
Inhalt
- Was ein Auflageprofil ist – und was es nicht ist
- Warum die Oberseite die empfindlichste Stelle ist
- Zwei Bauarten: U-Profil und L-Profil
- Den Querschnitt bestimmen
- Längen und das Reihen einer Strecke
- Wie das Profil an Ort und Stelle bleibt
- Beeteinfassung und oberer Abschluss einer Sichtschutzwand
- Was ein Auflageprofil nicht leistet
- Gestaltung: worauf Cortenstahl gut aussieht
- Der erste Sommer: Ablaufspuren
- In sechs Schritten geplant
Auflageprofile aus Cortenstahl: Mauerkronen sauber abdecken
An einer Gartenmauer hält fast alles länger als ihre Oberseite. Die Flanken bekommen den Regen von der Seite, sie trocknen nach jedem Schauer wieder ab, und was an ihnen herunterläuft, bleibt nicht liegen. Die Krone dagegen ist eine waagerechte Fläche mitten im Freien. Dort sammelt sich das Wasser, dort steht es in jeder Fuge und in jeder Pore, und dort beginnt eine Mauer zu verlieren, lange bevor man ihr das ansieht.
Ein Auflageprofil aus Cortenstahl ist die Antwort darauf: eine Abdeckung, die über die Krone gelegt oder gestülpt wird, das Wasser seitlich abführt und die Oberseite zugleich zu einer sauberen, geraden Linie macht. Dieser Beitrag beschreibt, welche zwei Bauarten es gibt, wie Sie den passenden Querschnitt bestimmen, wie eine längere Strecke aufgeteilt wird, wie das Profil an Ort und Stelle bleibt – und was es ausdrücklich nicht leistet.
Was ein Auflageprofil ist – und was es nicht ist
Der Name führt gelegentlich in die Irre, deshalb steht die Klarstellung an den Anfang. Ein Auflageprofil ist eine Verkleidung für die Krone einer Mauer oder einer Einfassung. Es ist keine Holzauflage, keine Sitzfläche und keine Bank. Holz wird nicht mitgeliefert, und das Profil ist auch nicht dafür gedacht, dass sich jemand dauerhaft daraufsetzt. Sie bekommen ein gekantetes Blech aus Cortenstahl, zwei Millimeter stark, mit genau einer Aufgabe: die Oberseite eines Bauwerks abdecken.
Das klingt nach wenig und ist es nicht. Die Krone ist bei fast jeder Mauer die Stelle, die zuerst Schaden nimmt und die zugleich am meisten über den Eindruck des Ganzen entscheidet. Eine gemauerte Wand kann unten tadellos gesetzt sein und oben trotzdem unruhig wirken, weil die letzte Steinlage nicht mehr aufging oder weil die Steine dort geschnitten werden mussten. Ein Profil legt sich über genau diese Zone: Es deckt ab, was nicht schön geworden ist, und schützt, was ohne Schutz nicht alt wird – ohne Mörtel, ohne Beton und in aller Regel ohne Maschine.
Gefertigt wird in Deutschland. Die Profile werden in festen Querschnitten und Längen geführt, und genau deshalb entscheidet das Messen über das Ergebnis: Sie wählen nicht ein Maß, sondern den Querschnitt, der zu Ihrer Mauer passt. Ein Profil, das an einer Stelle zu eng ist, nützt auf der übrigen Strecke nichts. Umso wichtiger ist es, vor der Bestellung sauber zu messen – wie, steht weiter unten.
Warum die Oberseite die empfindlichste Stelle ist
Wasser ist auf einer senkrechten Fläche ein Gast und auf einer waagerechten ein Bewohner. Dieser Unterschied entscheidet, wie lange eine Mauer hält: An der Flanke läuft der Regen ab, auf der Krone bleibt er stehen, sickert ein und wandert in das Gefüge. Bei Beton und Naturstein ist es dann der Frost, der daraus einen Schaden macht. Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, und was sich in einer Pore ausdehnt, sprengt sie. Ein einzelner Frost tut nichts. Aber ein Winter mit dreißig oder vierzig Wechseln zwischen Tauwetter und Nachtfrost arbeitet Jahr für Jahr an derselben Stelle. Man sieht es zuerst als feines Absanden der Oberfläche, dann als abplatzende Schalen, zuletzt an den Fugen, die auswaschen.
