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Ein Cortenstahl-Hochbeet mit gemulchter Erde, im Vordergrund eine Regentonne mit Gießkanne, die Bepflanzung wirkt dicht und gesund
18.10.2026Ratgeber Hochbeet15 Min. Lesezeit

Inhalt

  1. Warum Sparen beim Hochbeet einen größeren Unterschied macht als im Gartenboden
  2. Die Mulchschicht als wirksamste Einzelmaßnahme
  3. Regenwasser sammeln und gezielt einsetzen
  4. Beete nach Wasserbedarf in Zonen einteilen
  5. Trockenheitsverträgliche Kulturen bewusst einplanen
  6. Tageszeit, Wind und Verdunstung
  7. Boden verbessern: Humus als Wasserspeicher
  8. Dichte Bepflanzung als Verdunstungsschutz
  9. Bewässerungssysteme kurz gedacht
  10. Wo Sparen an seine Grenzen stößt
  11. Die Maßnahmen im Zusammenspiel

Wasser sparen im Hochbeet

Wie viel und wie ein Hochbeet gegossen wird, ist im Beitrag "Hochbeet richtig gießen" ausführlich beschrieben: fünfzehn bis zwanzig Liter je Quadratmeter und Woche in heißen Wochen, selten und durchdringend statt täglich in kleinen Mengen, geprüft mit der Fingerprobe fünf Zentimeter tief. Dieser Beitrag setzt an einer anderen Stelle an und fragt, wie sich diese Menge senken lässt, ohne dass die Pflanzen darunter leiden.

Vier Hebel spielen dabei zusammen: die Wahl der Kulturen, der Aufbau der Erde, die Anordnung im Beet und der Umgang mit Regenwasser. Keiner davon verändert für sich allein viel, in einem trockenen Sommer summieren sie sich aber zu einem Unterschied, den man deutlich merkt - an der Zahl der Gießgänge ebenso wie am Zustand der Pflanzen in einer Hitzewoche.

Sparen bedeutet dabei nicht, weniger zu gießen als nötig. Es bedeutet, weniger Wasser zu verlieren, bevor es überhaupt bei den Wurzeln ankommt, und Kulturen zu wählen, die von vornherein mit weniger auskommen. Wer diese beiden Hebel kombiniert, kann den wöchentlichen Wasserbedarf eines gut geführten Hochbeets über den Sommer spürbar senken, ohne dass sich am Ertrag viel ändert.

Ein Cortenstahl-Hochbeet mit gemulchter Erde, im Vordergrund eine Regentonne mit Gießkanne, die Bepflanzung wirkt dicht und gesund

Warum Sparen beim Hochbeet einen größeren Unterschied macht als im Gartenboden

Ein Hochbeet verliert Wasser über vier freistehende Wände zusätzlich zur offenen Oberfläche, und es hat, anders als ein ebenerdiges Beet, keinen Anschluss an tiefere, feuchte Bodenschichten, aus denen Wasser nachsteigen könnte. Was in der Füllung verdunstet, ist verloren, bis Sie es ersetzen oder Regen fällt. Diese beiden Eigenschaften erklären, warum Sparmaßnahmen hier stärker wirken als bei einem Beet im gewachsenen Boden: Jede Maßnahme, die Verdunstung verringert, schlägt sich unmittelbar in weniger Gießgängen nieder, weil es keinen natürlichen Ausgleich von unten gibt.

Hinzu kommt die Füllung selbst. Locker, humusreich und gut durchlüftet, wie sie für die Wurzeln gewünscht ist, trocknet sie schneller aus als ein dichterer, gewachsener Boden. Besonders im ersten Standjahr, wenn die Füllung noch nicht gesetzt ist und sich um fünf bis fünfzehn Zentimeter absackt, ist der Wasserbedarf höher als in den Folgejahren - eine Besonderheit, die beim Vergleich mit einem etablierten Beet leicht übersehen wird und die beim Rechnen mit Sparmaßnahmen mitgedacht werden sollte.

Die folgenden Abschnitte beschreiben Maßnahmen, die sich unabhängig voneinander umsetzen lassen und sich in ihrer Wirkung addieren. Keine davon ersetzt die Grundregeln aus "Hochbeet richtig gießen" - sie sorgen dafür, dass Sie diese Regeln seltener anwenden müssen.

