
Tomaten im Hochbeet anbauen
Das Anbauen von Tomaten im Hochbeet kann eine effiziente und platzsparende Methode sein. Hier ist eine grundlegende Anbauanleitung:
Tomaten im Hochbeet anbauen & los geht's
Schritt 1: Standortwahl
Wählen Sie einen sonnigen Standort für das Hochbeet, da Tomaten viel Sonnenlicht benötigen. Stellen Sie sicher, dass das Hochbeet gut zugänglich ist und gute Belüftung bietet. Ein Punkt fehlt in dieser Aufzählung, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: der Regenschutz. Kraut- und Braunfäule, die häufigste Ursache für verlorene Tomatenernten, verbreitet sich über Wasser, das von oben auf die Blätter trifft. Ein einfaches Dach, ein Tomatenhaus oder ein überdachter Platz an der Hauswand ist deshalb wertvoller als jede zusätzliche Sonnenstunde. Auf der erhöhten Fläche eines Hochbeets lässt sich eine solche Überdachung besonders leicht anbringen.
Schritt 2: Hochbeet vorbereiten
Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus hochwertiger Gartenerde, Kompost und gut verrottetem organischen Material. Diese Mischung sollte locker und gut durchlässig sein. Tomaten sind Starkzehrer und stehen im ersten oder zweiten Jahr nach dem Befüllen am besten. Vierzig Zentimeter durchwurzelbare Tiefe sind ideal, denn die Wurzeln gehen tiefer, als man vermutet. Achten Sie darauf, dass der Mist wirklich gut verrottet ist – frischer Mist verbrennt die Wurzeln der Jungpflanzen.
Schritt 3: Tomatensorten auswählen
Wählen Sie Tomatensorten, die für den Anbau im Hochbeet geeignet sind. Bestimmte Busch- oder Zwergtomatensorten eignen sich besonders gut für begrenzte Platzverhältnisse. Buschtomaten wachsen ohne Ausgeizen und bleiben unter einem Meter – für ein Hochbeet ohne Überdachung die pflegeleichteste Wahl. Stabtomaten liefern mehr, brauchen aber Stütze und regelmäßiges Ausgeizen. Achten Sie auf die Angabe der Robustheit gegen Braunfäule; die zugelassenen widerstandsfähigen Sorten sparen im Freiland mehr Arbeit als jede Spritzung.
Schritt 4: Aussaat oder Pflanzung
Sie können Tomaten entweder aus Samen oder als Jungpflanzen kaufen. Wenn Sie Samen verwenden, säen Sie diese entsprechend den Anweisungen auf der Verpackung. Pflanzen Sie die Tomatensämlinge oder -setzlinge im Hochbeet, wobei Sie den empfohlenen Pflanzabstand einhalten. In der Praxis heißt das: Aussaat Anfang bis Mitte März bei 20 bis 24 Grad, Auspflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai, Abstand 50 bis 60 Zentimeter – in ein Hochbeet von zwei Metern Länge gehören also drei bis vier Pflanzen. Setzen Sie die Jungpflanzen ruhig fünf Zentimeter tiefer, als sie im Topf standen: Tomaten bilden am vergrabenen Stängel zusätzliche Wurzeln und stehen danach kräftiger.
Schritt 5: Stützvorrichtungen anbringen
Da Tomaten dazu neigen, hoch zu wachsen und Früchte zu tragen, ist es wichtig, Stützvorrichtungen wie Käfige, Stäbe oder Schnüre zu verwenden, um die Pflanzen zu unterstützen. Bringen Sie die Stütze gleich beim Pflanzen an, nicht später – ein nachträglich eingeschlagener Stab verletzt die Wurzeln. Beachten Sie beim Planen die Höhe: Ein Hochbeet ist selbst schon achtzig Zentimeter hoch, eine Stabtomate wird zwei Meter, zusammen also fast drei. Der Stab muss entsprechend tief und fest verankert sein, sonst kippt im Sommergewitter die ganze Pflanze samt Stütze.
