
Mais im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Mais in einem Hochbeet ist eine großartige Möglichkeit, diesen beliebten Gemüse in Ihrem eigenen Garten zu kultivieren, selbst wenn der Platz begrenzt ist. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege können Sie erfolgreich Mais in Ihrem Hochbeet anbauen. Eines sollte allerdings von vornherein klar sein, damit die Erwartung stimmt: Mais wird vom Wind bestäubt, und dafür braucht er Nachbarn. Auf der Fläche eines üblichen Hochbeets lässt sich das nur eingeschränkt herstellen – wie du damit umgehst, steht weiter unten bei der Bestäubung.
Mais im Hochbeet anbauen – Los geht's
Schritt 1: Hochbeet vorbereiten
Stelle sicher, dass dein Hochbeet ausreichend tief ist, um den Mais zu unterstützen. Maiswurzeln neigen dazu, tief zu wachsen, also sollte das Hochbeet mindestens 40-50 Zentimeter tief sein. Fülle das Hochbeet mit einer guten Mischung aus hochwertiger Gartenerde und Kompost, um eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen. Mais ist ein ausgesprochener Starkzehrer und gehört damit ins erste Jahr nach dem Befüllen, wenn die Zersetzung der unteren Schichten am meisten hergibt. In älteren Beeten arbeitest du vor der Aussaat vier bis fünf Liter reifen Kompost je Quadratmeter und eine Handvoll Hornspäne flach ein. Wähle einen sonnigen, aber möglichst windgeschützten Platz: Zwei Meter Pflanze auf achtzig Zentimetern Beethöhe bieten dem Wind viel Angriffsfläche.
Schritt 2: Mais aussäen
Wähle eine Mais-Sorte, die für den Anbau im Hochbeet geeignet ist. Kürzere Sorten sind oft besser geeignet, um das Risiko von Umknicken bei starkem Wind zu verringern. Säe die Maiskörner direkt ins Hochbeet, indem du sie etwa 5-10 Zentimeter auseinander und etwa 2,5-5 Zentimeter tief in den Boden legst. Diese fünf bis zehn Zentimeter sind der Abstand in der Saatrille, nicht der Endabstand – vereinzelt wird, sobald die Pflänzchen eine Handbreit hoch sind, und zwar auf rund vierzig Zentimeter in alle Richtungen. Enger stehender Mais bleibt dünn und setzt nur kümmerliche Kolben an. Gesät wird ab Mitte Mai, wenn die Erde mindestens zehn Grad warm ist; kälter gelegte Körner faulen. Im Hochbeet ist dieser Wert meist ein bis zwei Wochen früher erreicht als im Gartenboden. Ein Hinweis zur Sortenwahl, der oft übersehen wird: Zuckermais und Popcorn- oder Ziermais dürfen nicht in Sichtweite nebeneinander stehen. Sie bestäuben sich gegenseitig, und der Zuckermais verliert dabei seine Süße.
Schritt 3: Bewässerung
Halte den Boden stets feucht, besonders während der Keimung und in den ersten Wochen des Wachstums. Achte darauf, dass das Hochbeet über ausreichende Entwässerung verfügt, um Staunässe zu vermeiden. Der eigentliche Engpass kommt später: Von der Blüte bis zur Kolbenfüllung, also etwa ab Mitte Juli, braucht Mais am meisten Wasser – zwanzig bis fünfundzwanzig Liter je Quadratmeter und Woche sind bei Hitze keine Seltenheit. Trockenheit in dieser Phase führt unmittelbar zu lückigen Kolben. Gieße durchdringend und selten statt täglich ein wenig, und bedenke, dass ein Hochbeet von allen Seiten Wind und Sonne abbekommt und deutlich schneller austrocknet als ebener Boden. Eine Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt hilft spürbar.