Die Mulchschicht als wirksamste Einzelmaßnahme

Von allen Maßnahmen, die Wasser sparen, wirkt eine Mulchschicht am stärksten und kostet am wenigsten. Drei bis fünf Zentimeter organisches Material auf der Erde - angetrocknetes Stroh, angewelkter Rasenschnitt oder halb verrotteter Kompost - schatten die Oberfläche ab, bremsen den Wind, der direkt über der Erde streicht, und halten die Bodentemperatur gleichmäßiger. Alle drei Effekte zusammen senken die Verdunstung spürbar, ohne dass Sie an der Gießtechnik selbst etwas ändern müssten - man legt die Schicht einmal auf und pflegt sie über die Saison nur bei Bedarf nach.

Wichtig ist die Materialwahl: Rindenmulch gehört nicht ins Gemüsebeet. Sein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis ist so weit, dass die Bodenbakterien beim Zersetzen den fehlenden Stickstoff aus der Erde holen und ihn den Pflanzen entziehen - genau in der Wachstumsphase, in der er gebraucht wird. Stroh, Rasenschnitt und Laub verrotten dagegen ausgewogener und liefern nach und nach sogar zusätzliche Nährstoffe, statt welche zu binden.

Lassen Sie rings um Stängel und junge Pflanzen eine Handbreit frei, damit sie nicht dauerhaft in feuchtem Material stehen und faulen. Und rechnen Sie mit einer ehrlichen Kehrseite: Mulch bietet auch Schnecken Unterschlupf. In einem Jahr mit starkem Schneckendruck ist eine offene, tagsüber abtrocknende Fläche rings um junge Pflanzen vorübergehend die bessere Wahl - gemulcht wird dann, sobald die Pflanzen groß genug sind, um den Verlust einzelner Blätter wegzustecken.

Eine drei bis fünf Zentimeter dicke Schicht aus Stroh und angewelktem Rasenschnitt bedeckt die Erde zwischen Gemüsepflanzen in einem Hochbeet

Regenwasser sammeln und gezielt einsetzen

Eine Regentonne lohnt sich schon bei einem einzigen Hochbeet, weil sie zwei Dinge gleichzeitig löst: Sie ersetzt Leitungswasser durch kostenloses, und sie liefert Wasser, das temperierter und weicher ist als frisch aus dem Hahn - ein Vorteil gerade für Kulturen, die auf kalkarmes Wasser empfindlich reagieren. Eine Tonne von zweihundert Litern, angeschlossen an eine Dachfläche mit Fallrohr, füllt sich schon bei einem mittleren Sommerregen wieder auf und deckt bei einem üblichen Beet mehrere Wochenrationen ab. Sie müssen dafür nichts umbauen - ein handelsübliches Fallrohr lässt sich mit wenigen Handgriffen mit einem Adapter versehen.

Wie groß die Sammelfläche sein sollte

Als grobe Faustregel liefert ein Quadratmeter Dachfläche bei einem Liter Niederschlag etwa einen Liter Wasser, abzüglich kleiner Verluste durch Verdunstung und Überlauf. Ein durchschnittliches Gartenhaus- oder Garagendach von zehn bis fünfzehn Quadratmetern reicht damit aus, um eine Tonne bei den meisten Sommergewittern rasch wieder zu füllen. Wer mehr als ein Hochbeet versorgen möchte, verbindet zwei oder drei Tonnen mit einem Überlaufschlauch, statt eine einzelne, überdimensionierte Tonne aufzustellen - das verteilt das Gewicht und lässt sich leichter an vorhandenen Fallrohren unterbringen.

Worauf beim Aufstellen zu achten ist

Stellen Sie die Tonne auf einen festen, ebenen Untergrund, denn gefüllt bringt sie schnell zwei Zentnergewicht auf die Fläche. Ein Deckel oder ein feines Netz über der Einfüllöffnung hält Laub und Mückenlarven fern und verhindert, dass sich die Brut über den Sommer im stehenden Wasser vermehrt. In den ersten Minuten eines Regens spült das Wasser Staub und Pollen vom Dach - wer besonders reines Wasser möchte, leitet diese erste Menge über eine einfache Ablaufweiche am Fallrohr an der Tonne vorbei, bevor die eigentliche Sammlung beginnt.

