
Rhabarber im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Rhabarber in einem Hochbeet ist eine hervorragende Methode, um diesen schmackhaften und robusten Gemüsetyp zu kultivieren. Ob für den erfahrenen Gärtner oder den Anfänger, die folgenden Schritte helfen Ihnen, Rhabarber erfolgreich in Ihrem Hochbeet anzubauen.
Eines sollte allerdings von Anfang an klar sein, weil es die ganze Planung bestimmt: Rhabarber ist eine Dauerkultur. Eine Pflanze steht acht bis zehn Jahre am selben Platz, wird dabei gut einen Meter breit und ebenso hoch – sie belegt ein kleines Hochbeet vollständig und dauerhaft. Das ist kein Argument dagegen, aber eine Entscheidung: Wer Rhabarber ins Hochbeet setzt, widmet ihm dieses Beet und wechselt dort nicht mehr jährlich die Kultur. Für ein einzelnes Beet, in dem Sie Salat, Möhren und Bohnen ziehen wollen, ist er die falsche Pflanze; für ein zweites Beet am Rand des Gartens, das ohne viel Arbeit jedes Jahr etwas liefern soll, ist er ideal.
Rhabarber im Hochbeet anbauen – Los geht's!
Schritt 1: Standortwahl
Sonnig bis Halbschatten: Rhabarber bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Zu viel Schatten kann das Wachstum hemmen.
Windgeschützt: Wählen Sie einen windgeschützten Platz für Ihr Hochbeet.
Halbschatten ist dabei kein Notbehelf, sondern oft die bessere Wahl. Rhabarber stammt ursprünglich aus dem asiatischen Hochland und mag es kühl und feucht; in der vollen Nachmittagssonne eines freistehenden Hochbeets welken die großen Blätter an heißen Tagen sichtbar, und die Stiele bleiben dünn. Ein Platz mit Morgensonne und Schatten ab dem frühen Nachmittag bringt in der Regel den kräftigeren Ertrag.
Schritt 2: Hochbeet vorbereiten
Größe des Hochbeets: Stellen Sie sicher, dass Ihr Hochbeet genügend Platz bietet. Rhabarberpflanzen können breit werden.
Drainage: Eine gute Drainage ist wichtig. Legen Sie eine Schicht groben Astwerks am Boden des Hochbeets aus.
Erde: Füllen Sie das Beet mit einer Mischung aus Kompost und Gartenboden. Rhabarber bevorzugt einen leicht feuchten, gut durchlässigen, fruchtbaren Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8.
Konkret heißt „genügend Platz“: eine Pflanze je Quadratmeter, also in einem üblichen Beet von zwei Metern Länge und achtzig Zentimetern Breite höchstens zwei Stauden. Die Tiefe sollte mindestens vierzig, besser fünfzig Zentimeter betragen, denn Rhabarber bildet ein kräftiges, fleischiges Rhizom. Zum Astwerk als unterster Lage ein Wort: Grobes Holz leistet hier dasselbe wie Kies oder Tonscherben, verrottet aber über die Jahre und liefert dabei Nährstoffe nach – bei einer Pflanze, die ein Jahrzehnt am selben Ort steht, ist das ein echter Vorteil. Rhabarber ist ein ausgesprochener Starkzehrer und gehört damit in ein frisch befülltes Beet.
Schritt 3: Pflanzen
Pflanzzeit: Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Rhabarber ist im Frühjahr oder Herbst.
Pflanzmaterial: Verwenden Sie Rhabarber-Knollen oder Setzlinge aus einer Gärtnerei.
Pflanzabstand: Setzen Sie die Knollen etwa 4-6 cm tief und halten Sie einen Abstand von etwa 75-100 cm zwischen den Pflanzen.
Von den beiden Terminen ist der Herbst der bessere: Zwischen September und November gesetzte Pflanzen wurzeln über den Winter ein und treiben im Frühjahr kräftig durch. Entscheidend beim Setzen ist die Tiefe der Knospe. Das dicke, rötliche Auge muss knapp unter der Erdoberfläche liegen, höchstens drei bis fünf Zentimeter tief – zu tief gesetzte Pflanzen faulen oder treiben nur zögerlich. Ein Wort zur Sortenwahl, das den späteren Geschmack bestimmt: Grünstielige Sorten sind ertragreich, aber deutlich säuerlicher; rotfleischige Sorten sind milder und färben Kompott und Kuchen rot. Wer Rhabarber ohne viel Zucker verarbeiten will, greift zu einer rotfleischigen Sorte.
Schritt 4: Pflege
Wasserbedarf: Rhabarber benötigt regelmäßige Bewässerung, besonders in trockenen Perioden. Vermeiden Sie Staunässe.
Düngung: Düngen Sie im Frühjahr mit Kompost oder einem ausgewogenen Dünger.