Schritt 4: Pflege und Düngung
Füge während der Vegetationsperiode einen ausgewogenen Dünger hinzu, um sicherzustellen, dass der Mais ausreichend Nährstoffe erhält. Halte das Hochbeet frei von Unkraut, um die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu minimieren. Zwei Gaben genügen: eine, wenn die Pflanzen kniehoch sind, eine zweite kurz vor dem Erscheinen der Fahne, etwa mit verdünnter Brennnesseljauche oder organischem Gemüsedünger. Hacke nur flach – Mais wurzelt breit und dicht unter der Oberfläche. Am Stängelgrund bilden sich später kräftige Stützwurzeln, die schräg in die Erde greifen; häufle die Pflanzen dann leicht an, das gibt ihnen zusätzlichen Halt. Seitentriebe am Fuß werden nicht entfernt, sie versorgen die Pflanze mit.
Schritt 5: Stabilität gewährleisten
Da Mais dazu neigt, hoch zu wachsen und gegen Wind anfällig ist, ist es wichtig, für Stabilität zu sorgen. Dies könnte das Einbringen von Stützstangen oder das Pflanzen in Blöcken statt in Reihen umfassen, um Windauswirkungen zu minimieren. Im Hochbeet ist das ernster zu nehmen als ebenerdig: Zur Pflanzenhöhe von anderthalb bis zwei Metern kommt die Beethöhe hinzu, und der Wurzelraum endet an der Beetwand. Bewährt hat sich, an den Ecken des Beetes Pfähle zu setzen und auf halber Höhe eine Schnur umlaufend zu spannen – das hält den ganzen Bestand zusammen und ist stabiler als Einzelstäbe. An einem Hochbeet aus Cortenstahl lassen sich solche Pfähle stabil an der Wand verschrauben, was bei einem Holzbeet nach einigen Jahren nicht mehr verlässlich hält.
Schritt 6: Bestäubung unterstützen
Da Mais windbestäubt ist, ist es vorteilhaft, die Pflanzen in Blöcken anstelle von Reihen zu pflanzen, um eine bessere Bestäubung zu ermöglichen. Hier liegt die eigentliche Schwierigkeit beim Anbau im Hochbeet, und sie gehört offen gesagt: Damit die Pollen aus der Fahne an der Spitze zuverlässig auf die Narbenfäden der Kolben treffen, braucht es einen Block von mindestens vier mal vier Pflanzen. Bei vierzig Zentimetern Abstand sind das gut zweieinhalb Quadratmeter – mehr, als ein übliches Hochbeet hergibt, wenn dort noch etwas anderes wachsen soll. Du hast drei Möglichkeiten: dem Mais ein ganzes Beet widmen, mehrere kleine Blöcke in benachbarten Beeten anlegen, oder von Hand nachhelfen. Das Nachhelfen ist einfacher, als es klingt – schneide an einem trockenen Vormittag eine blühende Fahne ab und klopfe sie über den Narbenfäden der Kolben aus, an drei bis vier aufeinanderfolgenden Tagen. Wer nichts davon tut, erntet Kolben, an denen nur vereinzelt Körner sitzen. Das ist kein Krankheitszeichen, sondern schlicht fehlende Bestäubung.
Schritt 7: Ernte
Die Erntezeit hängt von der Maisart ab, die du gepflanzt hast. In der Regel ist es nach 70 bis 100 Tagen nach der Aussaat möglich, reife Maiskolben zu ernten. Reife Maiskolben haben volle, gut entwickelte Körner. Das verlässlichste Zeichen bei Zuckermais liefert eine kleine Probe: Die Narbenfäden am Kolbenende sind braun und trocken, und wenn du die Hüllblätter ein Stück öffnest und ein Korn mit dem Fingernagel eindrückst, tritt milchiger Saft aus. Ist der Saft noch wässrig klar, warte ein paar Tage; ist er teigig, ist der Kolben über den Punkt hinaus und wird mehlig. Der Zucker wandelt sich nach dem Pflücken rasch in Stärke um – ernte deshalb kurz vor dem Kochen. Drehe den Kolben mit einer Abwärtsbewegung ab, statt ihn zu ziehen. Nach der Ernte lässt du die Wurzeln im Beet und schneidest nur die Stängel ab; zerkleinert kommen sie auf den Kompost.