Bei einer Mauer aus Holz – einer Palisadenreihe, einer Bohlenwand, einer hölzernen Beeteinfassung – geht es schneller und beginnt an derselben Stelle. Die Kappe fault zuerst, weil sie das Wasser hält und weil das Hirnholz an der Schnittfläche offen liegt. Eine Bohle, die an den Flanken noch tadellos ist, kann oben bereits weich sein.
Ein Auflageprofil greift beide Fälle an derselben Stelle an. Es nimmt die waagerechte Fläche aus dem Regen: Das Wasser läuft über das Blech zur Seite und tropft erst an der Unterkante der Schenkel ab, also ein Stück unterhalb der Krone. Einen weit vorstehenden Tropfrand, wie ihn eine gemauerte Abdeckplatte hat, bildet das Profil dabei nicht – die Auflage ist so breit wie die Mauer, sonst säße sie nicht sauber. Die Flanke bekommt also weiterhin Regen; entscheidend ist, dass die Krone selbst und die Fugen darunter trocken bleiben. Die Krone bleibt trockener, die Frostwechsel finden weniger Wasser vor, und die Fugen unter der Abdeckung werden nicht mehr bespült. Dazu kommt der zweite, unbescheidenere Zweck: Eine Krone, die nicht sauber geworden ist, verschwindet darunter – die geschnittene Steinlage ebenso wie die Betonschalung, die oben eine Kante hinterlassen hat. Zurückgebaut werden muss dafür nichts.
Zwei Bauarten: U-Profil und L-Profil
Es gibt zwei Ausführungen, beide aus zwei Millimeter starkem Cortenstahl, und die Wahl zwischen ihnen ist keine Geschmacksfrage; sie ergibt sich daraus, von wie vielen Seiten die Mauer gesehen wird. Das U-Profil wird über die Mauer gestülpt. Es deckt die Oberseite und beide Seiten ab, sitzt also wie eine Kappe auf der Krone. Das ist der Fall bei einer freistehenden Mauer – einer Gartenmauer zwischen zwei Flächen, einer Beeteinfassung mitten im Garten, einer Terrassenkante, um die man herumgeht. Überall dort, wo beide Flanken sichtbar sind, wäre eine einseitige Abdeckung eine halbe Lösung: von der einen Seite das Profil, von der anderen die nackte Oberkante der Mauer und die Blechunterkante darüber.
Das L-Profil deckt die Oberseite und eine Seite ab. Es ist der Winkel, der auf der Krone liegt und nur nach vorn herunterreicht. Gebraucht wird er überall dort, wo die Rückseite gar nicht in Erscheinung tritt: bei einer Mauer, die hinten an Erdreich anschließt, bei einer Stützmauer, hinter der das Gelände ansteigt, bei einer Einfassung, die an eine Hecke oder an eine Hauswand stößt. Ein zweiter Schenkel wäre dort nicht nur überflüssig – er müsste hinten in die Erde oder in das Wurzelwerk gedrückt werden und säße schlechter als ein Winkel, der nur die sichtbare Seite fasst.
Beim L-Profil fällt die Entscheidung vor dem Kauf
Hier kommt ein Punkt hinzu, der leicht übersehen wird und sich später nicht mehr geradebiegen lässt: Sie müssen vor der Bestellung festlegen, welche Seite sichtbar bleibt. Ein L-Winkel ist nicht symmetrisch. Umgedreht, damit der Schenkel auf die andere Seite kommt, steht er auf dem Kopf – der Schenkel zeigt nach oben statt nach unten, und die Auflage liegt nicht mehr auf der Krone.
