
Erbsen im Hochbeet anbauen
Die Kultivierung von Erbsen in einem Hochbeet bietet zahlreiche Vorteile, darunter verbesserte Drainage und Bodenqualität. Folgen Sie dieser einfachen Anleitung, um in Ihrem Garten erfolgreich Erbsen anzubauen. Ein Vorzug kommt hinzu, der bei keiner anderen Kultur so deutlich ausfällt: Erbsen leben in Gemeinschaft mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, die Stickstoff aus der Luft binden. Sie versorgen sich damit weitgehend selbst und hinterlassen den Boden angereicherter, als sie ihn vorgefunden haben – im Hochbeet, dessen Nährstoffvorrat mit den Jahren zur Neige geht, ist das ein handfester Gewinn.
Erbsen im Hochbeet anbauen – Los geht's
Schritt 1: Auswahl des Hochbeets
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hochbeet ausreichend tief ist, um den Wurzeln genügend Raum zu bieten. Ein Hochbeet mit einer Höhe von mindestens 30 cm ist empfehlenswert. Es sollte an einem sonnigen Standort platziert werden, da Erbsen volle Sonneneinstrahlung bevorzugen. Bedenken Sie beim Platz auch die Höhe der Pflanzen: Selbst niedrige Sorten werden einen halben Meter hoch, Stangenerbsen bis zu zwei Meter – zusammen mit der Beethöhe steht das Rankgerüst dann fast drei Meter über dem Boden. Setzen Sie die Reihe deshalb an die Nordseite, sonst beschattet sie alles andere im Beet.
Schritt 2: Bodenvorbereitung
Füllen Sie das Hochbeet mit einer guten Gemüseerde oder einer Mischung aus Gartenerde und Kompost. Der Boden sollte gut durchlässig und fruchtbar sein. Optional können Sie organischen Dünger hinzufügen, um die Erbsen mit Nährstoffen zu versorgen. Halten Sie sich damit allerdings deutlich zurück. Erbsen sind Schwachzehrer, und eine kräftige Stickstoffgabe schadet doppelt: Sie treibt üppiges Kraut auf Kosten der Hülsen, und sie bremst die Knöllchenbakterien, die ihre Arbeit einstellen, sobald reichlich Stickstoff im Boden ist. Erbsen stehen deshalb am besten im dritten Jahr nach dem Befüllen, wenn die Starkzehrer den Vorrat aufgezehrt haben. Ein pH-Wert zwischen 6 und 7 ist ideal; auf saurem Boden arbeiten die Knöllchenbakterien schlecht.
Schritt 3: Aussaatzeitpunkt
Erbsen sind kälteresistent und können früh im Frühling gesät werden. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ist normalerweise im März oder April, je nach lokalem Klima. Maßgeblich ist die Bodentemperatur: Ab etwa fünf bis acht Grad keimen Erbsen zuverlässig, und leichte Fröste vertragen die jungen Pflanzen später ohne Schaden. Ein Hochbeet erreicht diesen Wert ein bis zwei Wochen früher als der Gartenboden, weil die freistehende Füllung sich schneller erwärmt – die frühe Aussaat ist hier also leichter als ebenerdig. Späte Sätze bis Mitte Mai sind möglich, kommen aber in die Hitze und werden anfälliger für Mehltau; Erbsen sind eine Kultur des kühlen Frühjahrs.
Schritt 4: Aussaat
Legen Sie die Erbsensamen in Reihen im Hochbeet aus. Der Abstand zwischen den Reihen sollte etwa 45-60 cm betragen. Setzen Sie die Erbsensamen in einer Tiefe von etwa 3-5 cm in den Boden, abhängig von der Sorte. Diese Reihenabstände gelten für den Anbau im Feld, wo zwischen den Reihen gehackt und gefahren wird. Auf der begrenzten Fläche eines Hochbeets sät man enger: dreißig bis vierzig Zentimeter zwischen den Reihen genügen, in der Reihe drei bis fünf Zentimeter von Korn zu Korn. Bewährt hat sich die Doppelreihe – zwei Reihen im Abstand von etwa zehn Zentimetern beiderseits eines Rankgitters, sodass die Pflanzen von beiden Seiten hineinwachsen. Vom oft empfohlenen Einweichen der Samen über Nacht ist eher abzuraten: Erbsen nehmen dabei rasch Wasser auf, und die Keimblätter platzen. Decken Sie die frische Saat mit einem Netz ab, sonst holen sich Tauben und Amseln die Körner, bevor sie auflaufen.
