Wer erst ab Anfang April sät und ein Südfenster hat, kommt ohne aus. Und sie ersetzt das Kühlerstellen nicht: Warm und hell wächst zwar kräftig, aber die Pflanzen werden dann groß, bevor sie hinausdürfen. Wenn Sie sich für eine Leuchte entscheiden, verschieben Sie den Aussaattermin also nicht automatisch nach vorn.
Aussaaterde ist nährstoffarm, und zwar mit Absicht
Aussaaterde – im Handel auch Anzuchterde – ist fein gesiebt, locker, salzarm und ausdrücklich nährstoffarm. Ihr Nährstoffgehalt liegt weit unter dem von Blumenerde, der pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich, und gute Ware ist gedämpft, also weitgehend frei von Unkrautsamen und Krankheitskeimen. Alle diese Eigenschaften haben denselben Zweck: Der Keimling soll es schwer haben, aber sauber.
Warum arm? Der Same bringt seinen eigenen Vorrat mit. In den Keimblättern oder im Nährgewebe steckt genug, um die ersten zwei Wochen zu bestreiten, und in dieser Zeit braucht die Pflanze von außen nichts als Wasser, Luft und Wärme. Findet die Wurzel ringsum reichlich Nährstoffe, bleibt sie kurz und träge – wozu suchen, wenn alles da ist. Findet sie wenig, verzweigt sie sich stark und geht in die Tiefe. Genau dieses Wurzelwerk ist der Zweck der ganzen Übung; oben sieht man davon nichts, im Beet macht es später den Unterschied.
Blumenerde ist deshalb die falsche Wahl. Sie ist für ausgewachsene Pflanzen hoch aufgedüngt, oft mit einem Vorrat für mehrere Monate. Der damit verbundene Salzgehalt hemmt die Keimung und schädigt die empfindlichen Wurzelspitzen; dazu ist die Struktur zu grob, sodass feine Samen zwischen den Fasern verschwinden. Reine Komposterde ist aus demselben Grund ungeeignet und bringt zusätzlich Unkrautsamen und Pilzsporen mit. Wie im Beitrag Kompost für das Hochbeet beschrieben, gehören in Anzuchterde höchstens zwanzig Prozent Kompost – und auch das nur, wenn er wirklich reif ist.
Selbst mischen geht: Aussaaterde mit einem Viertel bis einem Drittel Sand zu strecken macht sie noch durchlässiger und ist bei kleinen Samen von Vorteil. Achten Sie bei torffreien Substraten darauf, dass sie schneller abtrocknen und ihr Wasser anders halten als Torferden – Sie müssen häufiger prüfen und meist auch öfter gießen, dafür jedes Mal weniger. Sobald pikiert wird, endet die Armut: In die größeren Töpfe kommt normale, mäßig gedüngte Pflanz- oder Gemüseerde, denn ab da soll die Pflanze wachsen und nicht mehr suchen.
Die Gefäße
Flache Schalen sind die klassische Lösung. Sie brauchen wenig Platz, lassen sich gut abdecken und gleichmäßig von unten wässern; auf kleiner Fläche stehen viele Sämlinge. Der Preis dafür ist, dass anschließend pikiert werden muss, und zwar rechtzeitig, bevor die Wurzeln ineinanderwachsen. Für Arten, die das Umsetzen schlecht vertragen, sind Schalen deshalb nicht die erste Wahl.
Multitopfplatten – Platten mit vielen kleinen Einzelzellen – sind der beste Kompromiss für die meisten Gemüsearten. Sie säen ein bis zwei Korn je Zelle, entfernen später den schwächeren Sämling, und jede Pflanze behält ihren eigenen Wurzelballen. Ein Pikierschritt entfällt dadurch häufig. Der Nachteil ist das kleine Volumen: Die Zellen trocknen schnell aus und sind rasch durchwurzelt, sodass Sie den Umzug in größere Töpfe nicht verschlafen dürfen.
Anzuchttöpfe mit acht bis zehn Zentimetern Durchmesser sind das Ziel für alles, was groß wird, bevor es hinausdarf – Tomaten, Paprika und Auberginen nach dem Pikieren, Kürbisgewächse von Anfang an. Papier- und Presstöpfe wandern mitsamt Pflanze ins Beet und sind für Wurzelempfindliche gedacht. Zwei Dinge sind dabei zu beachten: Sie trocknen über die Wand schneller aus als Kunststoff, und der Topfrand darf nach dem Auspflanzen nicht aus der Erde herausschauen, sonst zieht er wie ein Docht das Wasser aus dem Ballen.
