
Inhalt
- Warum überhaupt lagern, wenn das Hochbeet so klein ist
- Wurzelgemüse einkellern: die Sandkiste
- Die Erdmiete: Einkellern ohne Keller
- Kartoffeln: eine Kultur mit eigenen Regeln
- Trocknen: Kräuter, Bohnen, Paprika und Chili
- Fermentieren: Milchsäuregärung am Beispiel Sauerkraut
- Einfrieren: was sich eignet und was nicht
- Einwecken als weitere Möglichkeit
- Welche Methode zu welchem Gemüse passt
Ernte lagern und haltbar machen
Ein Hochbeet lässt sich in einer knappen Stunde am Feierabend versorgen, ist aber intensiv genug bepflanzt, dass es an manchen Tagen mehr liefert, als Sie an einem Abend in der Küche verarbeiten können. Zwei Reihen Möhren, ein Dutzend Roter-Bete-Knollen und ein Kohlkopf werden nicht selten am selben Wochenende reif, und wenn Sie 1.200 Liter Füllung auf 1,6 Quadratmetern gut belegen, ernten Sie in Wellen, nicht in Portionen.
Wenn Sie dann nur die Wahl zwischen sofort essen und wegwerfen haben, verschenken Sie einen Teil der eigenen Arbeit. Dabei brauchen Sie für die meisten Kulturen aus dem Hochbeet weder eine große Küche noch besondere Geräte, sondern nur das passende Verfahren zur richtigen Zeit.
Dieser Beitrag stellt die Verfahren vor, mit denen sich Ernte über Wochen oder Monate hinweg nutzen lässt, statt nur über Tage: das Einkellern von Wurzelgemüse in Sandkisten, die Erdmiete als Alternative ohne Keller, die Sonderbehandlung für Kartoffeln, das Trocknen von Kräutern und Hülsenfrüchten, das Fermentieren am Beispiel von Sauerkraut, das Einfrieren mit seinen Grenzen und, kurz gestreift, das Einwecken. Am Ende steht die Frage, welches Verfahren zu welchem Gemüse aus dem eigenen Hochbeet passt.
Warum überhaupt lagern, wenn das Hochbeet so klein ist
Die Fläche eines Hochbeets täuscht über die Erntemenge hinweg, die auf ihr zusammenkommt. Eine dichte Reihenbepflanzung, wie sie auf begrenzter Fläche üblich ist, bringt viele Pflanzen gleichzeitig zur Reife, weil sie gleichzeitig gesät oder gepflanzt wurden und unter denselben Bedingungen stehen. Anders als auf einer großen Ackerfläche, wo sich Sorten und Aussaattermine breiter staffeln lassen, konzentriert sich die Ernte im Hochbeet oft auf wenige Wochen im Spätsommer und Herbst: Möhren, Rote Bete und Sellerie werden reif, während Kohl noch steht und die letzten Bohnen abreifen. Wenn Sie das alles binnen weniger Tage verbrauchen wollen, müssen Sie entweder viel einladen oder viel wegwerfen.
Lagern verlängert die Nutzung der eigenen Ernte um Wochen bis Monate und schließt damit die Lücke zwischen der arbeitsintensiven Erntesaison und dem Rest des Jahres, in dem aus dem Beet selbst kaum noch etwas kommt. Es ist auch keine zusätzliche Aufgabe obendrauf, sondern der eigentliche Abschluss der Saison: Wer sät, pflegt und erntet, aber nichts davon über den Herbst hinaus nutzt, hat nur die Hälfte der Arbeit in Ertrag verwandelt.
Welches Verfahren sich anbietet, hängt stark von der Gemüseart ab, und ebenso davon, wie viel Zeit, Platz und Geduld Sie mitbringen. Manches Gemüse verlangt kaum mehr als einen kühlen, dunklen Winkel, anderes braucht eine kurze Vorbereitung, wieder anderes eine mehrtägige Gärung. Genau darum geht es in den folgenden Abschnitten.