Schritt 6: Gießen
Halten Sie den Boden im Hochbeet gleichmäßig feucht, indem Sie regelmäßig gießen. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Gießen Sie morgens und ausschließlich an die Wurzel – nasses Laub ist die Eintrittskarte für Braunfäule. Gleichmäßigkeit ist wichtiger als Menge: Folgt auf Trockenheit ein kräftiger Guss, platzen die Früchte auf. Anhaltend ungleichmäßige Versorgung führt zur Blütenendfäule, jenen braunen, eingesunkenen Flecken an der Fruchtspitze; ihre Ursache ist nicht Kalkmangel im Boden, sondern eine gestörte Kalziumaufnahme durch schwankende Feuchte. Ein Hochbeet trocknet schneller aus als der Gartenboden – im Hochsommer sind zwei bis drei Liter je Pflanze und Tag keine Seltenheit.
Schritt 7: Düngen
Tomaten benötigen während der Wachstumsperiode ausreichend Nährstoffe. Düngen Sie das Hochbeet regelmäßig mit einem ausgewogenen Tomatendünger gemäß den Anweisungen auf der Verpackung. Sobald die ersten Früchte angesetzt haben, sollte der Schwerpunkt auf Kalium liegen – verdünnte Beinwelljauche alle zwei Wochen ist bewährt. Zu viel Stickstoff erkennen Sie an dunkelgrünem, eingerolltem Laub bei wenigen Früchten; die Pflanze wächst dann üppig, aber unfruchtbar, und wird zugleich anfälliger für Pilzkrankheiten.
Schritt 8: Mulchen
Mulchen Sie den Boden um die Tomatenpflanzen herum, um Feuchtigkeit zu bewahren, Unkrautwachstum zu reduzieren und die Bodentemperatur zu regulieren. Bei Tomaten kommt ein vierter, wichtigerer Grund hinzu: Die Sporen der Braunfäule überdauern im Boden und gelangen mit hochspritzendem Gießwasser an die unteren Blätter. Eine Schicht Stroh unterbricht diesen Weg. Aus demselben Grund lohnt es, die untersten Blätter bis etwa dreißig Zentimeter Höhe zu entfernen, sobald die Pflanze kräftig genug ist.
Schritt 9: Pflege und Ernte
Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter und Triebe, um die Luftzirkulation zu fördern. Achten Sie auf Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen und ergreifen Sie bei Bedarf Maßnahmen. Ernten Sie die Tomaten, wenn sie voll ausgereift sind. Bei Stabtomaten gehört das wöchentliche Ausgeizen dazu: Die Triebe, die in den Blattachseln zwischen Stängel und Blatt entstehen, werden ausgebrochen, solange sie klein sind.
Buschtomaten werden dagegen nicht ausgegeizt – dort tragen die Seitentriebe mit. Ernten Sie an der Sollbruchstelle über dem Kelch.
Lagern Sie Tomaten nicht im Kühlschrank: Unter etwa zwölf Grad verlieren sie ihr Aroma unwiederbringlich.
Schritt 10: Überwinterung
In Regionen mit kalten Wintern sollten Sie überlegen, wie Sie Ihre Tomatenpflanzen schützen können. In vielen Fällen ist es sinnvoll, die Pflanzen im Herbst zu entfernen und im Frühjahr neue zu pflanzen. Das ist in unseren Breiten die Regel und nicht die Ausnahme – Tomaten werden hier einjährig kultiviert. Räumen Sie das Beet vor dem ersten Frost ab und geben Sie befallenes Kraut in den Hausmüll, nicht auf den Kompost: Die Sporen der Braunfäule überstehen einen Gartenkomposter. Grüne Früchte reifen im Haus bei Zimmertemperatur nach, am besten neben einem Apfel. Beachten Sie fürs nächste Jahr die Fruchtfolge – Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Auberginen sind alle Nachtschattengewächse und sollten drei bis vier Jahre nicht auf dieselbe Fläche.
Denken Sie daran, dass dies nur eine grundlegende Anleitung ist, und es ist immer hilfreich, sich nach den spezifischen Bedingungen in Ihrer Region zu richten. Jede Tomatensorte kann auch spezifische Anforderungen haben, daher sollten Sie die Empfehlungen des Saatgutherstellers beachten.