Wichtiger als die Bauart ist die Sauberkeit. Gebrauchte Töpfe und Schalen tragen in ihren Erdresten die Erreger der Umfallkrankheit von einem Jahr ins nächste. Bürsten Sie alles gründlich aus und spülen Sie es mit heißem Wasser; das dauert eine halbe Stunde und erspart im März das Aus für eine ganze Schale. Jedes Gefäß braucht außerdem Abzugslöcher und einen Untersetzer, in dem kein Wasser stehen bleibt.
Die Aussaat
Die Saattiefe
Die Faustregel lautet: so tief säen, wie das Korn groß ist, höchstens doppelt so tief. Ein Kürbiskern kommt also gut zwei Zentimeter tief, ein Tomatensamen einen halben, feiner Staub aus einer Salattüte gar nicht. Zu tief gesät ist der zweithäufigste Fehler nach zu früh gesät: Der Vorrat im Korn reicht dann nicht bis ans Licht, der Keimling erschöpft sich unterwegs, und Sie halten die Sorte für schlecht, obwohl sie nur begraben war.
Licht- und Dunkelkeimer
Lichtkeimer keimen nur, wenn Licht an das Korn kommt. Dazu gehören Salat, Sellerie, Basilikum, Bohnenkraut, Majoran, Thymian und Kamille – auffällig viele feinsamige Kräuter. Diese Samen werden auf die angefeuchtete Erde gestreut und nur angedrückt, allenfalls hauchdünn übersiebt. Die Schwierigkeit ist dann die Feuchtigkeit: Ein Korn, das oben aufliegt, trocknet in einer Stunde aus. Deshalb brauchen gerade Lichtkeimer eine Abdeckung, die die Luftfeuchte hält und trotzdem Licht durchlässt.
Dunkelkeimer keimen schlechter oder gar nicht, wenn sie Licht bekommen; sie werden mit Erde bedeckt. Dazu zählen Tomate, Paprika, Aubergine, Gurke, Zucchini, Kürbis, Bohne, Erbse, Zwiebel, Petersilie, Kapuzinerkresse und Ringelblume. Wenn Sie unsicher sind, steht es auf der Rückseite der Saattüte; als grobe Orientierung gilt, dass große Samen meist bedeckt werden wollen und sehr feine meist nicht. Bei Salat kommt hinzu, dass er über etwa zwanzig Grad in eine Keimruhe fällt – ausgerechnet die warme Fensterbank ist für ihn der falsche Ort, kühler keimt er besser.
Andrücken, Angießen, Abdecken
Nach dem Ausbringen wird das Saatgut angedrückt, mit einem flachen Brettchen oder der Handfläche. Der Same braucht Bodenschluss, also überall Kontakt zur feuchten Erde, sonst nimmt er kein Wasser auf und liegt trocken in einem Hohlraum. Andrücken heißt aber nicht verdichten: Ein leichter, gleichmäßiger Druck genügt. Gepresste Erde bekommt keine Luft mehr, und ohne Luft keimt nichts.
Gegossen wird von unten. Stellen Sie die Schale in ein flaches Gefäß mit zwei, drei Zentimetern Wasser und warten Sie, bis die Oberfläche sich dunkel färbt – je nach Substrat zehn bis zwanzig Minuten. Dann nehmen Sie die Schale heraus und lassen sie abtropfen; das Restwasser wird weggeschüttet, denn dauernder Wasserstand erstickt die Wurzeln. Von unten deshalb, weil eine Gießkanne von oben feine Samen wegspült, die Oberfläche verschlämmt und frisch gekeimte Hälse umlegt.
Bis zum Keimen kommt eine Abdeckung darüber: die Haube des Zimmergewächshauses, eine Glasscheibe, notfalls eine übergestülpte Klarsichthülle. Sie hält die Luftfeuchte, sodass die Oberfläche nicht austrocknet. Gelüftet wird täglich, und Kondenswasser wird abgewischt, sonst tropft es auf die Sämlinge. Sobald die ersten Keimlinge stehen, kommt die Haube weg – darunter ist es warm und feucht, und beides zusammen ergibt vergeilte Pflanzen mit Pilzbefall. Beschriften Sie zum Schluss jede Reihe mit Sorte und Aussaatdatum; nach drei Wochen sehen alle Keimblätter gleich aus.
Pikieren
Pikieren heißt, die dicht stehenden Sämlinge zu vereinzeln und in größere Gefäße mit nährstoffreicherer Erde zu setzen. Es hat drei Zwecke: Jede Pflanze bekommt Platz und Licht für sich, das Wurzelwerk verzweigt sich stärker, und Sie wählen aus, welche Sämlinge weiterkommen. Wer aus einer Schale mit vierzig Keimlingen die zwölf kräftigsten pikiert, hat einen guten Teil der Arbeit einer ganzen Saison damit schon erledigt.
Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, wenn die ersten echten Blätter da sind. Die beiden ersten Blättchen sind die Keimblätter; sie sehen bei fast allen Arten gleich aus, rundlich und glatt. Die danach folgenden Laubblätter tragen die Form der Art – bei der Tomate gezähnt, beim Kürbis herzförmig. Erst dann steht genug Wurzel zur Verfügung, um den Eingriff zu verkraften. Zu spät ist ebenso schlecht: Sind die Wurzeln der Nachbarn erst verfilzt, reißen Sie beim Trennen mehr ab, als die Pflanze verträgt.
Der Handgriff selbst: Erde vorher gut anfeuchten, damit sie zusammenhält. Mit einem Pikierstab oder einem Bleistift den Sämling seitlich unterfahren und mitsamt etwas Erde herausheben. Anfassen dürfen Sie ihn nur an einem Keimblatt, niemals am Stängel. Der Stängel ist die Leitung der Pflanze, ein Quetschen dort ist irreparabel; ein abgerissenes Keimblatt verschmerzt sie dagegen. Im neuen Topf ein Loch stechen, das tief genug ist, dass die Wurzel senkrecht hineinhängt und nicht am Boden umknickt, seitlich andrücken, von unten angießen.
Zwei Feinheiten. Tomaten und Kohlarten dürfen tiefer gesetzt werden, bis knapp unter die Keimblätter – Tomaten bilden am eingegrabenen Stängel neue Wurzeln, und damit lässt sich eine leicht vergeilte Pflanze noch retten. Paprika, Auberginen und Gurken vertragen das nicht und kommen genauso tief in die Erde, wie sie vorher standen. Kürbisgewächse pikiert man ohnehin nicht: Sie werden von Anfang an einzeln in ihren Topf gesät. Und nach dem Pikieren stellen Sie alles für zwei, drei Tage etwas schattiger und kühler, bevor es zurück an den hellsten Platz geht.
Die drei Probleme der Fensterbank
Drei Störungen treten bei der Zimmeranzucht so regelmäßig auf, dass jede Gärtnerin und jeder Gärtner ihnen früher oder später begegnet. Alle drei haben dieselbe Wurzel: zu feucht, zu warm, zu wenig Luftbewegung. Wer sich das merkt, braucht die Einzelheiten kaum – und erkennt an einem der drei Anzeichen sofort, dass auch die beiden anderen bald kommen.
Die Umfallkrankheit
Das Bild ist eindeutig: Ein eben noch gesunder Sämling knickt am Übergang zur Erde um, der Stängel ist dort eingeschnürt, glasig und dünn, die Pflanze liegt binnen Stunden flach. Am nächsten Tag sind es fünf, dann ein ganzer Kreis, und nach einer Woche ist die Schale leer. Verursacher sind mehrere im Boden lebende Pilze, die praktisch überall vorhanden sind und nur auf die passenden Bedingungen warten.
Diese Bedingungen schaffen Sie durch zu dichte Aussaat, dauernasse Oberfläche, stehende Luft unter der zu lange aufliegenden Haube, zu viel Wärme und gebrauchte Erde oder ungereinigte Töpfe. Entsprechend sieht die Vorbeugung aus: dünn säen, frische Aussaaterde, saubere Gefäße, von unten gießen und die Oberfläche zwischendurch abtrocknen lassen, die Abdeckung früh entfernen, lüften, kühler und heller stellen. Ist der Befall da, nehmen Sie die betroffenen Pflanzen samt umgebender Erde heraus und halten den Rest deutlich trockener und kühler – häufig ist die Schale trotzdem verloren, und eine Neuaussaat kostet weniger Nerven als das Zusehen. Zu Hausmitteln wie Zimt oder Kamillentee kursiert viel; ein verlässlicher Nachweis fehlt, und keines von ihnen ersetzt die Beseitigung der Ursache.
Trauermücken
Kleine schwarze Mücken, die aufsteigen, sobald Sie die Schale bewegen, und die gern am Fenster sitzen. Die Mücke selbst richtet keinen Schaden an; sie lebt wenige Tage und legt in dieser Zeit ihre Eier in die feuchte Substratoberfläche. Die Larven fressen an totem organischem Material und, wenn sie zahlreich werden, an den Feinwurzeln junger Sämlinge. Betroffene Pflanzen kümmern dann ohne erkennbaren Grund oder fallen um.
