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Rettich im Hochbeet anbauen - eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
28.02.2025Hochbeet bepflanzen8 Min. Lesezeit

Rettich im Hochbeet anbauen

Der Anbau von Rettich im Hochbeet ist eine praktische und platzsparende Methode, die sich perfekt für Hobbygärtner und städtische Gärten eignet. Im Folgenden finden Sie eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Rettich in Ihrem Hochbeet erfolgreich anzubauen und zu pflegen.

Rettich ist ein Kreuzblütler und damit nah mit Radieschen, Kohl und Senf verwandt. Für die Planung ist vor allem die Unterscheidung zweier Gruppen wichtig, weil sie sich in Aussaatzeit, Größe und Haltbarkeit deutlich unterscheiden. Sommerrettich – der weiße, längliche Bierrettich gehört dazu – wächst in sechs bis zehn Wochen heran, wird 15 bis 25 Zentimeter lang und ist nicht lagerfähig; er wird gegessen, solange er zart ist. Winterrettich, etwa die schwarze runde Sorte sowie rosafarbene und grüne Formen, wird ab Hochsommer gesät, braucht zwölf bis sechzehn Wochen, wird deutlich schwerer und lässt sich über Monate einlagern. Wer beides nacheinander im selben Beet zieht, erntet von Mai bis in den Winter hinein.

Rettich im Hochbeet anbauen & los geht's

Schritt 1: Hochbeet vorbereiten

Sonniger Standort: Wählen Sie einen sonnigen Platz für Ihr Hochbeet. Eine gute Drainage ist wichtig, deshalb platzieren Sie groben Kies oder kleine Steine am Boden des Hochbeets. Füllen Sie das Beet mit hochwertiger, gut durchlässiger Gartenerde, angereichert mit Kompost oder gut verrottetem Mist.

Für den Rettich selbst kommt es weniger auf den Aufbau in der Tiefe an als auf die Beschaffenheit der oberen Schicht, denn dort bildet sich die Rübe. Sie muss locker, feinkrümelig und frei von Steinen und unverrotteten Holzstücken sein: Trifft die Wurzelspitze auf einen Widerstand, gabelt sich der Rettich oder wächst krumm. Für Sommerrettich rechnen Sie mit etwa 25 Zentimetern lockerer Erde, für lange Winterrettichsorten mit 30 bis 40 Zentimetern. Ein Hochbeet ist dafür günstig, weil die Füllung nie betreten und damit nicht verdichtet wird. Bedenken Sie allerdings, dass die Füllung im Lauf eines Jahres um mehrere Zentimeter absackt – füllen Sie im Frühjahr mit reifem Kompost und etwas Gartenerde auf, bevor Sie säen.

Frischen Mist geben Sie besser nicht unmittelbar vor der Rettichaussaat aus. Rettich ist ein Mittelzehrer, und ein Stickstoffüberschuss treibt Blattmasse statt Rübe, macht das Fleisch hohl und unangenehm scharf. Für das Hochbeet heißt das praktisch: Rettich steht am besten im zweiten oder dritten Jahr nach dem Befüllen, wenn die kräftige Zehrung der Starkzehrer wie Tomate, Gurke oder Kürbis vorüber ist.

Schritt 2: Aussaatzeitpunkt

Rettich kann im Frühjahr oder Herbst gesät werden. Die genaue Zeit hängt von der Sorte ab. Frühjahrsrettiche säen Sie im März/April, Herbstrettiche im Juli/August.

Genauer gesagt: Sommerrettich kommt ab Mitte März bis Ende April in die Erde, sobald die Erde etwa 8 bis 10 Grad erreicht hat. Ein Hochbeet ist hier im Vorteil, weil die freistehende Füllung sich im Frühjahr schneller erwärmt als der Boden ringsum – oft lässt sich ein bis zwei Wochen früher säen. Ein Vlies über den ersten Wochen bringt weitere Tage. Winterrettich wird von Anfang Juli bis spätestens Mitte August gesät; wer später dran ist, erntet nur noch kleine Rüben, weil die Tage zu kurz werden.

Die Monate Mai und Juni bleiben besser frei. Bei mehr als vierzehn Stunden Tageslicht schießt Rettich leicht – das heißt, er bildet vorzeitig einen Blütenstiel; die Rübe bleibt dann dünn, holzig und scharf. Kalte Nächte unter 5 Grad kurz nach dem Auflaufen haben dieselbe Wirkung, weshalb sehr frühe Aussaaten ohne Vliesschutz riskant sind.