Bei einer geraden Mauer ist das schnell entschieden. Bei einer Mauer mit einem Eck lohnt es sich, den Verlauf einmal aufzuzeichnen und mit einem Pfeil zu markieren, von wo aus Sie die Anlage betrachten. Und wenn eine Mauer tatsächlich von beiden Seiten gesehen wird, auch wenn die zweite nur der Weg zum Kompost ist, dann ist das U-Profil die ehrlichere Wahl. Ein Fall, der öfter vorkommt als gedacht: Die Rückseite ist beim Bau verdeckt, weil dort eine Hecke steht – und drei Jahre später wird die Hecke herausgenommen.
Den Querschnitt bestimmen
Die Querschnittsangabe beschreibt, wie das Blech gekantet ist. Sie liest sich in Zentimetern und in der Reihenfolge, in der das Profil aufgebaut ist. Beim U-Profil stehen drei Zahlen: Schenkel, Auflage, Schenkel – zum Beispiel 7/10/7. Die mittlere Zahl ist die Breite der Auflage, also des Teils, der oben auf der Mauer liegt; sie muss zur Mauerbreite passen. Die beiden äußeren Zahlen sind die Schenkel und bestimmen, wie weit das Profil an den Flanken herunterreicht. Zwanzig Querschnitte sind im Programm, mit Auflagebreiten von fünf bis fünfzehn Zentimetern. Die beiden Schenkel sind dabei nicht immer gleich lang. Neben den symmetrischen Ausführungen wie 5/6/5, 7/10/7 oder 10/15/10 gibt es solche mit einem kurzen und einem langen Schenkel: 4/10/15 greift auf der einen Seite vier, auf der anderen fünfzehn Zentimeter herunter. Das ist gedacht für Mauern, bei denen eine Flanke frei steht und die andere weiter nach unten verkleidet werden soll. Beim L-Profil stehen nur zwei Zahlen: Schenkel und Auflage, zum Beispiel 6/10. Hier ist die zweite Zahl die Breite der Auflage, die erste der herunterreichende Schenkel; sechzehn Querschnitte sind im Programm, mit Auflagebreiten von sechs bis zwanzig Zentimetern und Schenkeln von drei bis zehn Zentimetern.
Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Ihre Mauer steht frei, ist von beiden Seiten sichtbar, und das größte Maß, das Sie oben auf der Krone messen, beträgt 9,6 Zentimeter. Gesucht ist dann ein U-Profil, dessen Auflage zehn Zentimeter breit ist – und weil die Mauer von beiden Seiten gesehen wird, eines mit zwei gleich langen Schenkeln. Das ist 7/10/7. Die Auflage deckt die Krone vollständig, und die beiden Schenkel greifen sieben Zentimeter weit an den Flanken herunter. Damit sitzt die Kappe stabil, das Wasser tropft neben der Mauer ab, und Sie sehen von jeder Seite dieselbe sieben Zentimeter hohe Cortenstahlkante. Stünde dieselbe Mauer mit einer Flanke an einer Böschung, käme auch eines der Profile mit ungleichen Schenkeln in Frage.
Wer an derselben Mauer weniger Blech zeigen möchte, nimmt kürzere Schenkel; wer mehr Wirkung sucht, längere. Die Schenkellänge ist der Teil der Entscheidung, der wirklich Geschmackssache ist – solange sie lang genug bleibt, um das Profil sicher zu führen, die oberste Steinlage zu decken und die Abtropfkante ein Stück von der Krone wegzurücken. Vier Zentimeter Blech an einer sechzig Zentimeter hohen Mauer wirken wie eine schmale Randleiste, zehn Zentimeter wie ein Abschluss.
Eine gemauerte Wand ist nie überall gleich breit
Der Punkt, an dem eine Bestellung am häufigsten schiefgeht, ist das Messen. Auf dem Papier hat die Mauer zehn Zentimeter. In Wirklichkeit hat sie an einer Stelle 9,8 und an einer anderen 10,4, weil ein Stein etwas vorsteht, weil eine Fuge dicker ausfiel oder weil sich die Schalung beim Betonieren um ein paar Millimeter gebaucht hat. Bei Bruchstein und bei alten Mauern sind die Abweichungen größer.