Eingeschleppt werden die Tiere meist mit dem Substrat oder von Zimmerpflanzen; ob daraus eine Plage wird, entscheidet die dauerhaft feuchte, humusreiche Oberfläche. Das wirksamste Mittel ist deshalb, oben abtrocknen zu lassen und konsequent von unten zu gießen. Eine ein Zentimeter dicke Schicht aus Sand oder feinem Splitt auf dem Substrat nimmt den Weibchen den Ablageplatz – trockenes, mineralisches Material meiden sie. Gelbtafeln fangen nur die erwachsenen Tiere und dienen vor allem der Kontrolle: Sie zeigen Ihnen, ob es mehr oder weniger werden. Gegen die Larven gibt es im Fachhandel Nematoden, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden; sie brauchen ein bis zwei Wochen und ein gleichmäßig feuchtes Substrat, was sich mit dem Abtrocknenlassen schlecht verträgt. Man macht also entweder das eine oder das andere, nicht beides gleichzeitig.
Schimmel auf der Erde
Ein weißlicher, watteartiger Belag auf der Substratoberfläche ist in aller Regel harmlos. Es handelt sich um Schimmelpilze, die von abgestorbenem organischem Material leben und die Pflanze selbst nicht angreifen. Sie sind aber ein Anzeiger, und zwar ein sehr zuverlässiger: zu nass, zu wenig Luftbewegung, zu warm. Genau die Bedingungen also, unter denen als Nächstes die Umfallkrankheit kommt.
Behandelt wird deshalb nicht der Schimmel, sondern die Ursache. Nehmen Sie den Belag oberflächlich ab, lüften Sie, entfernen Sie die Abdeckung, gießen Sie seltener und stellen Sie die Schale kühler und heller. Bei torfreduzierten und torffreien Substraten tritt der Belag häufiger auf als früher, weil sie mehr leicht abbaubares Material enthalten; das ist kein Mangel der Erde und kein Grund, sie wegzuwerfen.
Abhärten – der Schritt, den die meisten überspringen
Nach acht Wochen Wohnzimmer steht eine Pflanze da, die auf Verhältnisse eingestellt ist, die es draußen nicht gibt. Fensterglas filtert den größten Teil der UV-Strahlung heraus, Wind gibt es nicht, die Temperatur schwankt kaum, und Trockenheit kennt sie nicht. Die Blätter sind dünn geblieben, die schützende Wachsschicht ist schwach ausgebildet, und die Spaltöffnungen reagieren träge. Diese Pflanze ist auf das Freiland nicht vorbereitet, so kräftig sie auch aussieht.
Wer sie trotzdem an einem sonnigen Maitag direkt ins Beet setzt, sieht das Ergebnis binnen weniger Stunden. Auf den Blättern erscheinen zunächst helle, dann silbrig-papierne Flecken – Sonnenbrand, und die betroffenen Stellen werden nie wieder grün. Dazu kommt der Trockenstress, weil die Blätter mehr Wasser abgeben, als die kleinen Wurzeln nachliefern. Die Pflanze steht dann zwei bis drei Wochen still, und diesen Rückstand holt sie in der Saison nicht mehr auf. Im ungünstigsten Fall ist die Arbeit von acht Wochen an einem einzigen Tag verloren.
Das Abhärten dauert etwa zwei Wochen und beginnt entsprechend früh. Am ersten und zweiten Tag stellen Sie die Pflanzen ein bis zwei Stunden nach draußen, an einen schattigen, windgeschützten Platz; ein bedeckter, milder Tag ist der beste Anfang. Dann steigern Sie täglich: längere Zeiten, ab dem dritten oder vierten Tag etwas Morgensonne, in der zweiten Woche auch Mittagssonne. Wind ist dabei erwünscht, nicht schädlich – er ist der Reiz, der die Stängel fest und die Blätter derb macht. Nur Sturm und schneidend kalter Wind bleiben tabu.
Nachts kommen die Pflanzen zurück ins Haus, solange die Temperatur unter etwa zehn Grad fällt; ein ungeheizter Wintergarten, ein Frühbeet oder eine Garage mit Fenster tun es ebenso. Kohl, Salat und Kohlrabi vertragen dabei mehr als Tomate, Paprika und Gurke. Praktisch hilft eine Kiste oder ein Rollbrett, auf dem alle Töpfe zusammenstehen und in einem Gang bewegt werden – wer zwanzigmal einzeln tragen muss, lässt es nach drei Tagen bleiben. Und rechnen Sie damit, dass draußen deutlich schneller gegossen werden muss als drinnen.
