
Kohlrabi im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Kohlrabi in einem Hochbeet ist eine ausgezeichnete Methode, dieses nährstoffreiche und schmackhafte Gemüse in Ihrem Garten zu kultivieren. Mit der richtigen Pflege und Vorbereitung können Sie eine reiche Ernte genießen.
Kohlrabi gehört zu den dankbarsten Kulturen für ein Hochbeet: Er ist schnell, braucht wenig Platz und lässt sich mehrfach im Jahr nachsäen. Zwei Dinge entscheiden allerdings über das Ergebnis, und beide werden regelmäßig falsch gemacht – die Pflanztiefe und die Gleichmäßigkeit der Wasserversorgung. Beides steht weiter unten an seiner Stelle.
Kohlrabi im Hochbeet anbauen & los geht's
Schritt 1: Standort und Bodenbeschaffenheit
Standort wählen: Kohlrabi bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Stellen Sie sicher, dass das Hochbeet an einem Ort mit ausreichender Sonneneinstrahlung steht.
Boden vorbereiten: Der Boden im Hochbeet sollte locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein. Fügen Sie Kompost oder gut verrotteten Mist hinzu, um die Bodenqualität zu verbessern.
Kohlrabi ist ein Mittelzehrer und steht damit im zweiten oder dritten Jahr nach dem Befüllen genau richtig. In einem frisch geschichteten Beet wächst er zwar üppig, setzt die Kraft aber eher ins Blatt als in die Knolle. Zwei bis drei Liter reifer Kompost je Quadratmeter, flach eingearbeitet, genügen völlig. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist ideal; auf saurem Boden steigt das Risiko der Kohlhernie deutlich.
Schritt 2: Aussaat und Pflanzung
Aussaattermin: Kohlrabi kann ab März bis August gesät werden. Für eine frühe Ernte kann bereits ab Februar unter Glas oder im Gewächshaus vorgezogen werden.
Saatgut: Verwenden Sie qualitativ hochwertiges, krankheitsresistentes Saatgut.
Aussaat: Säen Sie die Samen etwa 1 cm tief in Reihen oder in Gruppen. Halten Sie einen Abstand von ca. 25-30 cm zwischen den Pflanzen und etwa 30-40 cm zwischen den Reihen.
Hier kommt der wichtigste Handgriff der ganzen Kultur: Setzen Sie Jungpflanzen nicht zu tief. Der Wurzelhals muss knapp über der Erdoberfläche bleiben – die Knolle ist eine oberirdische Sprossverdickung und soll auf der Erde sitzen, nicht darin. Zu tief gesetzte Pflanzen bilden kräftiges Laub und keine oder nur eine kümmerliche Knolle. Das ist mit Abstand der häufigste Grund dafür, dass Kohlrabi im Hochbeet enttäuscht. Säen Sie außerdem lieber alle drei bis vier Wochen eine kleine Portion nach, statt alles auf einmal – sonst sind zwölf Knollen gleichzeitig reif. Blaue und weiße Sorten unterscheiden sich im Geschmack kaum; blaue sind etwas robuster und später, weiße etwas schneller. Für die späte Ernte lohnt eine große Lagersorte, die auch bei zwanzig Zentimetern Durchmesser noch zart bleibt.
Schritt 3: Pflege
Wässern: Kohlrabi benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung. Vermeiden Sie Staunässe, aber lassen Sie die Erde auch nicht austrocknen.
Düngen: Verwenden Sie während der Wachstumsphase einen ausgewogenen Flüssigdünger alle zwei bis drei Wochen.
Unkrautbekämpfung: Halten Sie das Beet unkrautfrei, um Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser zu vermeiden.
Warum die Gleichmäßigkeit so betont wird, sagt der Text meist nicht: Gerät eine Kohlrabipflanze in Trockenstress und bekommt danach reichlich Wasser, platzt die Knolle auf und wird holzig. Beides ist unumkehrbar. Ein freistehendes Hochbeet trocknet von allen Seiten schneller aus als ebener Boden – gießen Sie deshalb lieber zweimal in der Woche durchdringend als jeden Abend ein wenig, und mulchen Sie ab Juni mit Stroh oder angetrocknetem Rasenschnitt. Zur Düngung: In einem Hochbeet der ersten drei Jahre ist zusätzlicher Dünger meist überflüssig. Nötig wird er erst in älteren Beeten, und dann genügt eine Gabe verdünnter Brennnesseljauche, wenn die Pflanzen etwa faustgroße Blätter haben. Hacken Sie nur flach – die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche.
