
Endivie im Hochbeet anbauen
Endivien sind ein schmackhaftes und gesundes Blattgemüse, das sich hervorragend für den Anbau im Hochbeet eignet. Mit der richtigen Pflege und den passenden Bedingungen können Sie schon bald frische Endivien aus Ihrem Garten genießen. Folgen Sie dieser einfachen Anleitung, um Endivien erfolgreich in Ihrem Hochbeet anzubauen.
Endivie im Hochbeet anbauen – Schritt für Schritt
Schritt 1: Hochbeet vorbereiten
Sonniger Standort: Wählen Sie einen Standort, an dem die Endivien ausreichend Sonnenlicht erhalten.
Boden: Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus gut durchlässiger und nährstoffreicher Erde.
Endivie ist ein Mittelzehrer und steht damit im zweiten oder dritten Jahr nach dem Befüllen des Hochbeets genau richtig – dann ist die erste, kräftige Nährstoffwelle vorüber. Sie eignet sich gut als Nachbau hinter Starkzehrern wie Kürbis oder Kohl, die im Frühjahr abgeräumt wurden. Ein Platz, der in der Mittagshitze etwas Schatten bekommt, ist im Hochsommer eher ein Vorteil als ein Mangel.
Schritt 2: Aussaatzeitpunkt
Aussaat im Frühling oder Spätsommer für eine Herbsternte. Die eigentliche Hauptaussaat liegt im Juni und Juli – dann wächst die Endivie in die kühler werdende Jahreszeit hinein und bildet feste Köpfe. Bei einer frühen Aussaat im April besteht die Gefahr, dass die Pflanzen schossen, also in Blüte gehen, statt einen Kopf zu bilden; ausgelöst wird das durch längere kühle Phasen unter etwa fünf Grad nach dem Auflaufen. Da sich die Erde im Hochbeet früher erwärmt als im Gartenbeet, ist eine Frühjahrsaussaat dort etwas sicherer als ebenerdig.
Schritt 3: Aussaat
Lockern und glätten Sie das Saatbett, setzen Sie die Samen aus und bedecken Sie sie leicht mit Erde. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Ein Zentimeter Erde über dem Saatgut genügt – die Samen sind klein und schaffen es aus größerer Tiefe nicht mehr an die Oberfläche. Am zuverlässigsten keimen Endivien bei 15 bis 20 Grad. Über 25 Grad stellen viele Sorten die Keimung ein, weshalb sich eine Sommeraussaat lohnt, an einem schattierten Nachmittag auszubringen und die Fläche bis zum Auflaufen mit einem Vlies abzudecken.
Schritt 4: Bewässerung
Stellen Sie eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sicher, achten Sie jedoch darauf, Staunässe zu vermeiden. Gießen Sie morgens und direkt auf die Erde, nicht über die Blätter: Nasses Laub, das über Nacht nicht abtrocknet, ist die häufigste Ursache für Blattfleckenkrankheiten. Denken Sie außerdem daran, dass ein Hochbeet schneller austrocknet als ein Gartenbeet – gerade bei Blattgemüse, das keinen Trockenstress verträgt, lohnt im Sommer die tägliche Fingerprobe zwei Zentimeter unter der Oberfläche.
Schritt 5: Pflege
Dünnen Sie die Sämlinge aus und düngen Sie regelmäßig mit organischem Dünger. Vereinzeln Sie auf 25 bis 30 Zentimeter Abstand, sobald die Pflanzen vier Blätter haben – enger gesetzt bleiben die Köpfe klein und faulen bei feuchter Witterung von innen.
Wer mildere, weniger bittere Blätter möchte, bindet die Köpfe etwa zwei Wochen vor der Ernte bei trockenem Wetter locker zusammen; im Inneren fehlt dann das Licht, und die Blätter bleichen aus.
Schritt 6: Schutz vor Schädlingen
Überwachen Sie das Beet auf Schädlinge und ergreifen Sie bei Bedarf Gegenmaßnahmen. Zu rechnen ist vor allem mit Blattläusen an den Herzblättern und mit Erdflöhen bei trockener Witterung. Schnecken sind der klassische Feind junger Endivien – das Material allein hilft dabei aber nicht, denn eine glatte Metallwand ist für Schnecken nicht schwerer zu überwinden als eine Beetkante; die Beetwand allein ist kein Schneckenschutz. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz, über den Beetrand gespannt, hält Erdflöhe und Fliegen fern.
Schritt 7: Ernte
Ernten Sie die Endivien, wenn sie die gewünschte Größe erreicht haben, indem Sie sie kurz über dem Boden abschneiden. Das ist je nach Aussaat zehn bis zwölf Wochen später der Fall. Ernten Sie an einem trockenen Tag – nasse Köpfe halten sich im Kühlschrank nur wenige Tage. Leichte Fröste bis etwa minus fünf Grad schaden den Pflanzen nicht, sie machen die Blätter sogar milder; erst bei stärkerem Frost sollten die Köpfe herein.
Schritt 8: Winterabdeckung (optional)
In kalten Regionen kann eine Abdeckung des Hochbeets die Erntezeit verlängern. Ein Gartenvlies oder eine kleine Folienhaube genügt und lässt sich am geraden Rand eines Hochbeets einfacher und dichter befestigen als an einem ebenerdigen Beet – Klemmen oder Steine auf dem Rand reichen. Lüften Sie an milden Tagen, sonst steht unter der Abdeckung feuchte Luft und die Köpfe faulen.
Schritt 9: Fruchtfolge beachten
Vermeiden Sie es, Endivien jedes Jahr am gleichen Standort anzubauen. Halten Sie drei bis vier Jahre Abstand, und rechnen Sie dabei auch Salat, Chicorée und Radicchio mit: Sie gehören derselben Familie der Korbblütler an und teilen sich die Krankheiten im Boden. In einem Hochbeet lässt sich die Fruchtfolge leicht führen, weil die Fläche überschaubar ist – ein Zettel mit der Belegung der letzten Jahre am Geräteschuppen genügt.
Schritt 10: Nach der Ernte
Bereiten Sie das Hochbeet nach der Ernte für den nächsten Anbauzyklus vor. Entfernen Sie die Wurzelstrünke, statt sie einzuarbeiten – sie verrotten langsam und bieten Fäulniserregern Unterschlupf. Anschließend lohnt eine Gründüngung, etwa mit Feldsalat als Nutzpflanze oder mit Phacelia zum Einarbeiten. Füllen Sie im Frühjahr auf: Ein Hochbeet sackt im Lauf eines Jahres um mehrere Zentimeter, weil sich das organische Material darunter zersetzt.