Wurzelgemüse einkellern: die Sandkiste
Möhren, Rote Bete, Sellerie, Pastinaken und Petersilienwurzel gehören zu den Kulturen, die sich mit dem geringsten Aufwand am längsten halten, wenn man ihnen die richtige Umgebung gibt. Das klassische Verfahren dafür ist die Einkellerung in Sandkisten, eine Methode, die vor der Erfindung des Kühlschranks in fast jedem Haushalt mit Keller zum Winter gehörte und die bis heute funktioniert, weil sie genau das liefert, was Wurzelgemüse braucht: Dunkelheit, gleichmäßige Kühle und einen Schutz gegen das Austrocknen.
Der Aufbau ist einfach. In eine Holzkiste oder einen stabilen Karton kommt zuunterst eine Schicht Sand von etwa fünf Zentimetern, darauf eine Lage Gemüse, so dass sich die Wurzeln nicht berühren, darauf wieder eine Schicht Sand, darauf wieder Gemüse, und so weiter, bis die Kiste voll ist oder das Gemüse aufgebraucht ist. Die oberste Schicht schließt mit Sand ab.
Achten Sie darauf, dass die Wurzeln beim Einlagern unbeschädigt sind: Angeschlagene oder angeschnittene Stellen faulen zuerst und stecken von dort aus die Nachbarn an, weshalb Sie verletztes Gemüse besser zuerst essen, statt es einzulagern. Entfernen Sie außerdem das Beetkraut vor dem Einlagern, bis auf einen kurzen Ansatz von ein bis zwei Zentimetern, denn belassenes Laub zieht der Wurzel weiter Feuchtigkeit und beschleunigt so das Welken.
Der Sand selbst darf leicht feucht sein, aber nicht nass. Zu trockener Sand lässt das Gemüse schrumpelig werden, zu nasser Sand fördert Fäulnis. Feuchter Bausand oder Flusssand aus dem Baumarkt eignet sich, gewaschener Sand ohne organische Beimengungen ist im Vorteil, weil er selbst keine Fäulniskeime mitbringt. Manche Gärtner nehmen statt Sand auch trockenes Herbstlaub oder Sägespäne; das Prinzip bleibt dasselbe, nur der Feuchtigkeitsschutz fällt beim Sand etwas verlässlicher aus.
Als Grundwerte für den Lagerort gelten Temperaturen um 0 bis 5 Grad und eine hohe Luftfeuchte, ohne dass Wasser sichtbar kondensiert. Ein unbeheizter, frostfreier Keller erfüllt das meist von Natur aus, ebenso eine Garage mit gedämmter Wand oder ein kühler Vorratsraum an der Nordseite des Hauses.
Zu warm gelagertes Wurzelgemüse treibt aus oder schrumpft schneller, zu trocken gelagertes wird welk und ledrig. Kontrollieren Sie am besten alle paar Wochen, und entfernen Sie angefaulte Exemplare sofort, bevor sich die Fäulnis auf die Schicht darüber und darunter ausbreitet. Stellen Sie die Kiste an einem Ort mit gleichmäßiger Temperatur auf: Das erspart die Kontrolle nicht, verringert aber die Zahl der Ausfälle spürbar.
Die Erdmiete: Einkellern ohne Keller
Wenn Sie keinen Keller haben, müssen Sie auf die lange Lagerung von Wurzelgemüse nicht verzichten. Die traditionelle Alternative ist die Erdmiete, ein im Garten angelegter Lagerplatz, der die Aufgabe des Kellers übernimmt: Er hält das Gemüse kühl, dunkel und geschützt vor Frost, indem er die isolierende Wirkung von Erde und organischem Material nutzt statt Kellerwänden.
Für den Aufbau wird an einer erhöhten, gut dränierten Stelle im Garten eine flache Grube ausgehoben oder, bei ohnehin schon trockenem Boden, direkt auf der Oberfläche eine Schicht Stroh oder trockenes Laub ausgelegt. Darauf kommt das Gemüse, ähnlich wie in der Sandkiste in Schichten mit Stroh oder Sand dazwischen, zu einem länglichen Haufen aufgeschichtet.