Messen Sie deshalb an mehreren Stellen – an beiden Enden, in der Mitte und zusätzlich überall dort, wo die Mauer sichtbar aus der Flucht läuft, jeweils ganz oben auf der Krone und nicht auf halber Höhe. Für die Bestellung zählt nicht der Mittelwert, sondern das größte gemessene Maß. Prüfen Sie dabei, ob auf der Krone noch Mörtelnasen, Fugenreste oder alte Ankerreste stehen: Die zählen zur Breite dazu, solange sie nicht abgeschlagen sind.
Ein Millimeter Luft ist besser als ein Millimeter Presspassung. Ein Profil, das an einer einzigen Stelle zu eng ist, lässt sich dort nicht aufschieben, und dann nützt es auf den übrigen vier Metern nichts. Liegt Ihr größtes Maß zwischen zwei Querschnitten, nehmen Sie den größeren. Das kleine Spiel, das dabei entsteht, verdeckt der Schenkel; ein zu enges Profil dagegen lässt sich nur noch aufbiegen, und aufgebogener Cortenstahl behält eine sichtbare Delle an der Kante.
Längen und das Reihen einer Strecke
Die Profile werden in 100, 150 und 200 Zentimetern Länge gefertigt. Es ist ein modulares System: Eine längere Mauer bekommt keine durchgehende Abdeckung, sondern eine Reihe von Profilen, die aneinandergesetzt werden. Das hat denselben praktischen Grund wie bei den Stützmauern – ein Blech von sechs Metern verwindet sich beim Tragen, lässt sich zu zweit nicht sauber aufsetzen und kommt so kaum unbeschädigt an.
Eine Mauer von 5,20 Metern lässt sich als zwei Mal 200 plus einmal 100 aufteilen, dann bleiben zwanzig Zentimeter; oder als 200 plus 150 plus 150, dann bleiben ebenfalls zwanzig. Das Reststück wird auf Maß gekürzt – bei zwei Millimeter starkem, gekantetem Blech mit dem Winkelschleifer und einer dünnen Trennscheibe, weil eine Blechschere um den gekanteten Querschnitt nicht herumkommt – und danach entgratet, weil die Schnittkante scharf ist. Die frische Kante bleibt zunächst blank und braucht wie das übrige Blech ihre Zeit, bis sie farblich mitgeht.
Legen Sie die Stoßfuge nicht über eine Mauerfuge. Wenn zwei senkrechte Linien im selben Punkt übereinanderliegen, betont eine die andere, und die Stelle wird zur auffälligsten der ganzen Mauer. Um eine Handbreit versetzt, liest das Auge zwei unabhängige Ereignisse statt einer Naht durch das ganze Bauwerk. Dasselbe gilt für Pfosten, für Pfeiler und für die Stöße einer Sichtschutzwand darunter.
Beginnen Sie am sichtbarsten Ende. Das erste volle Profil gehört dorthin, wo man am häufigsten steht – an den Zugang, an die Terrasse, in die Blickachse vom Haus aus. Dann wandert das gekürzte Stück ans andere Ende, dorthin, wo die Mauer an die Hecke stößt oder um die Ecke verschwindet. Wer in der Mitte anfängt, hat am Schluss zwei angeschnittene Stücke. Und spannen Sie sich für eine längere Reihe eine Schnur: Die Profile richten sich nicht selbst aus, und eine Kante, die über fünf Meter um einen Zentimeter wandert, fällt von der Seite sofort auf – gerade weil die Cortenstahllinie so gerade ist.
Wie das Profil an Ort und Stelle bleibt
Zunächst einmal durch sich selbst. Ein U-Profil hält zunächst durch sich selbst: Die Auflage liegt mit ihrem Eigengewicht auf der Krone, und die beiden Schenkel führen es seitlich, so dass es nicht verrutschen kann. Eine Klemmung im eigentlichen Sinn ist das nicht – gekantetes Blech federt kaum, und ein Profil, das sich auf die Mauer aufpressen ließe, wäre zu eng gewählt. Ein L-Profil hat diese Klemmung nicht, es liegt auf und lehnt sich mit dem Schenkel an eine Flanke. Auf einer geschützten Mauer ohne besondere Beanspruchung genügt das häufig.