Unkrautbekämpfung: Halten Sie das Beet unkrautfrei, da Rhabarber gegenüber Unkraut konkurrenzschwach ist.
Mulchen: Mulchen Sie um die Pflanzen herum, um Feuchtigkeit zu bewahren und Unkraut zu unterdrücken.
Der Wasserbedarf ist höher, als die robuste Erscheinung vermuten lässt: Die großen Blätter verdunsten viel, und ein freistehendes Hochbeet trocknet von allen Seiten aus. In Trockenperioden sind zwanzig Liter je Pflanze und Woche keine Übertreibung. Gießen Sie durchdringend an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter. Bei der Düngung genügen im zeitigen Frühjahr drei bis fünf Liter reifer Kompost je Pflanze, flach eingearbeitet, dazu eine Handvoll Hornspäne; eine zweite Gabe direkt nach dem Ende der Ernte hilft der Pflanze, sich für das nächste Jahr zu erholen. Beim Mulchen halten Sie eine Handbreit Abstand zum Herzen der Pflanze – liegt dort dauerhaft feuchtes Material, fault die Knospe. Eine Arbeit gehört noch dazu, die oft vergessen wird: Sobald sich ein dicker Blütenstand aus der Mitte schiebt, schneiden Sie ihn tief heraus. Blüht die Pflanze aus, steckt sie ihre Kraft in die Samenbildung, und die Stiele werden dünn und holzig.
Schritt 5: Ernte
Erntezeit: Die erste Ernte sollte erst im zweiten Jahr nach dem Pflanzen erfolgen, um der Pflanze Zeit zur Etablierung zu geben.
Erntemethode: Ziehen Sie die Stiele vorsichtig von der Basis der Pflanze ab, anstatt sie abzuschneiden.
Im Pflanzjahr wird gar nicht geerntet, im zweiten Jahr nur zurückhaltend – zwei bis drei Stiele je Pflanze, mehr nicht. Erst ab dem dritten Jahr können Sie voll ernten. Nehmen Sie auch dann nie mehr als die Hälfte der Stiele auf einmal und lassen Sie immer einige stehen, damit die Pflanze weiterarbeiten kann. Die Erntemethode hat ihren Grund: Ein abgedrehter Stiel löst sich sauber vom Rhizom, während ein abgeschnittener Stumpf stehenbleibt, fault und die Fäule ins Herz der Pflanze tragen kann. Fassen Sie den Stiel unten an, ziehen Sie ihn mit einer leichten Drehung zur Seite heraus, und schneiden Sie das Blatt gleich im Beet ab – es kommt auf den Kompost.
Schritt 6: Winterpflege
Rückschnitt: Schneiden Sie abgestorbene Blätter im Herbst zurück.
Schutz: Bedecken Sie die Pflanzen im Winter mit einer Schicht Mulch oder Kompost, um sie vor Frost zu schützen.
Im Gartenboden wäre dieser Winterschutz weitgehend überflüssig – Rhabarber ist vollkommen winterhart und verträgt strengen Frost. Im Hochbeet sieht es anders aus: Die Füllung steht frei und friert von allen Seiten durch, nicht nur von oben, und das kann dem Rhizom in einem harten Winter zusetzen. Eine Schicht aus Laub oder reifem Kompost von zehn bis fünfzehn Zentimetern über dem Wurzelbereich genügt und ist zugleich die Düngung für das kommende Frühjahr. Warten Sie mit dem Rückschnitt, bis die Blätter von selbst welk und gelb geworden sind – bis dahin zieht die Pflanze Reserven aus ihnen zurück ins Rhizom.
Wichtige Hinweise
Giftige Blätter: Beachten Sie, dass die Blätter von Rhabarber giftig sind und nicht gegessen werden sollten.
Ernte einschränken: Beschränken Sie die Erntedauer auf etwa 8 Wochen, um die Pflanze nicht zu erschöpfen.
Verantwortlich für die Giftigkeit der Blätter ist ihr hoher Gehalt an Oxalsäure. Auf den Kompost dürfen sie trotzdem, dort baut sie sich ab; auch als Mulch um die Pflanze herum sind sie gut aufgehoben. Zur Erntedauer gilt in Deutschland eine einfache Faustregel: Schluss ist spätestens am Johannistag, dem 24. Juni. Das hat zwei Gründe. Zum einen steigt der Oxalsäuregehalt im Verlauf des Sommers auch in den Stielen selbst deutlich an. Zum anderen braucht die Pflanze die zweite Jahreshälfte, um mit ihrem Blattwerk Reserven für das nächste Frühjahr einzulagern. Wer bis in den August erntet, hat im Jahr darauf dünne Stiele. Alle fünf bis sechs Jahre lohnt es sich, das Rhizom im Herbst auszugraben und mit dem Spaten in Stücke mit je zwei bis drei Knospen zu teilen – das verjüngt die Pflanze und liefert Nachschub für ein weiteres Beet.


