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Start › Blog › Hochbeet bepflanzen
Kartoffeln im Hochbeet anbauen - eine Schritt für Schritt Anleitung
11.02.2024Hochbeet bepflanzen9 Min. Lesezeit

Kartoffeln im Hochbeet anbauen

Das Anbauen von Kartoffeln im Hochbeet ist eine praktische Möglichkeit, diese schmackhaften Knollen zu züchten. Hier ist eine grundlegende Anleitung für den Kartoffelanbau im Hochbeet. Die Kartoffel dankt das erhöhte Beet mit einem Vorsprung: Die Erde erwärmt sich im Frühjahr früher als der Gartenboden, weil sie von allen Seiten Wärme aufnimmt, und die Knollen sitzen in lockerer, gut gelüfteter Füllung statt in verdichtetem Untergrund. Zwei Dinge muss man dafür im Blick behalten. Erstens trocknet ein Hochbeet schneller aus, und Kartoffeln reagieren auf ungleichmäßige Wassergaben mit Wachstumsrissen und Hohlherzigkeit. Zweitens ist die Kartoffel ein Starkzehrer, sie gehört also in das erste oder zweite Jahr nach dem Befüllen, wenn die Nährstoffe aus dem Kompost noch reichlich zur Verfügung stehen.

Kartoffeln im Hochbeet anbauen & los gehts

Schritt 1: Hochbeet vorbereiten

Wählen Sie einen sonnigen Standort für Ihr Hochbeet. Kartoffeln bevorzugen einen lockeren, gut durchlässigen Boden. Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus Gartenerde, Kompost und gut verrottetem organischen Material. Rechnen Sie mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne am Tag; im Halbschatten bleiben die Knollen klein. Kartoffeln mögen einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5, deshalb wird vor dem Legen nicht gekalkt und kein frischer Mist eingearbeitet – beides begünstigt den Schorf, eine unschöne, aber harmlose Verkorkung der Schale. Drei bis fünf Liter reifer Kompost je Quadratmeter reichen als Grundversorgung.

Wichtig ist die Füllhöhe: Über der Saatknolle müssen später noch etwa 20 bis 25 Zentimeter Erde Platz finden, weil angehäufelt wird. Füllen Sie das Beet im Kartoffeljahr deshalb nicht randvoll, sondern lassen Sie zehn bis fünfzehn Zentimeter Luft bis zur Oberkante. Das trifft sich gut mit einer Eigenart jeder Hochbeetfüllung: Sie sackt jedes Jahr um etwa ein Zehntel zusammen, weil das organische Material im Inneren verrottet. Was Sie im Frühjahr ohnehin nachfüllen würden, geben Sie bei den Kartoffeln einfach portionsweise beim Anhäufeln dazu.

Schritt 2: Kartoffelsorten auswählen

Wählen Sie Kartoffelsorten, die für den Anbau im Hochbeet geeignet sind. Kleinere oder mittelgroße Sorten sind oft besser geeignet als große, spät reifende Sorten. Entscheidend ist die Reifegruppe: Sehr frühe und frühe Sorten brauchen vom Legen bis zur Ernte etwa 90 bis 110 Tage, mittelfrühe rund 120 bis 140, späte über 150. Auf der begrenzten Fläche eines Hochbeets zahlt sich die kurze Standzeit doppelt aus – die Ernte ist im Juli eingebracht, bevor die Krautfäule im feuchtwarmen Hochsommer zuschlägt, und das Beet lässt sich anschließend noch mit Salat, Feldsalat oder Spinat nachbauen.

Neben der Reifezeit wählen Sie den Kochtyp: festkochend für Salat und Bratkartoffeln, vorwiegend festkochend für den täglichen Gebrauch, mehligkochend für Püree und Suppen. Wer trotzdem länger stehende Sorten anbauen möchte, greift zu Sorten mit ausgewiesener Krautfäuletoleranz. Und lassen Sie sich von den bunten Raritäten nicht abschrecken: Blau- und rotschalige Sorten wachsen genauso zuverlässig, sie sind im Handel nur seltener zu bekommen.

Schritt 3: Vorbereitung der Kartoffeln

Verwenden Sie gesunde und unbeschädigte Saatkartoffeln. Schneiden Sie größere Kartoffeln in Stücke, so dass jedes Stück etwa golfballgroß ist. Jedes Stück sollte mindestens einen oder zwei Augen haben. Bewährt hat sich allerdings, gleich Knollen in Hühnereigröße von etwa 40 bis 60 Gramm zu kaufen und ungeteilt zu legen – die Schnittflächen geteilter Knollen sind ein Einfallstor für Fäulnis, gerade in feuchter Frühjahrserde. Wer dennoch teilt, lässt die Stücke ein bis zwei Tage an der Luft abtrocknen, bis sich eine trockene Korkschicht gebildet hat.