Häufig heißt nicht immer, und hier gehört eine klare Aussage hin. Festgesetzt gehört das Profil überall dort, wo Wind angreift oder wo Menschen sich daran festhalten. Eine freistehende Mauer in offener Lage, ein Grundstücksrand zum Feld hin, der obere Abschluss einer Sichtschutzwand: Dort wirkt an einem Blech mit Schenkeln ein Hebel, und ein Sturm findet ihn. Und überall, wo Kinder spielen, ist eine Mauerkrone in Griffhöhe eine Aufstiegshilfe – ein Profil, das sich unter einer ziehenden Hand löst, ist gefährlicher als gar keines.
Kleben auf der Krone. Die Unterseite der Auflage wird mit einem für Metall und mineralischen Untergrund geeigneten Konstruktionsklebstoff auf die Mauer gesetzt, in Raupen längs statt flächig, damit Feuchtigkeit unter dem Profil noch entweichen kann. Der Untergrund muss tragfähig, sauber und trocken sein – auf einer absandenden Betonkrone hält der Kleber am Sand, und der Sand hält an nichts. Diese Lösung bleibt von außen unsichtbar und ist die richtige, wenn die Mauer nicht angebohrt werden soll.
Verschrauben durch den Schenkel. Durch den herunterreichenden Schenkel wird in die Mauerflanke gebohrt und mit einem zum Untergrund passenden Dübel verschraubt. Das hält am sichersten, ist wieder lösbar und lässt sich auch nachträglich anbringen, wenn der Wind stärker zieht als gedacht. Der Preis dafür ist ein sichtbarer Schraubenkopf; setzen Sie ihn deshalb nach Möglichkeit auf die unauffällige Seite oder dicht über die untere Schenkelkante. Was auch immer Sie wählen: Die Befestigung gehört an die Enden der Reihe und an die Stöße, nicht in die Mitte eines Profils. Die Enden hebt ein Windstoß zuerst an, und ein gesicherter Stoß hält gleich zwei Stücke.
Beeteinfassung und oberer Abschluss einer Sichtschutzwand
Zwei weitere Anwendungen stehen ausdrücklich im Produkttext und unterscheiden sich vom klassischen Mauerfall. An einer Beeteinfassung übernimmt das Profil eine Aufgabe, die mit Wasser nur mittelbar zu tun hat. Eine Einfassung aus Beton, Stein oder Holz hat oben eine Kante, an der Erde hängen bleibt, an der beim Jäten die Hand entlangfährt und die bei einer älteren Einfassung meist die unruhigste Stelle ist. Ein Profil darüber macht daraus eine durchgehende Linie – und, was im Beet mehr zählt, eine Kante ohne Rauheit. Wo Sie regelmäßig hantieren, ist das ein spürbarer Unterschied, kein bloß optischer.
Am oberen Abschluss einer Sichtschutzwand geht es um die Silhouette. Eine Wand, die gegen den Himmel steht, wird ganz von ihrer Oberkante her gelesen; jede Unregelmäßigkeit dort fällt auf, weil sie im Gegenlicht steht. Ein durchlaufendes Profil bindet gereihte Elemente zu einer Linie zusammen und nimmt der Wand die Anmutung von aneinandergestellten Einzelteilen. Wie eine solche Wand aufgebaut ist, welche Falzungen ihr die Formstabilität geben und warum sie selbst nicht einbetoniert wird, steht im Beitrag über Sichtschutzwände aus Cortenstahl.
Die dritte im Produkttext genannte Anwendung ist die Terrassenkante. Dort liegt der Nutzen wieder beim Wasser und zusätzlich beim Belag: Eine abgedeckte Kante wäscht nicht aus, und der Übergang von der Terrassenfläche zur Flanke bekommt eine klare Trennung statt einer ausfransenden Fuge.
Was ein Auflageprofil nicht leistet
Ein Profil verbessert die Statik der Mauer darunter nicht. Zwei Millimeter Blech, die lose oder geklebt auf einer Krone liegen, tragen nichts und halten nichts zusammen. Eine Mauer, die sich bewegt, bewegt sich mit Abdeckung weiter – nur sieht man es später, weil das Blech die Risse in der obersten Lage zunächst verdeckt. Risse, eine Neigung oder aufgehende Fugen sind ein Fall für den Unterbau und nicht für eine Abdeckung. Woran es bei einer Mauer im Hang typischerweise liegt – Bett, Verankerung, Drainage –, beschreibt der Beitrag "Stützmauern aus Cortenstahl: Hänge sichern und Ebenen schaffen".