Schritt 4: Schutz und Pflege
Schädlinge und Krankheiten: Achten Sie auf Schädlinge wie Kohlfliegen und Raupen. Verwenden Sie gegebenenfalls biologische Schädlingsbekämpfungsmittel.
Mulchen: Eine Mulchschicht kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkrautwachstum zu unterdrücken.
Am zuverlässigsten wirkt hier kein Mittel, sondern ein Netz. Legen Sie vom Tag der Aussaat an ein engmaschiges Kulturschutznetz auf und schließen Sie es an den Rändern dicht ab: 1,3 Millimeter Maschenweite halten Kohlweißling und Kohleule ab, 0,8 Millimeter zusätzlich die Kohlfliege und die Erdflöhe. Ein Netz, das erst nach dem Auflaufen aufgelegt wird, sperrt die Tiere unter Umständen ein statt aus. Gegen die Kohlfliege hilft alternativ eine Manschette aus Pappe oder Filz um den Wurzelhals. Erdflöhe, erkennbar an vielen kleinen Löchern im Blatt, treten vor allem bei Trockenheit auf – wer die Oberfläche feucht hält, hat kaum welche. Und beim Gießen gilt: an den Wurzelbereich, nicht über die Blätter.
Schritt 5: Ernte und Lagerung
Erntezeit: Kohlrabi ist in der Regel 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat erntereif. Die Knollen sollten fest und prall sein, bevor sie verholzen.
Ernte: Schneiden Sie die Knollen an der Basis ab, wenn sie einen Durchmesser von etwa 7-10 cm erreicht haben.
Lagerung: Kohlrabi kann im Kühlschrank für einige Wochen gelagert werden. Für eine längere Lagerung eignet sich ein kühler, dunkler Ort.
Die acht bis zehn Wochen gelten für frühe Sorten; späte und große Lagersorten brauchen zwölf bis vierzehn. Warten Sie nicht zu lange: Eine überständige Knolle wird faserig, und das lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Bei den großen Lagersorten ist das anders – sie bleiben auch bei zwanzig Zentimetern zart, das ist ihr Sortenmerkmal und keine Ausnahme. Für die Lagerung drehen Sie die Blätter ab, sobald die Knolle geerntet ist: Sie verdunsten weiter und lassen die Knolle sonst binnen Tagen schrumpeln. In ein feuchtes Tuch gewickelt hält sie im Kühlschrank zwei bis drei Wochen. Werfen Sie das Laub nicht weg – die jungen, zarten Blätter aus der Mitte schmecken wie Wirsing und lassen sich wie Spinat zubereiten.
Tipps
Beachten Sie die Fruchtfolge und vermeiden Sie es, Kohlrabi an einem Standort anzubauen, an dem vorher bereits andere Kohlarten gewachsen sind. Wählen Sie die Sorte entsprechend Ihrer gewünschten Erntezeit. Halten Sie dabei drei bis vier Jahre Anbaupause ein und rechnen Sie alle Kreuzblütler mit – also auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Steckrüben und Kresse, die man selten als Kohl wahrnimmt. Der Grund ist die Kohlhernie, ein bodenbürtiger Erreger, der Wurzelverdickungen bildet und die Pflanzen welken lässt. Er hält sich bis zu zwanzig Jahre im Boden, und im Hochbeet mit seiner kleinen, geschlossenen Fläche ist er schneller eingeschleppt als im offenen Garten. Ist er einmal da, hilft nur der vollständige Austausch der Füllung. Notieren Sie sich deshalb, was in welchem Jahr wo stand.
Als Nachbarn bewährt haben sich Salat, Spinat, Buschbohnen, Erbsen, Rote Bete und Sellerie; Zwiebeln und Lauch verstehen sich mit Kohlrabi weniger gut. Und weil er nur acht bis zehn Wochen braucht, eignet er sich gut als Zwischenkultur: Er füllt die Lücke, die im Frühjahr vor den Tomaten oder im Spätsommer nach den Erbsen entsteht.