Kaufen Sie ausschließlich zertifizierte Pflanzkartoffeln aus der Gärtnerei oder dem Gartenfachhandel. Speisekartoffeln aus dem Supermarkt sind dafür nicht geeignet: Sie sind vielfach mit einem Keimhemmungsmittel behandelt und können Viren wie das Blattroll- oder das Y-Virus in das Beet tragen, die sich dort über Jahre halten.

Ab Ende Februar lohnt das Vorkeimen. Legen Sie die Knollen dafür vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Legetermin einlagig in flache Kisten oder Eierkartons, das Nabelende nach unten, und stellen Sie sie hell bei etwa 10 bis 15 Grad auf. Richtig vorgekeimt sind die Knollen, wenn die Keime kurz, gedrungen und dunkel gefärbt sind, ein bis zwei Zentimeter lang. Lange, blasse, dünne Keime bedeuten, dass es zu dunkel und zu warm war; solche Triebe brechen beim Legen ab. Das Vorkeimen bringt zehn bis vierzehn Tage Vorsprung – im Hochbeet, dessen Erde ohnehin früher warm wird, verschiebt das die Ernte spürbar nach vorn.

Schritt 4: Pflanzung

Legen Sie die vorbereiteten Kartoffelstücke in das Hochbeet. Pflanzen Sie sie etwa 10-15 Zentimeter tief und achten Sie darauf, dass die Augen nach oben zeigen. Der Abstand zwischen den Kartoffeln sollte etwa 30 Zentimeter betragen. Im Hochbeet hat sich die flachere Variante bewährt: Legen Sie die Knollen nur fünf bis acht Zentimeter tief und geben Sie die restliche Erde später beim Anhäufeln dazu. Die Füllung sackt im Lauf der Saison ohnehin nach, und die flach liegende Knolle kommt im kühlen Frühjahr schneller ins Wachsen.

Der richtige Zeitpunkt ist nicht der Kalendertag, sondern die Bodentemperatur: Ab acht Grad in zehn Zentimeter Tiefe darf gelegt werden, im Freiland ist das meist Mitte April. Ein Hochbeet erreicht diesen Wert je nach Lage ein bis zwei Wochen früher, unter einem Vlies noch etwas eher. Halten Sie in der Reihe 30 Zentimeter Abstand, zwischen zwei Reihen 40 Zentimeter. In ein Beet von 80 Zentimetern Breite passen zwei versetzte Reihen, auf zwei Metern Länge sind das etwa zwölf Pflanzen.

Beachten Sie die Fruchtfolge. Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs wie Tomate, Paprika und Aubergine, alle vier teilen sich dieselben Krankheiten im Boden. Auf derselben Fläche sollte deshalb vier Jahre lang keine dieser Kulturen wieder stehen. Bei mehreren Hochbeeten ist das leicht zu organisieren; bei einem einzelnen hilft es, das Beet gedanklich in Abschnitte zu teilen und diese Jahr für Jahr weiterzurücken.

Schritt 5: Pflege

Halten Sie den Boden im Hochbeet gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass. Achten Sie darauf, dass das Hochbeet gut durchlässig ist, um Staunässe zu vermeiden. Mischen Sie während des Wachstumszeitpunkts organischen Dünger in den Boden. Häufeln Sie die Kartoffelpflanzen an, indem Sie Erde um die Triebe anhäufen, wenn sie etwa 15 Zentimeter hoch sind. Wiederholen Sie diesen Vorgang, wenn die Triebe weiter wachsen.

Angehäufelt wird zwei- bis dreimal, jeweils so, dass etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Triebe in der Erde verschwinden; am Ende steht ein Damm von rund 20 Zentimetern. Das Anhäufeln hat zwei Gründe: Die Knollen bilden sich an den Ausläufern oberhalb der Mutterknolle, mehr Erde bedeutet also mehr Ertrag. Und es hält Licht von den Knollen fern. Kartoffeln, die ans Licht kommen, werden grün und damit ungenießbar – dazu weiter unten mehr.

Beim Gießen gilt: lieber selten und durchdringend als täglich ein wenig. In der Blüte, wenn die Knollen dick werden, braucht der Bestand etwa 20 bis 25 Liter je Quadratmeter und Woche. Ein Hochbeet trocknet schneller aus als ebener Boden, prüfen Sie deshalb mit dem Finger in fünf Zentimetern Tiefe statt nach dem Eindruck an der Oberfläche. Gießen Sie am Morgen und immer an den Fuß der Pflanze, nie über das Laub. Nasse Blätter über Nacht sind die Eintrittskarte für die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), einen Pilz, der bei feuchtwarmem Wetter ab Juni auftritt. Sie erkennen ihn an graubraunen Flecken auf den Blättern, die auf der Blattunterseite einen weißlichen Pilzrasen tragen. Schneiden Sie befallenes Kraut sofort heraus und geben Sie es in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Bei starkem Befall entfernen Sie das ganze Laub – die Knollen im Boden reifen dann noch aus, bleiben aber kleiner.