Über das Gemüse kommt wieder eine dicke Schicht Stroh, darüber eine Schicht Erde von zwanzig bis dreißig Zentimetern, die mit dem Spaten glattgestrichen und leicht verdichtet wird, damit Regenwasser abläuft statt einzusickern. Ein kleines Bündel Stroh, das oben aus der Miete herausragt, dient als Belüftungsschacht und zugleich als Anzeiger dafür, wo man beim Öffnen zuerst graben muss.
Standort und Schutz
Der Standort entscheidet über den Erfolg der Miete: Wählen Sie ihn leicht erhöht, damit sich kein Regenwasser sammelt und von unten in die Miete zieht, und möglichst im Halbschatten, damit die Sonne die Erddecke im Winter nicht zu stark auftaut. Staunässe ist der größte Feind einer Erdmiete: Sie führt schneller zu Fäulnis als Kälte, weshalb ein Standort mit gewachsenem, wasserdurchlässigem Untergrund wichtiger ist als ein besonders geschützter. Gegen Frost schützt in erster Linie die Erdschicht selbst, ergänzt durch eine zusätzliche Lage Laub oder Reisig, sobald strenger Frost angekündigt ist. In sehr kalten Lagen legt man vorsorglich Stroh so ein, dass es sich bei Bedarf von oben nachschieben lässt, ohne die Miete komplett zu öffnen.
Ernten Sie von einer Seite her, und verschließen Sie die Miete nach jeder Entnahme wieder sorgfältig, damit kein Frost eindringt und keine Feuchtigkeit entweicht. Legen Sie lieber mehrere kleine Mieten an statt einer großen: So können Sie eine nach der anderen öffnen und müssen nicht jedes Mal die gesamte Vorratsmenge kurzzeitig der Witterung aussetzen.
Für einen Hochbeetgarten mit überschaubarer Erntemenge ist das ohnehin der praktischere Weg: kleine Portionen, die sich vollständig verbrauchen lassen, bevor die nächste Miete geöffnet wird. Eine kleinere Miete lässt sich zudem an einem Nachmittag anlegen und wieder einebnen, was bei einer einzigen großen Anlage kaum zu leisten ist.
Kartoffeln: eine Kultur mit eigenen Regeln
Kartoffeln werden in diesem Beitrag bewusst getrennt von den übrigen Wurzelgemüsen behandelt, denn sie stellen andere Anforderungen und vertragen sich mit manchen Nachbarn im Lager schlecht. Anders als Möhren oder Rote Bete brauchen Kartoffeln keine feuchte Sandpackung; sie lagern lose, in Kisten oder Säcken mit Luftzirkulation, auf trockenem Untergrund.
Entscheidend ist vor allem eines: Dunkelheit. Licht lässt Kartoffeln ergrünen, und die grünen Stellen enthalten Solanin, ein Bitterstoff, der in größeren Mengen unbekömmlich ist und großzügig herausgeschnitten werden muss, bevor die Knolle in die Küche kommt. Eine dunkle Lagerung verhindert das von vornherein.
Dazu kommt die Temperatur: Zu warm gelagerte Kartoffeln beginnen vorzeitig auszutreiben, weil die Ruhephase der Knolle nur eine begrenzte Zeit anhält. Kühl und dunkel gelagert, bei Temperaturen von etwa vier bis acht Grad, lässt sich das Austreiben um Wochen bis Monate hinauszögern; deutlich kälter, wie beim Wurzelgemüse in der Sandkiste, sollte es nicht sein, weil sich sonst vermehrt Stärke in Zucker umwandelt und die Knollen beim Braten oder Backen unangenehm süßlich schmecken und schneller dunkel werden.
Ein Punkt wird häufig übersehen: Lagern Sie Kartoffeln nicht zusammen mit Äpfeln. Äpfel geben beim Reifen das Gas Ethylen ab, das bei Kartoffeln das Austreiben beschleunigt und bei anderem Lagergut die Reifung und Alterung vorantreibt. Wenn Sie Kartoffeln und Obst im selben Raum lagern, trennen Sie sie räumlich, etwa in getrennten Kisten an unterschiedlichen Stellen des Kellers, nicht Seite an Seite auf demselben Regalbrett.
