
Welches Gemüse nicht ins Hochbeet?
Nicht alle Gemüsesorten sind gleichermaßen für den Anbau im Hochbeet geeignet. Einige Gemüsepflanzen haben tiefe Wurzelsysteme oder Platzbedarf, der in einem Hochbeet begrenzt sein kann. Daher ist es ratsam, bestimmte Gemüsearten nicht im Hochbeet anzubauen. Zu den Gemüsen, die nicht ideal für das Hochbeet sind, gehören in der Regel:
Vorweg eine Einordnung, die die folgende Liste erst brauchbar macht. Was ein Hochbeet wirklich ausschließt, ist selten die Wurzeltiefe – ein Beet von sechzig bis achtzig Zentimetern bietet den meisten Kulturen mehr lockeren Raum, als ein gewachsener Gartenboden hergibt. Ausschlusskriterien sind vielmehr die Fläche, die eine Pflanze dauerhaft belegt, und die Standzeit. Ein Hochbeet hat wenige Quadratmeter und wird alle fünf bis sieben Jahre neu geschichtet. Alles, was einen halben Quadratmeter für sich beansprucht oder ein Jahrzehnt am selben Platz stehen will, kollidiert damit.
[Bild: Ein geteiltes Bild, das auf der einen Seite ein kleines Hochbeet mit einigen gut wachsenden Gemüsesorten zeigt, und auf der anderen Seite eine sehr große Kürbisranke, die aus einem ähnlich großen Hochbeet quillt, was darauf hindeutet, dass es für so begrenzten Raum nicht ideal ist. Kontrastierende Gartenmethoden, visuelle Metapher.]
[Bild: Mehrere große Kartoffeln im Boden, die ihr ausgedehntes Wurzelsystem zeigen. Gartenarbeit, Wurzelgemüse, erdige Farbtöne.]
Kartoffeln:
Hier muss man genauer hinsehen, denn das oft genannte Argument stimmt nicht: Kartoffeln wurzeln nicht besonders tief, ihre Knollen sitzen in den obersten dreißig Zentimetern, und ein Hochbeet bietet ihnen sogar ausgesprochen gute Bedingungen – lockere Erde, keine Staunässe und eine bequeme Ernte, bei der nichts angestochen wird. Wer möchte, kann Kartoffeln im Hochbeet also durchaus anbauen; sie gehören ins erste Jahr nach dem Befüllen, wenn der Nährstoffvorrat am größten ist.
Der Einwand ist ein anderer, und er ist wirtschaftlicher Natur. Eine Kartoffelpflanze belegt einen guten Viertelquadratmeter und liefert dafür etwa ein Kilogramm Knollen – ein Erzeugnis, das im Handel wenig kostet und im Keller monatelang lagert. Dieselbe Fläche im Hochbeet bringt über die Saison mehrere Ernten Pflücksalat, Radieschen und Kräuter, also genau die Dinge, die frisch am meisten gewinnen und im Einkauf am teuersten sind. Dazu kommt die Arbeitsweise: Kartoffeln werden zweimal angehäuft, was auf schmaler Fläche zwischen anderen Reihen kaum durchzuführen ist. Wer viel Platz hat, kann es tun. Wer nur ein Beet hat, nutzt es besser anders.
[Bild: Eine ausladende Zucchinipflanze mit großen Blättern und mehreren wachsenden Zucchini, die viel Platz einnimmt. Überwuchertes Gemüse, Garten, Fülle.]
Kürbisgewächse (z. B. Zucchini und Kürbisse):
Diese Pflanzen haben einen ausgeprägten Ausbreitungsdrang und könnten den begrenzten Raum im Hochbeet überwuchern. Das ist der berechtigtste Punkt dieser Liste. Ein Hokkaido-Kürbis bildet Ranken von drei bis vier Metern Länge und beansprucht drei Quadratmeter; eine Zucchini nimmt gut einen Quadratmeter ein und beschattet mit ihren großen Blättern alles, was daneben steht.