Im Winter sollte die Tonne rechtzeitig vor dem ersten Frost geleert oder zumindest der Ablasshahn geöffnet werden, damit gefrierendes Wasser die Wand nicht sprengt. Für die eigentliche Gartensaison zählt aber vor allem eines: eine Tonne, die tatsächlich am Beet steht und griffbereit ist, wird auch benutzt - eine, die am anderen Ende des Grundstücks steht, bleibt in der Praxis oft ungenutzt, so gut die Rechnung auf dem Papier auch aussieht.

Eine grüne Regentonne mit Deckel steht neben einem Cortenstahl-Hochbeet und ist über einen kurzen Schlauch an ein Fallrohr angeschlossen

Beete nach Wasserbedarf in Zonen einteilen

Ein einzelnes Hochbeet muss nicht einheitlich bewässert werden. Wer Kulturen mit ähnlichem Wasserbedarf räumlich zusammenfasst, statt sie querbeet über das ganze Beet zu verteilen, kann gezielter gießen und vermeidet, dass durstige und genügsame Pflanzen mit derselben Menge versorgt werden - was für die eine zu wenig und für die andere zu viel ist.

Am einen Ende eines Beetes lassen sich Starkzehrer mit hohem Bedarf gruppieren: Tomaten, Gurken, Zucchini und Kürbis. Diese Kulturen vertragen und brauchen die volle Wassermenge und profitieren zusätzlich von einem Gießrand, einer flachen Mulde rings um den Stängel, die das Wasser sammelt, statt es seitlich ablaufen zu lassen.

Am anderen Ende oder in einer eigenen, kleineren Kiste bekommen genügsame Kulturen ihren Platz, die mit deutlich weniger auskommen und bei zu viel Wasser eher schlechter als besser wachsen. Legen Sie diese Zonen möglichst schon beim Bepflanzungsplan fest, statt sie im Laufe der Saison nachträglich zu sortieren - umgesetzte Pflanzen vertragen den Wechsel selten ohne Wachstumsknick.

Diese Aufteilung passt sich auch der Fruchtfolge an, wie sie im Beitrag "Fruchtfolge im Hochbeet: ein Plan über fünf Jahre" beschrieben ist: Starkzehrer stehen ohnehin in den ersten beiden Standjahren im Vordergrund, wenn die Füllung noch am meisten hergibt, und genügsame Kulturen passen gut in die späteren Jahre, wenn das Nährstoffangebot ohnehin nachlässt. Wer Zonen von Anfang an mitplant, spart sich außerdem, jedes Jahr neu zu überlegen, wo welche Pflanze am besten steht.

Ein Hochbeet ist in zwei erkennbare Bereiche gegliedert, links durstige Starkzehrer wie Tomaten und Gurken, rechts genügsame Kulturen mit trockenerer Erde

Trockenheitsverträgliche Kulturen bewusst einplanen

Neben der Gruppierung hilft die Wahl der Pflanzen selbst. Manche Kulturen sind von Natur aus genügsamer und liefern trotzdem einen brauchbaren Ertrag, wenn die Wasserversorgung in einer heißen Woche einmal knapper ausfällt als geplant. Nehmen Sie solche Kulturen bewusst in den Anbauplan auf, wird das Beet insgesamt widerstandsfähiger gegen trockene Sommer, ohne dass Sie auf Vielfalt verzichten müssen.

Die mediterranen Kräuter - Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano - stehen an der Spitze dieser Liste. Sie stammen aus Regionen mit trockenen, mageren Sommern und reagieren auf reichliches Gießen nicht mit besserem Wuchs, sondern mit weicheren, weniger aromatischen Trieben. Für sie ist eine eigene, bewusst sparsam gewässerte Zone im Hochbeet nicht nur eine Sparmaßnahme, sondern die Pflege, die ihnen tatsächlich entspricht.

Mangold verträgt kurze trockene Phasen erstaunlich gelassen für ein Blattgemüse: Die kräftigen, ledrigen Blätter welken bei Wassermangel später als etwa Salat, und die Pflanze erholt sich nach einer verpassten Gießrunde in der Regel vollständig, statt in Blüte zu schießen. Wenn Sie ohnehin schon Mangold im Anbauplan haben, ist er damit einer der unkompliziertesten Kandidaten für eine weniger streng gegossene Zone.