Das Auspflanzen ins Hochbeet
Der Termin richtet sich nach Art und Lage. Frostempfindliches wartet, bis kein Frost mehr zu erwarten ist, also im Regelfall bis nach Mitte Mai, in rauen Lagen länger. Kohlarten, Kohlrabi, Salate und Zwiebeln dürfen deutlich früher, meist ab Mitte oder Ende April. Neben der Lufttemperatur zählt die des Bodens: Gurken, Paprika und Auberginen stehen in kalter Erde einfach still, ohne dass man es ihnen zunächst ansieht, und beginnen erst zu wachsen, wenn es ihnen unten warm genug ist.
Ein Hochbeet ist dabei im Vorteil, aber nicht aus dem Grund, der oft genannt wird. Die Füllung liegt höher und wärmt sich im Frühjahr schneller durch als der Gartenboden, und bei frischer Füllung liefert die Rotte in den unteren Lagen zusätzlich Wärme. Die Beetwand selbst speichert nichts – zwei bis vier Millimeter Stahl haben dafür keine Masse. Was sie tut, ist etwas anderes: Sie koppelt die Randzone an die Außenluft. Am Rand ist es tagsüber wärmer und nachts kälter als in der Beetmitte. Für frisch gesetzte, empfindliche Jungpflanzen ist deshalb die Mitte der bessere Platz, und der Rand gehört dem, was Kälte verträgt.
Gepflanzt wird an einem bedeckten, windstillen Tag oder am späten Nachmittag, nie in der Mittagssonne. Wässern Sie die Ballen vorher gründlich – am besten so lange tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen –, denn ein trockener Ballen saugt sich im Beet nur schwer wieder voll. Das Pflanzloch wird etwas größer als der Ballen ausgehoben, die Pflanze eingesetzt, die Erde ringsum angedrückt und ein flacher Gießrand um den Stängel gezogen, damit das Wasser dort bleibt, wo es hingehört. Tomaten dürfen dabei ein Stück tiefer stehen als im Topf.
Angegossen wird sofort und reichlich, ein bis zwei Liter je Pflanze, damit der Ballen Anschluss an die umgebende Erde bekommt. In den ersten ein bis zwei Wochen gießen Sie häufiger als sonst, weil die Wurzeln noch im kleinen Ballen sitzen und der Beetboden ringsum ihnen noch nichts nützt. Danach gilt wieder, was im Beitrag Hochbeet richtig gießen steht: selten und durchdringend, zehn bis fünfzehn Liter je Gabe, morgens, und die Fingerprobe fünf Zentimeter tief statt eines Blicks auf die Oberfläche.
Zum Schluss der Schutz. Bei kaltem Wind oder in einer kritischen Nacht hilft ein Vlies über dem Beet. Gegen Kohlweißling und Möhrenfliege gehört ein Kulturschutznetz mit 1,3 Millimeter Maschenweite darüber, gegen den Erdfloh eines mit 0,8 Millimetern; befestigt wird es auf der umlaufenden Oberkante, sodass ringsum kein Spalt offen bleibt. Und der Schneckenschutz bleibt Ihre Aufgabe: Frisch gesetzte Jungpflanzen sind das Erste, was in einer feuchten Nacht gefunden wird.
Was das Vorziehen nicht leistet
Die Anzucht auf der Fensterbank verschiebt den Start, mehr nicht. Sie macht aus einem halbschattigen Beet keinen sonnigen Standort, und wenn im Hochbeet nur vier Stunden Sonne ankommen, trägt die Tomate auch mit acht Wochen Vorsprung wenig. Ebenso wenig ersetzt sie die Nährstoffversorgung oder die Fruchtfolge – wie viel wovon ins Beet gehört, steht im Beitrag Hochbeet düngen: was, wann und wie viel, und die Anbaupausen bleiben davon unberührt.
Es gibt auch keinen Zwang, alles selbst vorzuziehen. Wer drei Tomaten und zwei Paprika braucht, fährt mit gekauften Jungpflanzen aus einer guten Gärtnerei fast immer besser als mit acht Wochen Fensterbank ohne Zusatzlicht. Der eigentliche Gewinn der Eigenanzucht liegt woanders: in der Sortenwahl. Im Handel stehen ein Dutzend Sorten, im Saatgutkatalog stehen Hunderte, darunter alte, regionale und solche, die kein Betrieb als Jungpflanze anbietet. Wer die haben will, kommt an der Fensterbank nicht vorbei – und weiß nach diesem Beitrag, worauf es dort ankommt.