Es macht aus einer nassen Mauer keine trockene. Feuchtigkeit, die von unten aufsteigt oder seitlich aus dem Erdreich eindringt, erreicht die Krone unabhängig davon, was oben liegt. Das Profil nimmt den Eintrag von oben weg, und das ist bei den meisten Gartenmauern der Hauptanteil – aber es ist keine Sperrschicht und ersetzt auch keine.
Es folgt keiner Rundung. Die Profile sind gerade Stücke; über einen geschwungenen Mauerverlauf lassen sie sich nicht ziehen, und an einer Ecke treffen zwei gerade Stücke aufeinander, wo ohne Gehrungsschnitt eine keilförmige Fuge offen bleibt. Wenn Ihre Anlage Rundungen oder Ecken hat, klären Sie diese Stellen vor der Bestellung und nicht erst beim Auflegen. Und es ist keine Trittfläche und keine Sitzbank. Ein Blech, dessen Auflage zehn Zentimeter breit ist, ist zum Daraufstellen weder gedacht noch geeignet, und die Schenkel geben unter einer Punktlast nach. Wer sich auf einer Mauerkrone niederlassen möchte, braucht eine Mauer, die dafür gebaut ist, und eine Auflage, die dafür gemacht ist.
Und die Patina braucht Wechsel. Cortenstahl bildet seine schützende Rostschicht über ein bis drei Jahre aus, und er braucht dafür den Wechsel von nass und trocken; beides muss vorkommen. Eine Krone, die ständig unter dichtem Laub liegt, unter einem überhängenden Nadelgehölz oder in einer schattigen Ecke, in der nach dem Regen nichts abtrocknet, bekommt keine gleichmäßige Patina, sondern Flecken und dunkle Zonen. Dauerhafte Trockenheit unter einem weiten Dachüberstand ist dasselbe Problem von der anderen Seite: Ohne Nässe bildet sich die Schicht ebenso wenig. Praktisch heißt das: Laub im Herbst herunternehmen und überhängende Äste dort auslichten, wo ohnehin nie Licht hinkommt. Das ist keine Pflege – die braucht Cortenstahl nicht –, sondern die Bedingung dafür, dass er sich gleichmäßig entwickelt.
Gestaltung: worauf Cortenstahl gut aussieht
Cortenstahl ist eine warme, rotbraune Farbe mit einer matten, leicht rauen Oberfläche. Was daneben liegt, entscheidet darüber, ob er wirkt oder untergeht. Der häufigste und zugleich wirksamste Fall ist Cortenstahl auf grauem Beton: warm gegen kühl, matt gegen mineralisch, eine schmale Linie gegen eine große Fläche. Der Kontrast trägt, ohne laut zu sein. Dasselbe gilt für hellgrauen Kalkstein, für Sichtbeton und für graue Betonwerksteine – eine graue Mauer mit rotbrauner Krone wirkt gefasst, so wie ein Bild im Rahmen.
Schwieriger wird es auf rotem Klinker. Dort treffen zwei warme Töne aufeinander, die sich in der Helligkeit oft kaum unterscheiden. Das Ergebnis ist nicht hässlich, aber kraftlos: Die Kante hört auf, eine Kante zu sein, und die Mauer verliert oben ihren Abschluss. Wenn Sie es dennoch möchten, hilft ein längerer Schenkel, denn eine breitere Blechfläche setzt sich eher ab als ein schmaler Streifen. Umgekehrt kommt Cortenstahl auf hellem, gelblichem oder anthrazitfarbenem Klinker gut zur Geltung.
Auf Holz hängt es vom Zustand ab. Auf frischem, noch rötlichem Lärchen- oder Douglasienholz konkurrieren die Töne ähnlich wie beim Klinker. Auf vergrautem Holz dagegen ist es einer der ruhigsten Zusammenklänge, die der Garten hergibt – und weil Holz genau dort vergraut, wo es dem Wetter am meisten ausgesetzt ist, hat sich diese Frage nach zwei Jahren oft von selbst erledigt.