Schritt 3: Saatgut aussäen

Flache Saatrille in feinkrümeliger Erde eines Cortenstahl-Hochbeets, eine Hand legt einzelne Samen in gleichmäßigem Abstand ein

Harken Sie die Erdoberfläche leicht und säen Sie die Samen ca. 1-2 cm tief in Reihen mit einem Abstand von 10-15 cm. Bedecken Sie sie mit Erde und drücken Sie diese leicht an.

Beim Abstand lohnt es, nach Gruppe zu unterscheiden. Ein Reihenabstand von 10 bis 15 Zentimetern trägt bei kleinen, schnellen Sommerrettichen; kräftige Sorten stehen mit 25 bis 30 Zentimetern besser, Winterrettich mit 30 bis 40 Zentimetern, weil er ein großes Blattwerk aufbaut. Säen Sie dünn – etwa alle zwei bis drei Zentimeter ein Korn – und vereinzeln Sie, sobald die Sämlinge zwei richtige Blätter haben: Sommerrettich auf 8 bis 10 Zentimeter, Winterrettich auf 15 bis 20 Zentimeter in der Reihe. Das Vereinzeln ist kein Nebenschritt. Stehen die Pflanzen zu dicht, konkurrieren sie um Wasser, und es entstehen viele dünne, scharfe statt weniger schwerer, milder Rüben.

Nach dem Andrücken vorsichtig angießen und die Fläche gleichmäßig feucht halten, bis der Rettich nach vier bis acht Tagen aufläuft. Ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite von etwa 0,8 Millimetern legen Sie am besten sofort auf. Am geraden Metallrand eines Hochbeets liegt es rundum dicht auf und lässt sich einfach beschweren – ebenerdig gelingt dieser dichte Abschluss kaum, und genau dort schlüpfen Erdflöhe und Kohlfliegen darunter hindurch.

Schritt 4: Pflege während des Wachstums

Nahaufnahme einer viel zu dicht stehenden Rettich-Sämlingsreihe, zwei Finger ziehen einen schwächeren Sämling heraus, damit die Nachbarn Platz haben Zwei längs aufgeschnittene weiße Rettiche auf einem Holzbrett: der eine knackig und gleichmäßig weiß, der andere mit schwammigem, hohlem, bräunlichem Kern

Halten Sie das Beet gleichmäßig feucht und düngen Sie es regelmäßig mit organischem Dünger. Entfernen Sie Unkraut, um die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu minimieren.

Die gleichmäßige Feuchte ist bei Rettich der wichtigste Punkt überhaupt, denn sie entscheidet über Schärfe und Holzigkeit. Trocknet die Erde aus, stellt die Pflanze das Wachstum ein, lagert Senföle ein und beginnt zu verholzen. Folgt auf diese Trockenheit ein kräftiger Guss, schießt das Wasser in die bereits verfestigte Rübe – sie platzt der Länge nach auf und ist nicht mehr lagerfähig. Besser sind zwei bis drei durchdringende Wassergaben in der Woche als tägliche kleine Mengen. Im Hochbeet gilt das besonders: Die Füllung erwärmt sich früher, trocknet aber von allen Seiten schneller aus als ein flaches Beet. Prüfen Sie mit dem Finger fünf Zentimeter tief, ob es dort noch feucht ist. Eine dünne Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt zwischen den Reihen hält die Feuchte und bremst zugleich das Unkraut.

Mit dem Dünger halten Sie sich zurück. Eine Kompostgabe von zwei bis drei Litern je Quadratmeter zur Aussaat reicht für Sommerrettich aus; Winterrettich bekommt in der langen Kulturzeit allenfalls eine zweite, sparsame Gabe. Stickstoffbetonte Dünger führen zu üppigem Laub und enttäuschender Rübe. Wichtiger als Nachdüngen ist regelmäßiges vorsichtiges Lockern der Krume zwischen den Reihen, ohne die Wurzeln zu verletzen.

Der Hauptschädling ist der Erdfloh, ein kleiner schwarzer, springender Käfer. Sein Schadbild sind viele runde Löcher von ein bis zwei Millimetern in den Keim- und Jungblättern; bei starkem Befall bleibt vom Sämling nur ein Sieb, und er wächst nicht weiter. Erdflöhe bevorzugen trockene, warme Oberflächen – wer die Erde in den ersten Wochen feucht hält und das Netz vom Aussaattag an aufliegen lässt, verhindert den Schaden weitgehend. Ältere Pflanzen mit kräftigem Laub stecken einen Befall weg.