Auch Rote Bete und die meisten Kräuter aus der Familie der Doldenblütler, etwa Dill, kommen mit unregelmäßigerer Wasserversorgung besser zurecht als die klassischen Starkzehrer. Man sollte diese Genügsamkeit aber nicht mit Anspruchslosigkeit an anderer Stelle verwechseln: Alle genannten Kulturen brauchen weiterhin einen nährstoffreichen Boden, sie kommen lediglich mit weniger Wasser dabei aus.

Am anderen Ende der Skala stehen Kulturen, bei denen sich Sparen verbietet: Gurken, Zucchini und frisch gesäte oder gerade pikierte Jungpflanzen brauchen zuverlässig ihre volle Wassermenge, weil ihnen sonst rasch sichtbare Schäden entstehen. Sparmaßnahmen wirken am besten, wenn sie gezielt bei den genügsamen Kulturen ansetzen und die durstigen Arten weiterhin regulär versorgt werden.

Eine trockenheitsverträgliche Zone im Hochbeet mit Rosmarin, Thymian und kräftigem Mangold, die Erde zwischen den Pflanzen ist sichtbar trocken

Tageszeit, Wind und Verdunstung

Wie viel Wasser tatsächlich bei den Wurzeln ankommt, hängt nicht nur von der gegossenen Menge ab, sondern davon, wie viel auf dem Weg dorthin verloren geht. Am Mittag, bei praller Sonne und niedriger Luftfeuchte, verdunstet ein erheblicher Teil des Wassers, bevor es überhaupt einsickert - Sie gießen dann zwar dieselbe Menge, aber ein kleinerer Anteil davon kommt tatsächlich an. Der frühe Morgen ist deshalb nicht nur wegen Pilzbefall und Schnecken der bessere Zeitpunkt, sondern auch, weil die Luft dann kühler und feuchter ist und weniger verdunstet, bevor das Wasser in die Erde eingezogen ist.

Wind wirkt ähnlich wie Sonne: Er trägt die feuchte Luftschicht direkt über der Erde ab und beschleunigt so die Verdunstung an der Oberfläche, selbst an einem eher kühlen, aber böigen Tag. Ein Hochbeet, das an einer windexponierten Stelle im Garten steht, trocknet dadurch schneller aus als eines im Windschatten einer Hecke oder Mauer, auch wenn die Sonneneinstrahlung an beiden Stellen ähnlich ist.

Wo sich die Lage im Nachhinein nicht mehr ändern lässt, kann eine dichtere Bepflanzung am Windrand oder ein zusätzlicher Mulchring diesen Effekt teilweise ausgleichen. Beobachten Sie an einem windigen Tag, wie schnell die Oberfläche zwischen den Pflanzen abtrocknet - das gibt Ihnen einen guten Hinweis darauf, ob an dieser Stelle etwas mehr Schutz sinnvoll wäre.

Die Beetwände selbst spielen ebenfalls eine Rolle, allerdings über einen anderen Mechanismus, als oft angenommen wird. Wenige Millimeter Cortenstahl speichern keine nennenswerte Wärme, die sie später an die Füllung abgeben könnten. Was tatsächlich passiert, ist eine Kopplung an die Außenluft: Die Randzone entlang der Wand folgt der Lufttemperatur enger als die Mitte des Beetes, ist also tagsüber wärmer und nachts kälter - und genau diese wärmere Randzone trocknet an heißen Tagen schneller aus als die Beetmitte. Wer dort mulcht oder genügsamere Kulturen setzt, gleicht diesen Effekt aus, statt ihn zu ignorieren.

Boden verbessern: Humus als Wasserspeicher

Neben der Oberfläche lässt sich auch die Erde selbst so vorbereiten, dass sie Wasser besser hält. Humus - also gut verrotteter organischer Anteil im Boden - wirkt dabei wie ein Schwamm: Er kann ein Mehrfaches seines eigenen Gewichts an Wasser aufnehmen und gibt es langsamer wieder ab als eine humusarme, sandige oder stark mineralische Erde. Eine Füllung mit ausreichend reifem Kompost im oberen Bereich, wie sie der übliche Schichtaufbau eines Hochbeets ohnehin vorsieht, speichert damit von sich aus mehr Wasser als eine magere Erde.

