
Zucchini im Hochbeet anbauen
Zucchini sind eine beliebte Gemüsesorte, die sich hervorragend für den Anbau in Hochbeeten eignet. Sie benötigen relativ wenig Pflege, liefern eine reiche Ernte und können auch in kleineren Gärten erfolgreich kultiviert werden. Folgen Sie diesen Schritten, um Zucchini in Ihrem Hochbeet anzubauen.
Zucchini im Hochbeet anbauen & los geht's
Schritt 1: Hochbeet vorbereiten
Sonniger Standort: Stellen Sie sicher, dass das Hochbeet an einem Ort mit viel Sonnenlicht steht.
Boden: Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus hochwertiger Gartenerde und Kompost.
Zucchini sind ausgesprochene Starkzehrer und gehören damit ins erste Jahr nach dem Befüllen, wenn das Beet noch am nährstoffreichsten ist. Eine einzelne Pflanze braucht rund einen halben Quadratmeter Standfläche – planen Sie sie deshalb an den Rand des Hochbeets, damit die großen Blätter über die Kante hängen können und die Mitte für anderes frei bleibt.
Schritt 2: Samen oder Setzlinge wählen
Verwenden Sie entweder direkt Zucchinisamen oder pflanzen Sie Setzlinge. Wenn Sie Samen verwenden, folgen Sie den Anweisungen auf der Verpackung. Direkt gesät wird ab Mitte Mai, zwei bis drei Zentimeter tief und mit zwei Körnern je Stelle, von denen später das schwächere entfernt wird. Wer früher ernten möchte, zieht ab Mitte April auf der Fensterbank vor. Achten Sie auf die Wuchsform: Buschige Sorten bleiben kompakt und sind fürs Hochbeet die bessere Wahl, rankende brauchen deutlich mehr Platz.
Schritt 3: Pflanzabstand beachten
Halten Sie einen Abstand von 60-90 cm zwischen den Pflanzen, damit sie genügend Platz zum Wachsen haben. Für ein übliches Hochbeet heißt das in der Praxis: eine Pflanze, höchstens zwei. Das klingt wenig, reicht aber – eine gesunde Zucchinipflanze liefert über den Sommer zwanzig Früchte und mehr. Zu eng gesetzte Pflanzen beschatten sich gegenseitig, die Luft steht zwischen den Blättern, und Mehltau ist dann nur eine Frage der Zeit.
Schritt 4: Bewässerung
Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Gießen Sie dabei immer direkt an die Wurzel und niemals über das Laub: Zucchini sind anfällig für Echten Mehltau, und nasse Blätter sind die Eintrittskarte dafür. Der Wasserbedarf ist beträchtlich – bei Hitze rechnen Sie mit zehn bis zwanzig Litern je Pflanze und Woche. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als der gewachsene Boden, gießen Sie lieber seltener und dafür durchdringend als täglich ein wenig.
Schritt 5: Düngung
Fügen Sie organischen Dünger oder Kompost hinzu, um die Nährstoffe zu gewährleisten. Bei einem Starkzehrer wie der Zucchini darf das alle zwei bis drei Wochen geschehen, sobald die ersten Früchte ansetzen. Bewährt haben sich verdünnte Brennnessel- oder Beinwelljauche und eine Handvoll reifer Kompost, flach eingearbeitet. Lässt die Pflanze bei ausreichender Wassergabe die Blätter hängen und bleiben die Früchte klein, fehlt es meist an Stickstoff.
Schritt 6: Mulchen
Mulchen Sie den Boden, um Feuchtigkeit zu bewahren und Unkraut zu unterdrücken. Angetrockneter Rasenschnitt in dünner Lage oder Stroh eignen sich gut. Der Mulch hat bei Zucchini noch einen zweiten Zweck: Die Früchte liegen auf der Erde, und eine trockene Unterlage verhindert, dass sie an der Auflagefläche faulen. Frischen Rasenschnitt nicht dick auftragen – er verdichtet und beginnt zu stinken.
Schritt 7: Kletterhilfen (optional)
Unterstützen Sie die Pflanzen mit Gittern oder Kletterhilfen, um Platz zu sparen. Zucchini ranken allerdings nicht von selbst, sie haben keine Ranken zum Festhalten – Sie müssen den Haupttrieb an einem kräftigen Stab oder Gitter anbinden. Das lohnt vor allem bei rankenden Sorten und im kleinen Hochbeet: Aufrecht geführt bleibt das Laub trockener, was dem Mehltau vorbeugt, und die Früchte hängen frei und sauber.
Schritt 8: Pflege der Pflanzen
Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und kontrollieren Sie die Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten. Schneiden Sie ältere, bodennahe Blätter heraus, sobald die Pflanze kräftig ist – das bringt Licht und Luft an die Fruchtansätze. Zeigt sich auf den Blättern ein weißer, abwischbarer Belag, ist es Echter Mehltau; befallene Blätter abnehmen und entsorgen, nicht kompostieren. Setzen bei kühlem Wetter keine Früchte an, fehlt die Bestäubung: Übertragen Sie mit einem Pinsel Pollen aus einer männlichen Blüte (schlanker Stiel) auf eine weibliche (mit kleinem Fruchtansatz darunter).
Schritt 9: Erntezeitpunkt
Ernten Sie die Zucchini, wenn sie etwa handgroß sind, um eine kontinuierliche Produktion zu fördern. Fünfzehn bis zwanzig Zentimeter sind ideal; alle zwei bis drei Tage durchgehen lohnt sich, denn die Früchte legen erstaunlich schnell zu. Große Exemplare werden holzig und kernig, und vor allem stellt die Pflanze die Blütenbildung ein, sobald eine Frucht ausreift. Wichtig zur Sicherheit: Schmeckt eine Zucchini bitter, gehört sie in den Müll und nicht auf den Teller – der Bitterstoff Cucurbitacin ist giftig. Er tritt vor allem bei selbst gewonnenem Saatgut auf, weshalb Sie Zucchinisamen nicht selbst nachbauen sollten.
Schritt 10: Nachsaat
Pflanzen Sie alle paar Wochen neue Samen oder Setzlinge, um die Ernte zu verlängern. Sinnvoll ist das bis etwa Anfang Juli – später gesäte Pflanzen kommen nicht mehr zum Tragen. In der Praxis genügt oft eine zweite Pflanze Ende Juni als Ersatz, falls die erste dem Mehltau erliegt. Räumen Sie erschöpfte Pflanzen zügig ab und füllen Sie die Lücke mit Feldsalat oder Spinat für den Herbst.