Zur Fruchtfolge: Rettich ist wie Radieschen, Kohl, Rucola, Kresse und Senf ein Kreuzblütler. Zwischen zwei Kreuzblütlern auf derselben Fläche sollten drei bis vier Jahre liegen, sonst reichern sich Kohlhernie und Nematoden an. Bei einem Hochbeet mit begrenzter Fläche notieren Sie sich am besten von Jahr zu Jahr, was wo stand, und ziehen Rettich abwechselnd mit Zwiebelgewächsen, Salat, Möhre oder Bohne.

Schritt 5: Ernte

Eine Hand zieht einen langen weißen Rettich aus dunkler Erde eines Cortenstahl-Hochbeets, die Wurzel kommt sauber und vollständig heraus

Ernten Sie die Rettiche, wenn sie die gewünschte Größe erreicht haben. Vermeiden Sie es, die Rettiche zu lange im Boden zu lassen, um zu verhindern, dass sie holzig werden.

Sommerrettich ist etwa sechs bis zehn Wochen nach der Aussaat so weit. Das Merkmal ist die Schulter: Sobald der obere Rand der Rübe gut daumendick aus der Erde schaut und sich fest anfühlt, wird geerntet. Warten Sie länger, wird das Fleisch schwammig und scharf. Ziehen Sie die Rüben am Laub bei feuchter Erde heraus, nicht bei ausgetrockneter, sonst reißt das Laub ab.

Winterrettich darf dagegen bis in den Oktober oder November stehen bleiben – leichter Frost bis etwa minus 3 Grad schadet ihm nicht und macht ihn milder. Vor dem ersten strengen Frost muss er heraus. Schneiden Sie das Laub bis auf zwei Zentimeter über dem Kopf ab, statt es abzudrehen, und lassen Sie die Wurzelspitze dran. Zum Einlagern schichten Sie die Rüben ungewaschen in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand, sodass sie einander nicht berühren, und stellen diese kühl bei 1 bis 4 Grad in Keller oder Garage. So bleiben sie zwei bis vier Monate fest. Angeschlagene oder aufgeplatzte Rüben werden zuerst verbraucht, sie faulen sonst im Lager.

Schritt 6: Nachsaat für fortlaufende Ernten

Für kontinuierliche Ernten säen Sie alle paar Wochen erneut aus.

Ein Abstand von zwei bis drei Wochen zwischen den Sätzen hat sich bewährt, jeweils nur eine kurze Reihe statt der ganzen Fläche. Legen Sie die Sätze auf März bis Ende April und dann wieder auf Juli bis Mitte August; die Lücke im Mai und Juni bleibt bewusst, weil der Rettich in der Zeit der langen Tage schießt. Wollen Sie die Fläche in dieser Zeit nicht leer lassen, säen Sie dort Salat, Kohlrabi oder Buschbohnen.

Im Hochbeet lässt sich diese Staffelung gut mit dem knappen Platz vereinbaren: Abgeerntete Reihen werden gleich wieder belegt, sodass keine offene Erde stehen bleibt. Bedenken Sie dabei nur die Fruchtfolge – zweimal Rettich hintereinander auf derselben Reihe ist genau der Fall, den man vermeiden will. Ein sauber schließendes Netz kann über den ganzen Sommer liegen bleiben und schützt jeden neuen Satz von der Aussaat an.

Durch die Verwendung eines Hochbeets können Sie den Boden besser kontrollieren, die Bodenqualität verbessern und das Unkrautwachstum minimieren. Beachten Sie dabei immer die individuellen Anforderungen Ihrer Rettichsorte und passen Sie die Pflege entsprechend an. Hinzu kommt ein Vorteil, der gerade bei jungen Sämlingen zählt: Die Beetwand allein ist dagegen kein Schneckenschutz – die glatte, senkrechte Wand eines Hochbeets aus Cortenstahl hält Schnecken nicht ab –, doch der gerade Rand gibt einem Schutznetz überall Auflage. Wer dazu auf gleichmäßige Feuchte achtet, rechtzeitig vereinzelt und die Kreuzblütler in der Fruchtfolge auseinanderhält, erntet zarte, milde Rüben statt scharfer, holziger.

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