Reifer Kompost, regelmäßig oberflächlich eingearbeitet, erhält diesen Effekt über die Jahre. Näheres dazu, welcher Kompost sich eignet und wie er angesetzt wird, beschreibt der Beitrag "Kompost für das Hochbeet". Für das Thema Wassersparen genügt an dieser Stelle die Faustregel: Je mehr reifer, feinkrümeliger Humus in der oberen Schicht steckt, desto seltener müssen Sie in einer heißen Woche nachgießen, weil der Boden selbst als Zwischenspeicher wirkt.

Ein zu grober, noch nicht ausreichend verrotteter Kompostanteil kehrt diesen Effekt allerdings um: Frisches, noch strukturreiches Material lässt Wasser eher schnell durchlaufen, statt es zu halten, und bindet zusätzlich Stickstoff beim Nachreifen im Beet. Für die Wasserspeicherung zählt also nicht die Menge an organischem Material allein, sondern sein Reifegrad.

Prüfen Sie deshalb beim jährlichen Nachfüllen im Frühjahr, ob der eingebrachte Kompost tatsächlich reif ist: Er sollte dunkel, krümelig und erdig riechen, ohne noch erkennbare Rasenschnitt- oder Holzstücke. Was noch nicht so weit ist, reift besser in einem eigenen Komposthaufen weiter, statt vorzeitig ins Hochbeet zu wandern.

Reifer, feinkrümeliger Kompost wird mit einer Harke oberflächlich in die obere Erdschicht eines Hochbeets eingearbeitet

Dichte Bepflanzung als Verdunstungsschutz

Eine locker bepflanzte Fläche mit viel offener Erde dazwischen verdunstet mehr als eine dicht bewachsene, weil die Sonne ungehindert auf den Boden trifft. Wer sein Hochbeet in einer Mischkultur eng bepflanzt, statt großzügige Abstände zwischen einzelnen Pflanzen zu lassen, nutzt die Blattmasse selbst als Verdunstungsschutz: Die Pflanzen beschatten gegenseitig die Erde und senken damit die Bodentemperatur an der Oberfläche, ganz ähnlich wie eine Mulchschicht, nur mit lebendem Material.

Besonders wirksam ist eine Kombination aus hohen und niedrigen Kulturen im selben Beet: Stangenbohnen oder hoch wachsende Tomaten werfen im Laufe des Sommers Schatten auf niedrigere Nachbarn wie Salat oder Feldsalat, die ihrerseits Hitze schlechter vertragen als die schattenspendenden Arten.

Diese Anordnung ist zugleich eine der ältesten Formen der Mischkultur und hat neben dem Wasserspareffekt den zusätzlichen Vorteil, dass die Fläche insgesamt intensiver genutzt wird. Planen Sie die hohen Kulturen bevorzugt auf der Südseite des Beetes ein, damit der Schatten tatsächlich auf die niedrigeren Nachbarn fällt und nicht am Beet vorbeiwandert.

Eine Grenze gehört dazu genannt: Zu dicht gepflanzt, staut sich zwischen den Blättern die Feuchtigkeit nach dem Gießen, das Laub trocknet langsamer ab, und Pilzkrankheiten finden bessere Bedingungen. Der Vorteil beim Wassersparen darf also nicht dazu führen, dass die für die einzelne Kultur empfohlenen Pflanzabstände unterschritten werden - ein dichter, aber nicht überfüllter Bestand ist das Ziel.

Bewässerungssysteme kurz gedacht

Wer ein Hochbeet regelmäßig nutzt, kommt an einer festen Bewässerung irgendwann nicht ganz vorbei - vor allem, weil sie nicht nur Zeit spart, sondern gleichmäßiger gießt als eine Gießkanne in der Hand. Ein Tropfschlauch, unter der Mulchschicht auf der umlaufenden Oberkante der Erde verlegt, gibt Wasser langsam und direkt an die Wurzel ab, sodass praktisch nichts an der Oberfläche verdunstet, bevor es einsickert. Kombiniert mit einer Zeitschaltuhr, die auf wenige, längere Durchgänge statt auf tägliche kurze Stöße eingestellt ist, deckt sich diese Technik mit der Grundregel aus "Hochbeet richtig gießen".

Wie ein Tropfschlauch verlegt wird, welche Zeitschaltuhr sich eignet und wie eine Urlaubsbewässerung über zwei Wochen zuverlässig funktioniert, ist dort ausführlich beschrieben und wird hier nicht wiederholt. Für das Thema Sparen zählt vor allem ein Punkt: Ein Tropfschlauch spart nicht dadurch Wasser, dass er weniger davon abgibt, sondern dadurch, dass fast alles davon tatsächlich bei den Wurzeln ankommt, statt zu verdunsten oder seitlich wegzulaufen.