Schritt 5: Pflege
Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, besonders während der Keimung und während der Wachstumsperiode. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da Erbsen empfindlich auf zu nasse Bedingungen reagieren. Mulchen Sie das Hochbeet, um Feuchtigkeit zu speichern und Unkrautwachstum zu reduzieren. Stellen Sie gegebenenfalls Stützen oder Gitter bereit, um den Erbsen beim Wachsen Halt zu bieten. Der Wasserbedarf ist dabei ungleich verteilt: Vor der Blüte gießen Sie sparsam, sonst wächst die Pflanze ins Kraut. Ab dem Aufblühen und während der Hülsenbildung braucht sie dagegen gleichmäßig Wasser – Trockenheit in dieser Phase lässt die Blüten fallen und die Hülsen leer bleiben. Eine Rankhilfe brauchen übrigens auch die niedrigen Sorten, die als „ohne Stütze" verkauft werden: Ein Reisiggitter oder ein gespanntes Netz von einem halben Meter Höhe hält sie aufrecht, und aufrechte Bestände trocknen nach Regen schneller ab, was dem Mehltau vorbeugt.
Schritt 6: Düngung
Erbsen benötigen nicht unbedingt viel Dünger. Bei einer guten Bodenvorbereitung mit Kompost ist oft keine zusätzliche Düngung erforderlich. Das ist keine Sparsamkeit, sondern folgt aus der Biologie der Pflanze: Was sie an Stickstoff braucht, holen die Knöllchenbakterien aus der Luft, sofern man sie lässt. Wenn überhaupt, geben Sie kaliumbetont – etwa verdünnte Beinwelljauche zur Blüte. Umgekehrt lohnt es sich, den Gewinn mitzunehmen: Reißen Sie die Pflanzen nach der Ernte nicht heraus, sondern schneiden Sie das Kraut über dem Boden ab. Die Wurzeln mit ihren Knöllchen bleiben in der Erde und geben ihren Stickstoff an die Nachkultur ab. Kohl, Lauch oder Spinat im Anschluss danken es sichtbar.
Schritt 7: Ernte
Erbsen können in der Regel 60 bis 70 Tage nach der Aussaat geerntet werden. Die Ernte erfolgt, wenn die Erbsenschoten voll entwickelt, aber noch zart sind. Ernten Sie regelmäßig, um die Pflanzen zur Produktion neuer Schoten anzuregen. Wann genau geerntet wird, hängt vom Typ ab, und die drei unterscheiden sich deutlich. Zuckererbsen werden mitsamt der flachen, noch unausgebildeten Hülse gegessen, sobald die Körner sich eben abzuzeichnen beginnen – wartet man länger, wird die Hülse faserig. Markerbsen erntet man, wenn die Körner prall, aber noch weich und süß sind; sie werden beim Trocknen schrumpelig und sind die Wahl für die frische Küche. Palerbsen bleiben glatt, enthalten mehr Stärke und werden entweder jung frisch oder ausgereift als Trockenerbse geerntet. Gehen Sie alle zwei bis drei Tage durch: Sobald die ersten Hülsen ausreifen, stellt die Pflanze die Blüte ein.
Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie erfolgreich Erbsen in Ihrem Hochbeet anbauen und eine reiche Ernte erzielen. Beachten Sie, dass die genauen Anbaubedingungen je nach Klima und spezifischen Bedingungen vor Ort variieren können. Ein Punkt gehört noch in die Planung: Erbsen sind mit sich selbst unverträglich. Halten Sie vier bis sechs Jahre Anbaupause auf derselben Fläche ein und rechnen Sie Bohnen und andere Hülsenfrüchte mit, sonst stellt sich die sogenannte Erbsenmüdigkeit ein – Pilze und Nematoden reichern sich im Boden an, und die Pflanzen kümmern trotz guter Pflege. Im Hochbeet mit seiner kleinen Fläche lohnt es deshalb, sich zu notieren, wo die Erbsen in welchem Jahr standen.


