
Petersilienwurzeln im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Petersilienwurzeln in einem Hochbeet ist eine hervorragende Möglichkeit, frisches Gemüse in Ihrem eigenen Garten anzubauen. Diese Anleitung führt Sie durch die notwendigen Schritte, von der Vorbereitung des Hochbeets bis zur Ernte Ihrer Petersilienwurzeln.
Petersilienwurzeln im Hochbeet anbauen & los geht's
Schritt 1: Vorbereitung des Hochbeets
Standortwahl: Wählen Sie einen sonnigen Platz für Ihr Hochbeet. Der Boden sollte gut durchlässig sein. Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus Gartenerde und Kompost. Wichtig ist dabei die Tiefe: Die Petersilienwurzel – auch Wurzelpetersilie oder Hamburger Petersilie genannt – wird zwanzig bis dreißig Zentimeter lang und braucht entsprechend lockere, steinfreie Erde. Trifft sie auf einen Stein oder grobes Material, gabelt sie sich. Verwenden Sie deshalb nur reifen, feinkrümeligen Kompost und keinen frischen Mist. Als Mittelzehrer steht sie im zweiten oder dritten Jahr nach dem Befüllen richtig.
Schritt 2: Aussaatzeitpunkt
Säen Sie die Petersilienwurzelsamen im Frühjahr oder im späten Herbst direkt ins Hochbeet. Für die Frühjahrsaussaat ist März bis April der richtige Zeitraum, sobald die Erde acht bis zehn Grad erreicht hat – im Hochbeet meist ein bis zwei Wochen früher als im Gartenbeet. Früh säen lohnt sich, denn die Kultur braucht Zeit: Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen fünf bis sechs Monate. Verpflanzen lässt sich Wurzelpetersilie wegen der Pfahlwurzel nicht, sie muss an Ort und Stelle stehen bleiben.
Schritt 3: Aussaat der Samen
Säen Sie die Samen etwa 1 bis 2 Zentimeter tief mit einem Abstand von 5 bis 10 Zentimetern zwischen den Samen. Bedecken Sie die Samen leicht mit Erde. Rechnen Sie mit langsamer Keimung – drei bis vier Wochen sind normal; ein Einweichen über Nacht in lauwarmem Wasser verkürzt das spürbar. Streuen Sie ein paar Radieschen als Markiersaat dazwischen: Sie zeigen die Reihe nach wenigen Tagen an, sodass beim Hacken nichts zerstört wird, und sind längst geerntet, wenn die Petersilienwurzel Platz braucht.
Schritt 4: Bewässerung
Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie stehendes Wasser. In den drei bis vier Wochen bis zum Auflaufen darf die Oberfläche nie ganz abtrocknen – ein Vlies über der Saat hält die Feuchtigkeit und erspart mehrmaliges Gießen am Tag. Später gilt: durchdringend gießen statt täglich ein wenig. Gleichmäßigkeit ist wichtiger als Menge, denn nach einer Trockenphase gefolgt von kräftigem Guss platzen die Wurzeln auf. Ein Hochbeet trocknet schneller aus als der Gartenboden, weshalb eine Mulchschicht hier besonders lohnt.
Schritt 5: Pflege
Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und düngen Sie bei Bedarf mit einem ausgewogenen Dünger. Vereinzeln Sie zuvor auf acht bis zehn Zentimeter in der Reihe – enger stehende Pflanzen bilden nur dünne Wurzeln. Kneifen Sie die überzähligen Sämlinge ab, statt sie zu ziehen. Hacken Sie nur flach, und halten Sie sich mit Stickstoff zurück: Er treibt das Laub, nicht die Wurzel. Ein wichtiger Punkt zur Fruchtfolge: Wurzelpetersilie ist wie die Blattpetersilie mit sich selbst unverträglich. Rechnen Sie vier Jahre Pause und beziehen Sie Möhre, Sellerie, Fenchel und Dill mit ein, die zur selben Familie gehören.
Schritt 6: Ernte
Petersilienwurzeln sind erntereif, wenn das Laub im Herbst abzusterben beginnt – bei einer Aussaat im März also etwa ab Oktober. Ernten Sie sie vorsichtig, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Verwenden Sie eine Grabegabel und heben Sie die Wurzel von unten an, statt am Laub zu ziehen: Es reißt ab, und die Wurzel bleibt stecken. Wie bei Pastinake und Kohlrübe verbessert Frost den Geschmack, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt. Das Laub ist übrigens verwendbar wie gewöhnliche Petersilie, wenn auch kräftiger im Geschmack.
Schritt 7: Überwinterung
Petersilienwurzeln können oft im Hochbeet überwintern. Bei Herbst-Ernte lagern Sie die Wurzeln kühl und dunkel. Die einfachere Lösung ist, sie stehen zu lassen: Sie sind gut frosthart und lassen sich den ganzen Winter über nach Bedarf ernten, geschützt durch eine Schicht Laub, die im Hochbeet mit einem Vlies gegen Wegwehen gesichert wird. Bis März sollten sie allerdings heraus sein, denn im zweiten Jahr treibt die Pflanze einen Blütenstand und die Wurzel wird holzig. Wer räumt, lagert in Sandkisten kühl und feucht – dort halten die Wurzeln mehrere Monate.