Der Kartoffelkäfer und seine rotorangen Larven werden am einfachsten von Hand abgesammelt, am besten schon die gelben Eigelege an den Blattunterseiten. Ein Vorteil des Hochbeets aus Cortenstahl kommt hier zum Tragen: Auf dem geraden, umlaufenden Metallrand lässt sich ein Vlies oder ein Kulturschutznetz mit einfachen Klammern rundum dicht befestigen, was auf einem ebenerdigen Beet kaum sauber gelingt. Das schützt die jungen Triebe im April vor Spätfrost und hält einen Teil der Schädlinge fern. Die glatte, senkrechte Stahlwand hält zudem Schnecken ab, die sonst gern an den jungen Trieben fressen.

Schritt 6: Ernte

Kartoffeln können etwa 70 bis 100 Tage nach der Pflanzung geerntet werden, abhängig von der Sorte. Die Kartoffeln können geerntet werden, wenn die Pflanzen beginnen, abzusterben. Graben Sie vorsichtig den Boden um die Pflanzen auf und suchen Sie nach den Knollen. Bei frühen Sorten dürfen Sie schon während der Blüte vorsichtig seitlich in den Damm greifen und einzelne Knollen herausnehmen, ohne die Pflanze zu ziehen; diese Frühkartoffeln haben eine dünne, noch nicht feste Schale und schmecken besonders zart, sie lassen sich aber nicht lagern.

Für den Vorrat warten Sie zwei bis drei Wochen, nachdem das Kraut vollständig abgestorben ist. In dieser Zeit wird die Schale fest, und nur schalenfeste Knollen halten über den Winter. Die Probe dafür ist einfach: Lässt sich die Schale mit dem Daumen abreiben, ist es zu früh. Ernten Sie an einem trockenen Tag, im Hochbeet am besten mit den Händen statt mit der Grabegabel – so verletzen Sie weniger Knollen. Rechnen Sie mit etwa 0,8 bis 1,2 Kilogramm je Pflanze. Lassen Sie die Ernte zwei bis drei Stunden an einem schattigen Platz abtrocknen, nicht in der prallen Sonne, und sortieren Sie beschädigte oder angestochene Knollen aus. Die kommen nicht ins Lager, sondern zuerst in die Küche.

Schritt 7: Lagerung

Nach der Ernte sollten Sie die Kartoffeln an einem kühlen, dunklen Ort lagern. Entfernen Sie überschüssige Erde, aber waschen Sie die Kartoffeln nicht, da dies ihre Haltbarkeit beeinträchtigen kann. Ideal sind vier bis acht Grad, dunkel und luftig, in einer Holzkiste oder einem Jutesack, niemals in einer geschlossenen Plastiktüte. Unter vier Grad wandelt die Knolle ihre Stärke in Zucker um und schmeckt süßlich; über zehn Grad treibt sie aus. Lagern Sie Kartoffeln nicht neben Äpfeln, deren Reifegas Ethylen die Keimung beschleunigt. Sehen Sie den Vorrat alle drei bis vier Wochen durch, brechen Sie Keime aus und entfernen Sie weiche Knollen.

Zur Sicherheit ein Punkt, der ernst zu nehmen ist: Grüne Stellen und Keime enthalten Solanin, einen giftigen Bitterstoff, der Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auslösen kann und beim Kochen nicht zerfällt. Grün wird eine Knolle durch Licht – im Beet, wenn sie aus dem Damm herausschaut, und im Lager, wenn es zu hell ist. Deshalb wird sorgfältig angehäufelt und wirklich dunkel gelagert. Schneiden Sie grüne Stellen und Keimansätze großzügig weg, nicht knapp; stark ergrünte oder bitter schmeckende Knollen gehören ganz weggeworfen. Für Kinder gilt das besonders streng, weil bei ihnen schon kleinere Mengen wirken. Auch die grünen Beeren, die manche Sorten nach der Blüte bilden, sind giftig und dürfen nicht gegessen werden.

Mit dieser Anleitung können Sie Kartoffeln erfolgreich im Hochbeet anbauen. Beachten Sie, dass die genauen Schritte je nach den spezifischen Bedingungen und Ihrem Standort variieren können.

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