Ganz verzichten muss man trotzdem nicht, wenn man zwei Regeln einhält. Erstens: eine einzige Pflanze je Beet, nicht mehr, und diese an den Rand gesetzt, sodass die Ranken über die Beetkante nach außen wachsen können – auf dem Rasen oder auf einer Strohlage stören sie niemanden. Zweitens: Buschsorten wählen, die es bei Zucchini und auch bei Kürbis gibt und die kompakt bleiben, statt zu ranken. Kürbisgewächse sind ausgesprochene Starkzehrer und stehen im ersten Jahr nach dem Befüllen am richtigen Platz. Unpassend bleiben dagegen Melonen, die neben dem Platz auch noch eine lange Wärmeperiode brauchen, und Riesenkürbisse.
[Bild: Lange Karotten und Rüben, die auf einer Holzoberfläche ausgelegt sind, mit einem Lineal, das ihre Länge zeigt. Wurzelgemüse, Ernte, Messung.]
Gemüse mit tiefen Wurzeln (z. B. Karotten oder Rüben):
Auch dieser verbreitete Einwand hält der Prüfung nicht stand, und er verdient eine klare Richtigstellung: Möhren und Pastinaken gehören zu den Kulturen, die im Hochbeet am besten gelingen. Eine Möhre wird zwanzig bis dreißig Zentimeter lang, eine Pastinake selten mehr als vierzig – ein Hochbeet von sechzig bis achtzig Zentimetern Füllhöhe bietet also reichlich Raum, und zwar durchgehend lockeren, steinfreien Raum. Genau daran scheitert der Anbau im gewachsenen Gartenboden meist: Trifft die Pfahlwurzel auf einen Stein oder eine verdichtete Schicht, gabelt sie sich. Im Hochbeet passiert das nicht.
Zwei Bedingungen sollten Sie einhalten, dann ist das Ergebnis besser als im Bodenbeet. Die oberste Schicht muss feinkrümelig und frei von Steinen und unverrotteten Holzstücken sein – sieben Sie sie notfalls durch. Und düngen Sie zurückhaltend: Möhren sind Mittelzehrer und reagieren auf frischen Mist oder viel Stickstoff mit üppigem Kraut und beinigen, gegabelten Wurzeln. Deshalb kommen sie ins zweite oder dritte Jahr nach dem Befüllen, nicht ins erste. Wirklich zu tief wurzelt allein der Meerrettich, und der gehört aus einem anderen Grund nicht ins Beet.
Mehrjährige und wuchernde Kulturen:
Die Gruppe, die in solchen Listen am häufigsten fehlt, ist zugleich die einzige, bei der ein Hochbeet wirklich an seine Grenze kommt. Spargel braucht acht bis zehn Jahre bis zum Vollertrag und tiefe Dämme, Rhabarber steht ein Jahrzehnt und wird über einen Meter breit, Artischocken ebenso. Alle drei vertragen sich nicht mit dem Rhythmus eines Hochbeets, dessen Füllung nach fünf bis sieben Jahren erneuert werden muss – man kann sie nicht ausräumen, ohne die Pflanze zu opfern. Wer sie dennoch möchte, widmet ihnen ein eigenes Beet und verzichtet dort auf den jährlichen Wechsel.
Die zweite Gruppe sind die Wucherer: Minze, Zitronenmelisse, Meerrettich und Topinambur breiten sich über unterirdische Ausläufer aus und haben ein kleines Hochbeet binnen zwei Jahren vollständig übernommen. Aus einem einzigen zurückgebliebenen Wurzelstück treibt es wieder aus, und ein Hochbeet bietet ihnen dabei die denkbar besten Bedingungen. Setzen Sie diese Pflanzen ausschließlich in einen eingegrabenen Topf oder hinter eine Rhizomsperre – oder besser gleich in ein eigenes Gefäß daneben.
Was sollte im ersten Jahr nicht ins Hochbeet?
[Bild: Ein neu gebautes Hochbeet mit frischer Erde, bereit zum Bepflanzen. Gartenarbeit im ersten Jahr, Bodenvorbereitung, Frühling.]
