
Brokkoli im Hochbeet anbauen
Brokkoli ist nicht nur ein gesundes und schmackhaftes Gemüse, sondern lässt sich auch hervorragend in einem Hochbeet anbauen. Ein Hochbeet bietet viele Vorteile, wie verbesserte Bodenbedingungen und eine erleichterte Pflege. Folgen Sie dieser einfachen Anleitung, um erfolgreich Brokkoli in Ihrem Hochbeet anzubauen.
Brokkoli im Hochbeet anbauen - Los geht's
Schritt 1: Hochbeet vorbereiten
Sonniger Standort: Wählen Sie einen sonnigen Platz für Ihr Hochbeet, da Brokkoli viel Sonnenlicht benötigt.
Bodenmischung: Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus Gartenerde, Kompost und etwas Sand für eine gute Drainage.
Achten Sie zusätzlich auf den pH-Wert: Er sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen. Als Kohlgewächs ist Brokkoli anfällig für Kohlhernie, eine Wurzelkrankheit, die auf saurem Boden gedeiht und danach jahrelang im Beet bleibt – eine Gabe Algenkalk im Frühjahr beugt vor. Brokkoli ist ein Starkzehrer und gehört ins erste oder zweite Jahr nach dem Befüllen des Hochbeets.
Schritt 2: Brokkoli-Sorte auswählen
Wählen Sie eine Brokkoli-Sorte, die gut zu Ihrem lokalen Klima und den Jahreszeiten passt. Es gibt viele Sorten, die sich für verschiedene Wachstumsbedingungen eignen. Für das Hochbeet lohnt der Blick auf zwei Eigenschaften: Sorten mit ausgeprägter Seitentriebbildung liefern nach dem Hauptkopf über Wochen weiter kleine Röschen und nutzen den Platz damit deutlich besser als Sorten, die alles in einen Kopf legen. Und Herbstsorten sind in unseren Breiten meist verlässlicher als Frühjahrssorten, weil Brokkoli Hitze schlecht verträgt.
Schritt 3: Aussaat oder Pflanzung
Säen Sie Brokkoli direkt aus Samen oder verwenden Sie Setzlinge. Die Aussaat erfolgt in der Regel 8-10 Wochen vor dem letzten Frost im Frühjahr. Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand und die Tiefe, die auf der Verpackung angegeben sind. In der Praxis heißt das: Aussaat ab Ende Februar im Haus, Auspflanzen im April – oder für die Herbstkultur Aussaat im Juni und Auspflanzen im Juli. Der Abstand beträgt 45 bis 60 Zentimeter; in ein Hochbeet von zwei Metern Länge gehören damit drei bis vier Pflanzen. Setzen Sie sie bis zum ersten Blattpaar tief ein, dann bilden sie zusätzliche Wurzeln und stehen standfester. Die Lücken zwischen den jungen Pflanzen lassen sich gut mit Radieschen oder Pflücksalat nutzen, die abgeerntet sind, bevor der Kohl den Raum braucht.
Schritt 4: Pflege
Halten Sie das Beet feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Mulchen Sie den Boden und düngen Sie gelegentlich mit organischem Dünger. Gleichmäßige Feuchte ist bei Brokkoli der wichtigste Pflegepunkt: Trocknet die Pflanze zwischendurch aus, bildet sie einen kleinen, vorzeitigen Kopf und wächst danach kaum weiter. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als der Gartenboden, ist hier besondere Aufmerksamkeit gefragt – durchdringend gießen, mulchen und im Sommer täglich prüfen. Eine Kopfdüngung drei bis vier Wochen nach dem Pflanzen ist gut angelegt; hacken Sie dabei nur flach.
Schritt 5: Schutz vor Schädlingen
Schützen Sie junge Brokkolipflanzen mit Netzen oder Tüchern vor Vögeln und Insekten. Achten Sie auf Kohlweißlinge und andere Schädlinge und bekämpfen Sie diese bei Bedarf. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz, gleich beim Pflanzen über den Beetrand gespannt, ist die wirksamste Maßnahme überhaupt – es hält Kohlweißling, Kohlfliege und Erdflöhe zuverlässig fern, und am geraden Rand eines Hochbeets sitzt es dicht, was über einem ebenerdigen Beet kaum gelingt. Kontrollieren Sie trotzdem wöchentlich die Blattunterseiten auf die gelben Eigelege des Kohlweißlings: abgesammelt sind sie in Minuten, ausgeschlüpft fressen die Raupen eine Pflanze in wenigen Tagen kahl.
Schritt 6: Ernte
Ernten Sie den Brokkoli, wenn die Köpfe fest und kompakt sind, aber bevor die Knospen sich öffnen. Die Erntezeit kann je nach Sorte und Wachstumsbedingungen variieren. Achten Sie auf die Knospen: Sobald sich zwischen ihnen gelbe Blütenblätter zeigen, ist der Kopf überständig. Bei warmem Wetter kann das binnen zwei bis drei Tagen geschehen – kontrollieren Sie in dieser Phase täglich. Schneiden Sie den Hauptkopf mit etwa zehn Zentimetern Stiel ab und lassen Sie die Pflanze unbedingt stehen: Aus den Blattachseln treiben nun kleinere Seitenröschen nach, die sich über vier bis sechs Wochen ernten lassen. Diese zweite Ernte macht in der Summe oft mehr aus als der Hauptkopf und ist der Grund, warum Brokkoli den Platz im Hochbeet lohnt.
Schritt 7: Nachkultur
Nach der Ernte räumen Sie die Pflanzenreste aus dem Beet und bereiten Sie es für die nächste Kultur vor. Geben Sie die Strünke in den Hausmüll statt auf den Kompost – über sie verbreitet sich die Kohlhernie. Beachten Sie die Fruchtfolge: Mindestens vier Jahre sollten vergehen, bevor wieder ein Kohlgewächs auf dieselbe Fläche kommt, und dazu zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola und Senf als Gründüngung. Als Nachkultur eignen sich Feldsalat oder Spinat, die mit den Resten der Düngung auskommen. Warten Sie mit dem Abräumen aber, bis auch die Seitenröschen erschöpft sind.
Indem Sie diese Anleitung befolgen und auf die Bedürfnisse Ihrer Brokkolipflanzen achten, können Sie gesunde und schmackhafte Brokkoli in Ihrem eigenen Hochbeet anbauen.