Ein schwarzer Tropfschlauch liegt unter einer Mulchschicht zwischen Gemüsepflanzen in einem Hochbeet, ein Ende ist an einen Wasserhahn angeschlossen

Wo Sparen an seine Grenzen stößt

So wirksam die genannten Maßnahmen zusammengenommen sind, ersetzen sie die Grundversorgung nicht. Eine Mulchschicht verringert die Verdunstung, sie erzeugt kein Wasser. Trockenheitsverträgliche Kulturen kommen mit weniger aus, sie brauchen aber immer noch etwas. Wer in einer wirklich langen Hitzeperiode ganz auf das Gießen verzichtet, weil das Beet gemulcht und mit genügsamen Pflanzen bestückt ist, wird trotzdem Ertragseinbußen und im schlimmsten Fall welke, nicht mehr erholungsfähige Pflanzen erleben.

Besonders im ersten Standjahr einer neuen Füllung sollten Sparmaßnahmen zurückhaltender eingesetzt werden als in einem etablierten Beet. Die noch lockere, nicht gesetzte Erde speichert schlechter, und wer hier zu sehr auf Mulch und genügsame Kulturen allein setzt, ohne die tatsächliche Feuchtigkeit mit der Fingerprobe zu prüfen, unterschätzt leicht den wirklichen Bedarf.

Sparmaßnahmen entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn die Füllung ein bis zwei Jahre in Ruhe gelegen hat und sich gesetzt hat. Verlassen Sie sich in diesem ersten Jahr lieber einmal zu oft auf die Fingerprobe, als sich blind auf Mulch und Kulturwahl zu verlassen - man gewinnt die Erfahrung, welche Maßnahme bei der eigenen Füllung wie stark wirkt, ohnehin erst über eine ganze Saison.

Ebenso wenig lässt sich ein grundsätzlich zu trockener, sonniger und windiger Standort durch Sparmaßnahmen vollständig kompensieren. Sie mildern den Mehrbedarf, sie heben ihn nicht auf. Wo die Lage des Beetes von vornherein ungünstig ist, bleibt am Ende doch mehr Gießaufwand nötig als bei einem geschützteren Platz - eine ehrliche Einschränkung, die bei der Standortwahl mitgedacht werden sollte, bevor das Beet aufgebaut wird.

Die Maßnahmen im Zusammenspiel

Keine einzelne Maßnahme aus diesem Beitrag verändert den Wasserbedarf eines Hochbeets dramatisch. In der Summe wirken Mulchschicht, Regenwassernutzung, Zonenbildung nach Bedarf, die Wahl genügsamer Kulturen, ein reifer, humusreicher Boden und eine ausreichend dichte Bepflanzung aber deutlich zusammen und senken den Aufwand über eine ganze Saison spürbar - ohne dass Sie an der Grundtechnik aus "Hochbeet richtig gießen" etwas ändern müssten.

Am wirksamsten ist eine Kombination, die zum eigenen Standort passt: ein windgeschütztes Beet braucht andere Schwerpunkte als ein vollsonniges, freistehendes, und ein Beet im ersten Standjahr andere als eines, das seit Jahren gesetzt ist. Beobachten Sie über eine Saison, welche der Maßnahmen bei Ihnen den größten Unterschied macht, und bauen Sie darauf im Folgejahr gezielt weiter auf, statt alle Punkte auf einmal umzusetzen.

So verstanden ist Wassersparen im Hochbeet kein einzelner Kniff, sondern eine Reihe kleiner, sich ergänzender Entscheidungen - bei der Materialwahl für den Mulch, bei der Standortwahl der Kräuterzone, beim Reifegrad des Kompostes und beim Umgang mit dem Regen, der ohnehin vom Himmel fällt. Wenn Sie diese Entscheidungen einmal bewusst treffen, müssen Sie sie danach kaum noch anpassen und profitieren davon in jedem trockenen Sommer erneut - ganz gleich, ob man ihn an der Wasseruhr misst oder einfach daran, wie selten die Gießkanne in dieser Saison zum Einsatz kommt.

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