Zu dieser Frage kursiert eine Auskunft, die sich hartnäckig hält und dennoch falsch ist: dass man im ersten Jahr auf nährstoffhungrige Pflanzen verzichten solle, um den Boden zu schonen. Das Gegenteil trifft zu, und der Grund liegt im Aufbau des Hochbeets selbst. Weil sich unter der Pflanzerde Astwerk, Grassoden und halbreifer Kompost zersetzen, wird im ersten und zweiten Jahr so viel Stickstoff frei wie nie wieder danach. Dieser Vorrat lässt sich nicht aufheben – wer ihn nicht nutzt, verliert ihn an das Sickerwasser.
Die übliche Fruchtfolge im Hochbeet folgt daher genau umgekehrt: Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini, Gurke, Tomate, Kohl und Sellerie in die ersten beiden Jahre, Mittelzehrer wie Möhren, Zwiebeln, Rote Bete und Fenchel ins dritte, Schwachzehrer wie Kräuter, Bohnen, Erbsen, Salat und Radieschen in die Jahre danach. Was im ersten Jahr tatsächlich vermieden werden sollte, ist etwas anderes:
[Bild: Nahaufnahme von kranken Gemüseblättern, die Anzeichen einer Pilzinfektion oder Schädlingsbefall aufweisen. Pflanzenkrankheiten, ungesunder Garten, Gartenprobleme.]
Krankheitsanfällige Pflanzen:
Bei diesem Punkt liegt das Risiko nicht bei den Pflanzen, sondern beim Füllmaterial. Ein frisch geschichtetes Hochbeet ist in Bezug auf bodenbürtige Krankheiten zunächst sauberer als jeder alte Gartenboden – es sei denn, man baut sie beim Befüllen selbst mit ein. Deshalb gehören krankes Schnittgut, von Kohlhernie befallene Strünke, Tomatenlaub mit Braunfäule und Zweige mit Monilia oder Schorf in die Biotonne und nicht in die untere Lage. Dasselbe gilt für Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke und Ackerwinde, die zwischen dem Astwerk zuverlässig wieder austreiben und danach kaum mehr zu entfernen sind.
Was die Pflanzen selbst betrifft, verdient eine Gruppe im ersten Jahr Zurückhaltung, allerdings aus einem ganz anderen Grund: Blattgemüse wie Salat, Spinat, Mangold und Rucola lagern bei üppigem Stickstoffangebot Nitrat in den Blättern ein. In einem frisch befüllten Beet ist genau das der Fall. Diese Kulturen geben deshalb ab dem zweiten oder dritten Jahr das bessere Ergebnis.
[Bild: Üppige, große Brokkoli- und Maispflanzen, die kräftig wachsen und einen hohen Nährstoffbedarf veranschaulichen. Schnellwachsendes Gemüse, gesunder Garten, Sommerernte.]
Gemüse mit hohem Nährstoffbedarf:
Gerade diese Pflanzen sind im ersten Jahr richtig aufgehoben – sie sind der Grund, warum man ein Hochbeet überhaupt schichtet. Brokkoli, Kohl, Kürbis, Zucchini, Gurke und Tomate holen den Stickstoff ab, der bei der Verrottung frei wird, und danken es mit Erträgen, die im ebenerdigen Beet schwer zu erreichen sind. Zusätzlich zu düngen ist im ersten Jahr weder nötig noch sinnvoll; wer es trotzdem tut, erntet üppiges Blattwerk und wenig Frucht und zieht Blattläuse an.
Für das erste Jahr empfiehlt sich daher eine Bepflanzung aus Zucchini oder Kürbis am Rand, Tomaten oder Gurken an einem Rankgerüst an der Nordseite und Kohlarten dazwischen. Salat, Radieschen und Kräuter finden als Lückenfüller weiterhin ihren Platz, sind aber nicht die Hauptkultur. Ab dem dritten Jahr kehrt sich das um, und ab dem vierten wird das Beet zum Kräuter- und Bohnenbeet – bis die Füllung nach fünf bis sieben Jahren erneuert wird und der Kreislauf von vorn beginnt. Durch diese Reihenfolge kann das Hochbeet über seine gesamte Standzeit hinweg das Beste aus dem eingebauten Vorrat holen.


