
Chinakohl im Hochbeet anbauen
Chinakohl ist eine beliebte Wahl für Hobbygärtner und lässt sich hervorragend in Hochbeeten kultivieren. Folgen Sie dieser einfachen Anleitung, um Ihren eigenen Chinakohl erfolgreich anzubauen und zu ernten.
Chinakohl im Hochbeet anbauen – Los geht's
Schritt 1: Standortauswahl
Sonniger Standort: Wählen Sie einen sonnigen Standort für das Hochbeet, da Chinakohl viel Sonnenlicht benötigt.
Gut durchlässiger Boden: Stellen Sie sicher, dass das Hochbeet gut durchlässigen Boden hat.
Weil Chinakohl fast ausschließlich als Spätkultur wächst, ist der Standort weniger heikel als bei Sommergemüse – die Sonne steht im September ohnehin tiefer. Wichtiger ist der Windschutz: Die großen, aufrechten Köpfe bieten Herbststürmen viel Angriffsfläche. Ein Platz an der Südseite des Hochbeets, an dem die Erde lange warm bleibt, verlängert das Wachstum bis in den November.
Schritt 2: Bodenvorbereitung
Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus hochwertiger Gartenerde und reifem Kompost. Achten Sie auf einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert des Bodens. Genauer gesagt sollte der Wert bei 6,5 bis 7,5 liegen: Als Kohlgewächs ist Chinakohl anfällig für Kohlhernie, eine Wurzelkrankheit, die auf saurem Boden gedeiht und sich danach jahrelang im Beet hält. Eine Gabe Algenkalk im Frühjahr beugt vor. Als Starkzehrer steht Chinakohl im ersten oder zweiten Jahr nach dem Befüllen gut – oder als Nachkultur dort, wo im Sommer Erbsen oder Bohnen standen.
Schritt 3: Aussaat
Die Aussaat kann im Frühjahr oder Herbst erfolgen. Säen Sie direkt ins Hochbeet oder verwenden Sie vorgezogene Jungpflanzen. In der Praxis ist der Zeitpunkt allerdings der entscheidende Punkt der ganzen Kultur: Chinakohl ist eine Langtagpflanze und schießt bei früher Aussaat in die Blüte, statt einen Kopf zu bilden. Säen Sie deshalb erst ab Ende Juni bis Anfang August – dann werden die Tage kürzer, und die Pflanze bildet zuverlässig Köpfe. Bevorzugen Sie die Direktsaat: Chinakohl bildet eine Pfahlwurzel und nimmt das Verpflanzen übel; gekaufte Jungpflanzen mit gestörten Wurzeln schossen besonders leicht.
Schritt 4: Pflanzabstand
Achten Sie auf einen Pflanzabstand von etwa 30 bis 40 Zentimetern zwischen den Pflanzen, um genügend Wachstumsraum zu gewährleisten. Zwischen den Reihen sollten es vierzig Zentimeter sein. In ein Hochbeet von zwei Metern Länge passen damit etwa fünf Pflanzen. Säen Sie zunächst zwei bis drei Korn je Stelle und vereinzeln Sie auf die kräftigste – so schließen sich keine Lücken, wenn ein Korn ausfällt. Kneifen Sie die überzähligen Sämlinge ab, statt sie zu ziehen.
Schritt 5: Bewässerung
Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Eine konstante Wasserversorgung ist entscheidend für das Wachstum. Chinakohl hat unter den Kohlarten den höchsten Wasserbedarf – er besteht zu über 95 Prozent aus Wasser und wächst in kurzer Zeit erheblich. Trocknet er zwischendurch aus, bleiben die Köpfe locker und die Blätter zäh. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als der gewachsene Boden, gießen Sie im September lieber alle zwei Tage durchdringend als täglich oberflächlich, und mulchen Sie den Boden.
Schritt 6: Pflege
Mulchen Sie den Boden, verwenden Sie regelmäßig Dünger und entfernen Sie Unkraut. Eine Kopfdüngung mit Hornspänen oder verdünnter Brennnesseljauche etwa drei Wochen nach dem Auflaufen ist gut angelegt. Stellen Sie die Stickstoffgaben ein, sobald sich der Kopf zu schließen beginnt – spät gedüngter Chinakohl lagert Nitrat ein und hält sich schlechter. Hacken Sie nur flach, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche.
Schritt 7: Schutz vor Schädlingen und Krankheiten
Kontrollieren Sie auf Schädlinge wie Kohlweißlinge und achten Sie auf Krankheitsanzeichen. Der wirksamste Schutz ist ein feinmaschiges Kulturschutznetz von der Aussaat an; am geraden Rand eines Hochbeets lässt es sich dicht befestigen, was ebenerdig kaum gelingt. Es hält zugleich Kohlweißling, Kohlfliege und Erdflöhe ab. Schnecken sind der zweite große Feind der jungen Pflanzen – die glatte Metallwand des Hochbeets spielt dabei aber keinen Vorteil aus, denn die Beetwand allein ist kein Schneckenschutz. Kontrollieren Sie trotzdem die Blattunterseiten regelmäßig auf gelbe Eigelege.
Schritt 8: Ernte
Ernten Sie den Chinakohl, wenn die Köpfe fest sind, aber bevor die äußeren Blätter gelb werden. Prüfen Sie mit sanftem Druck: Gibt der Kopf kaum nach, ist er reif – meist zehn bis zwölf Wochen nach der Aussaat, also im Oktober oder November. Leichte Fröste bis etwa minus vier Grad schaden nicht und machen den Kohl milder; bei stärkerem Frost sollte er herein. Schneiden Sie den Kopf knapp über dem Boden ab und lassen Sie die äußeren Hüllblätter dran, sie schützen beim Lagern. Kühl und feucht gelagert hält Chinakohl mehrere Wochen. Der Wurzelstrunk kommt nicht in den Kompost, sondern in den Hausmüll – über ihn verbreitet sich die Kohlhernie.


