
Hochbeet als Frühbeet
Hochbeet als Frühbeet - ein Do it yourself Anleitung.
Hochbeete sind eine gute Möglichkeit, um Pflanzen anzubauen, aber sie können auch in ein Frühbeet umgewandelt werden. Ein Frühbeet ermöglicht es Ihnen, die Ernte früher zu erhalten und eine größere Auswahl an Gemüse zu erhalten. Um Ihr Cortenstahl Hochbeet in ein Frühbeet zu verwandeln, müssen Sie einige Schritte befolgen.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Eine lichtdurchlässige Abdeckung lässt die Sonnenstrahlen herein, hält die abgestrahlte Wärme aber zurück. Darunter liegt die Temperatur an einem sonnigen Märztag deutlich über der Außentemperatur, und der Boden erwärmt sich Wochen früher. Ein Hochbeet bringt dafür schon von Haus aus gute Voraussetzungen mit: Es steht frei in der Sonne, seine Erde erwärmt sich rascher als der Gartenboden, und eine dunkle Cortenstahlwand nimmt zusätzlich Wärme auf und gibt sie in der Nacht wieder ab. Wer sein Beet erst im Herbst neu geschichtet hat, hat noch einen Vorteil: Die Verrottung des Astwerks im Inneren liefert in den ersten beiden Jahren zusätzliche Wärme von unten.
Hochbeet als Frühbeet - isolieren
Zunächst müssen Sie die Seiten des Hochbeets isolieren. Dies kann mit Styropor, Luftpolsterfolie oder anderen Isoliermaterialien erfolgen. Dies hilft, die Wärme im Beet zu halten und verhindert, dass die Wärme nachts entweicht. Angebracht wird die Dämmung an der Innenseite der Beetwand, bevor die Erde eingefüllt wird – dort hält der Druck der Füllung sie ohne Kleber oder Schrauben an Ort und Stelle, und von außen bleibt das Beet unverändert ansehnlich. Luftpolsterfolie in Gewächshausqualität ist dafür das praktischste Material: Sie ist billig, lässt sich mit der Schere zuschneiden und dämmt über die eingeschlossene Luft. Von Glasfasermatten ist dagegen abzuraten – sie saugen sich mit Wasser voll, verlieren dadurch ihre Wirkung und zerfasern in einem Beet, in dem Sie mit den Händen arbeiten.
Ehrlicherweise gehört dazu: Die Seitendämmung bringt den kleineren Teil des Effekts. Den größten Wärmeverlust hat ein Frühbeet nach oben, über die Abdeckung, und der zweitgrößte entsteht an undichten Rändern. Wer nur eine Sache tut, sollte deshalb bei der Abdeckung anfangen. Bei einem Hochbeet, das ohnehin schon eine Wandstärke und eine große, träge Erdmasse hat, ist die Dämmung ein Zusatz, keine Voraussetzung.
Boden abdecken
Als nächstes können Sie die Erdoberfläche abdecken. Eine schwarze Mulchfolie oder ein dunkles Vlies auf der Erde nimmt die Sonnenstrahlung auf und erwärmt den Boden schneller als eine offene Fläche. Legen Sie die Folie zwei bis drei Wochen vor der geplanten Aussaat auf und beschweren Sie die Ränder. Wichtig: Vor der Aussaat kommt sie wieder herunter, sonst finden die Keimlinge kein Licht. Für die Nächte gilt umgekehrt, dass die Erde selbst der beste Wärmespeicher ist, den das Beet hat – ihre am Tag aufgenommene Wärme gibt sie nachts wieder ab. Ein zusätzliches Gartenvlies, das Sie abends über die Pflanzen legen und morgens wieder abnehmen, hilft bei angekündigtem Frost mehr als jede dauerhafte Bodenabdeckung.
Folie verwenden
Schließlich muss über dem Beet eine lichtdurchlässige Folie oder eine Glasscheibe platziert werden. Dies hilft, die Wärme im Beet zu halten und die Temperatur im Beet zu erhöhen. Die Folie oder Glasscheibe sollte so platziert werden, dass sie mindestens dreißig Zentimeter über dem Beet liegt. Eventuelle Lücken können Sie leicht mit Vlies, einem Tuch oder ähnlichem verstopfen. Bewährt hat sich ein einfacher Rahmen aus Dachlatten mit einer Neigung nach Süden: Die schräge Fläche fängt die tiefstehende Frühjahrssonne besser ein, und das Kondenswasser läuft an der Innenseite ab, statt auf die Blätter zu tropfen. Als Bespannung eignen sich UV-beständige Gewächshausfolie, Doppelstegplatten oder ein alter Fensterflügel. Achten Sie darauf, die Abdeckung gegen Wind zu sichern – ein Scharnier an der Nordseite und ein Haken vorn genügen.
Lüften – der Punkt, an dem die meisten scheitern
Ein geschlossenes Frühbeet heizt sich in der Sonne erstaunlich schnell auf. Schon an einem klaren Märztag mit acht Grad Außentemperatur können darunter innerhalb einer Stunde über vierzig Grad erreicht werden, und bei solchen Werten sind junge Salatpflanzen am selben Vormittag verloren. Öffnen Sie die Abdeckung deshalb ab etwa fünfzehn Grad Außentemperatur einen Spalt und stellen Sie sie an milden Tagen ganz auf. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, sollte die Abdeckung morgens grundsätzlich einen Spalt aufstellen und mit einem Holzklotz sichern; ein automatischer Fensterheber mit Wachszylinder nimmt einem diese Entscheidung ganz ab. Das Lüften trocknet zugleich die Luftfeuchtigkeit ab, die sonst über Nacht auf den Blättern kondensiert und Grauschimmel begünstigt.
Was sich früh aussäen lässt
Unter der Abdeckung lässt sich die Saison um vier bis sechs Wochen vorverlegen. Ab Ende Februar oder Anfang März, sobald die Erde nicht mehr gefroren ist, gelingen Radieschen, Pflücksalat, Spinat, Rucola, Asia-Salate, frühe Möhren und Kohlrabi. Warme Kulturen wie Tomate, Gurke oder Kürbis gehören dagegen nicht ins Frühbeet – sie brauchen dauerhaft warme Nächte und kommen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Prüfen Sie vor der ersten Aussaat die Bodentemperatur: Unter acht Grad keimt kaum etwas, und Saatgut, das zu lange in kalter, feuchter Erde liegt, fault. Im Sommer nimmt man die Abdeckung ganz ab und nutzt das Beet normal weiter; im Herbst kommt sie noch einmal zum Einsatz und verlängert die Ernte von Feldsalat und Winterportulak bis in den Dezember.


