
Fenchel im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Fenchel in einem Hochbeet ist eine hervorragende Möglichkeit, diesen aromatischen und nützlichen Gemüsegartenbewohner zu kultivieren. Fenchel ist bekannt für seinen anisartigen Geschmack und seine Vielseitigkeit in der Küche. Mit der richtigen Pflege und den richtigen Bedingungen können Sie erfolgreich Fenchel in Ihrem Hochbeet anbauen.
Fenchel im Hochbeet anbauen: Los geht's
Schritt 1: Standortauswahl
Fenchel gedeiht am besten an einem sonnigen Standort. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hochbeet genügend Sonneneinstrahlung erhält. Der Boden im Hochbeet sollte gut durchlässig und locker sein. Bevor Sie den Platz festlegen, sollten Sie allerdings wissen, welchen Fenchel Sie anbauen: Knollenfenchel bildet die dicke, weiße Knolle für die Küche und wird einjährig kultiviert. Gewürzfenchel wird bis zu zwei Meter hoch, bildet keine Knolle und liefert Samen und Kraut – er ist mehrjährig und würde in einem Hochbeet dauerhaft Platz beanspruchen und alles beschatten. Diese Anleitung beschreibt den Knollenfenchel.
Schritt 2: Bodenvorbereitung
Mischen Sie den Hochbeetboden mit reichlich Kompost, um die Bodenstruktur zu verbessern und Nährstoffe hinzuzufügen. Fenchel bevorzugt einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert. Überprüfen Sie den pH-Wert des Bodens und passen Sie ihn gegebenenfalls an. Angestrebt wird ein Wert zwischen 6 und 7. Fenchel ist ein Mittelzehrer und steht im zweiten Jahr nach dem Befüllen richtig. Dreißig Zentimeter lockere Erde genügen ihm; wichtiger als die Tiefe ist, dass die oberste Schicht feinkrümelig ist, denn die Knolle sitzt flach und drückt sich beim Wachsen nach oben.
Schritt 3: Aussaat oder Pflanzung
Fenchel kann entweder durch Direktsaat oder durch das Einpflanzen von Setzlingen angebaut werden. Die Direktsaat erfolgt im Frühjahr, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Setzlinge können etwa 4-6 Wochen vor dem letzten Frost drinnen vorgezogen werden und dann nach draußen verpflanzt werden. Pflanzen Sie die Samen oder Setzlinge in Reihen mit ausreichendem Abstand, da der Fenchel Raum benötigt, um sich zu entwickeln. Hier liegt der entscheidende Punkt der ganzen Kultur: Knollenfenchel ist eine Langtagpflanze und schießt bei früher Aussaat in die Blüte, statt eine Knolle zu bilden. Die zuverlässige Aussaat liegt deshalb nach der Sommersonnenwende, also ab Ende Juni bis Mitte Juli, für eine Ernte im Herbst. Bevorzugen Sie die Direktsaat: Fenchel bildet eine Pfahlwurzel und schießt nach dem Verpflanzen besonders leicht. Der Abstand beträgt 25 bis 30 Zentimeter in der Reihe, 40 zwischen den Reihen.
Schritt 4: Bewässerung
Fenchel benötigt regelmäßige Bewässerung, besonders während trockener Perioden. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da Fenchel empfindlich gegenüber übermäßiger Feuchtigkeit ist. Gleichmäßigkeit ist hier wichtiger als bei den meisten Kulturen: Trockenstress ist neben dem falschen Aussaatzeitpunkt der zweite große Auslöser fürs Schossen, und nach einer Trockenphase gefolgt von kräftigem Guss platzen die Knollen auf. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als der Gartenboden, lohnt eine Mulchschicht und im Spätsommer die regelmäßige Fingerprobe.
Schritt 5: Düngung
Fenchel profitiert von einer moderaten Düngung. Sie können organischen Dünger wie Kompost oder eine ausgewogene Gemüsedünger in den Boden einarbeiten. Eine Kopfdüngung mit reifem Kompost etwa vier Wochen nach dem Auflaufen genügt. Halten Sie sich mit Stickstoff zurück, sobald die Knolle zu dicken beginnt – er treibt dann das Laub, nicht die Knolle, und macht das Gewebe weich.
Schritt 6: Pflege
Halten Sie das Hochbeet frei von Unkraut, um die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu minimieren. Entfernen Sie eventuell erscheinende Blütenstände, um die Bildung von dicken Knollen zu fördern. Hacken Sie dabei nur flach, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche. Häufeln Sie die Knollen an, sobald sie etwa hühnereigroß sind: Mit Erde bedeckt bleiben sie weiß und zart, unbedeckt werden sie grünlich und faseriger. Ein wichtiger Hinweis zur Nachbarschaft im Hochbeet: Fenchel gibt Stoffe an den Boden ab, die das Wachstum vieler Nachbarn hemmen. Halten Sie ihn fern von Dill, Koriander, Bohnen und Tomaten; Salat, Gurken und Endivien vertragen ihn dagegen. Am besten steht er in einer eigenen Ecke des Beetes.
Schritt 7: Schutz vor Schädlingen
Achten Sie auf Schädlinge wie Schnecken oder Raupen, die Fenchelblätter fressen könnten. Biologische Schädlingsbekämpfungsmethoden oder Insektenschutznetze können helfen. Schnecken sind an den jungen Pflanzen der Hauptfeind, und hier zahlt sich die glatte, senkrechte Wand eines Hochbeets entgegen verbreiteter Annahme nicht aus – die Beetwand allein ist kein Schneckenschutz. Als Doldenblütler ist Fenchel außerdem für die Möhrenfliege interessant – ein feinmaschiges Netz über dem Beetrand hält sie ab. Die grün-schwarz geringelten Raupen des Schwalbenschwanzes, die man gelegentlich im Fenchellaub findet, sollte man übrigens sitzen lassen: Sie richten kaum Schaden an, und der Schmetterling ist selten geworden.
Schritt 8: Ernte
Fenchel kann in der Regel etwa 12-14 Wochen nach der Aussaat geerntet werden, wenn die Knollen eine angemessene Größe erreicht haben. Schneiden Sie die Knollen nahe am Boden ab. Die Blätter können auch für Salate oder als Würzmittel verwendet werden. Faustgroß, also acht bis zehn Zentimeter im Durchmesser, ist das Ziel – größere Knollen werden faserig. Warten Sie nicht auf die letzte Größe, sondern ernten Sie lieber etwas früher. Knollenfenchel verträgt leichte Fröste bis etwa minus fünf Grad und kann deshalb bis in den November im Beet bleiben. Lassen Sie beim Schneiden den Wurzelstock stehen: Er treibt oft noch kleine Nebenknollen, die sich ebenfalls verwenden lassen.