Eine Beobachtung aus der Praxis kommt hinzu: Eine Cortenstahlkrone verträgt Wiederholung. Steht im selben Garten noch ein Hochbeet, eine Einfassung oder eine Stützmauer aus demselben Material, verbindet die gemeinsame Farbe Teile, die sonst nebeneinanderher stehen würden. Ein einzelnes Cortenstahlteil ist ein Akzent, drei sind ein Gedanke.
Der erste Sommer: Ablaufspuren
Solange sich die Patina bildet, wäscht der Regen feine Rostpartikel ab. Bei einer Mauerabdeckung ist das wichtiger als bei fast jedem anderen Bauteil, weil das Wasser über das Profil läuft und genau dort abtropft, wo Sie hinsehen: an der Flanke der Mauer und auf dem, was am Fuß liegt. Auf Rasen, auf Rindenmulch oder auf Kies ist das ohne Belang. Auf hellem Naturstein, auf einer Terrasse aus hellem Beton oder auf einer weiß geschlämmten Wand hinterlässt es Spuren, die in den ersten Monaten deutlich sind und sich später nicht mehr vollständig herauswaschen.
Zwei Wege helfen. Entweder Sie nehmen die Anlaufzeit vorweg und lassen das Profil vor dem endgültigen Setzen einige Wochen im Freien liegen, an einer Stelle, an der die Spuren nichts ausmachen. Oder Sie planen unten eine Kiesfuge, einen Streifen Splitt oder eine Pflanzung ein, die das Abtropfwasser aufnimmt. Die zweite Lösung ist die dauerhaftere, weil auch eine ausgereifte Patina bei starkem Regen noch etwas abgibt, wenn auch sehr viel weniger als am Anfang.
In sechs Schritten geplant
Erstens die Seiten klären, zweitens die Breite messen. Sehen Sie beide Flanken der Mauer oder nur eine? Beide bedeuten U-Profil, eine bedeutet L-Profil – und denken Sie dabei zehn Jahre voraus, nicht nur an den heutigen Zustand des Gartens. Danach wird gemessen: an beiden Enden, in der Mitte und an jeder auffälligen Stelle, jeweils ganz oben auf der Krone. Notieren Sie das größte Maß, nicht den Durchschnitt.
Drittens den Querschnitt wählen, viertens die Strecke aufteilen. Die Auflage richtet sich nach dem größten gemessenen Maß, im Zweifel eine Nummer größer; die Schenkellänge danach, wie viel Blech an der Flanke zu sehen sein soll und wie weit das Profil an der Flanke geführt werden soll. Anschließend zerlegen Sie die Gesamtlänge in Stücke zu 200, 150 und 100 Zentimetern, legen das Reststück ans unauffällige Ende und prüfen, dass keine Stoßfuge über einer Mauerfuge, einem Pfeiler oder einem Elementstoß darunter landet.
Fünftens die Befestigung entscheiden, sechstens die Umgebung ansehen. Windlage, Kinder, Zugänglichkeit: Trifft eines davon zu, gehört das Profil gesetzt und nicht nur gelegt, und der passende Klebstoff oder das passende Befestigungsmaterial gehört zur Planung, auch wenn beides nicht mitgeliefert wird. Und zuletzt der Blick auf das Umfeld – was unter der Mauer liegt, was daneben steht, wie viel Licht und Luft die Krone bekommt. Daraus ergibt sich, ob eine Kiesfuge nötig ist und ob die Patina eine Chance hat, gleichmäßig zu werden.
Für eine Anfrage genügen uns vier Angaben: die Bauart, die Breite der Mauerkrone, die gewünschte Schenkellänge und die Gesamtstrecke. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Mauer wirklich überall gleich breit ist, schreiben Sie uns die einzelnen Messwerte einfach dazu – daraus lässt sich der passende Querschnitt zuverlässiger ableiten als aus einer gerundeten Zahl.