Beschädigte oder angefaulte Knollen gehören, wie bei allem Lagergemüse, sofort aussortiert, denn Kartoffelfäule breitet sich in einer dicht gepackten Kiste schnell auf die Nachbarn aus. Eine kurze Sichtkontrolle beim Umschichten reicht meist aus, um solche Stellen rechtzeitig zu erkennen.
Trocknen: Kräuter, Bohnen, Paprika und Chili
Trocknen entzieht dem Erntegut Wasser und damit den Mikroorganismen die Grundlage, auf der sie sich vermehren. Es ist eines der ältesten Konservierungsverfahren überhaupt und eignet sich im Hochbeetgarten vor allem für Kräuter, aber auch für reife Bohnen, Paprika und Chili.
Kräuter trocknen
Küchenkräuter wie Thymian, Oregano, Bohnenkraut oder Salbei werden am besten kurz vor der Blüte geschnitten, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist, und an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet, etwa in kleinen Bündeln kopfüber aufgehängt oder locker auf einem Gitter ausgebreitet. Direkte Sonne bleicht die Blätter aus und treibt einen Teil der Aromastoffe aus, weshalb ein schattiger Dachboden oder ein trockener, luftiger Schuppen einem sonnigen Fensterbrett vorzuziehen ist. Wie sich Kräuter im Einzelnen anbauen und ernten lassen, ist ein eigenes Thema und an anderer Stelle im Blog ausführlicher behandelt.
Bohnen, Paprika und Chili
Bohnen, die zum Trocknen vorgesehen sind, lässt man anders als Grüne Bohnen an der Pflanze reifen, bis die Hülsen gelb bis braun und rasselnd trocken sind, bevor man sie erntet und die Kerne aus den Hülsen löst. Sind die Hülsen bei feuchter Witterung noch nicht ganz durchgetrocknet, werden sie mitsamt der Pflanze an einem luftigen, überdachten Ort zum Nachtrocknen aufgehängt. Paprika und Chili lassen sich ganz oder halbiert trocknen; kleinere, dünnwandige Chilisorten trocknen luftgetrocknet an einer Schnur aufgereiht innerhalb weniger Wochen, während dickfleischige Paprikaschoten wegen ihres hohen Wassergehalts eher zum Schimmeln neigen und deshalb besser im Ofen bei niedriger Temperatur, deutlich unter sechzig Grad und mit einem Spalt geöffneter Tür, getrocknet werden, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Ob luftgetrocknet oder im Ofen: Fertig getrocknetes Gut muss vor dem Einlagern vollständig durchgetrocknet und abgekühlt sein. Wird zu feuchtes Material in ein geschlossenes Glas gefüllt, bildet sich darin Kondenswasser, und Schimmel ist die Folge, oft unbemerkt hinter dem Glas verborgen, bis der Inhalt beim Öffnen bereits verdorben ist. Aufbewahrt wird Trockengut am besten in dicht schließenden Gläsern, dunkel und trocken gelagert, wobei ganze Kräuterblätter und ganze Chilischoten ihr Aroma länger halten als bereits zerkleinertes Gut.
Fermentieren: Milchsäuregärung am Beispiel Sauerkraut
Fermentieren ist ein Konservierungsverfahren, bei dem nicht Wasserentzug, sondern eine gezielt geförderte mikrobielle Umwandlung das Gemüse haltbar macht. Das klassische Beispiel aus dem Hochbeet ist Sauerkraut aus Weißkohl, aber das Prinzip lässt sich auf andere feste Kohlarten und auf manches Wurzelgemüse übertragen.
Zugrunde liegt die Milchsäuregärung: Auf jedem Kohlblatt sitzen von Natur aus Milchsäurebakterien. Wird der Kohl fein geschnitten, mit Salz vermengt und kräftig durchgeknetet oder gestampft, tritt Zellsaft aus, der zusammen mit dem Salz ein Milieu schafft, in dem sich diese Bakterien vermehren und dabei den im Gemüse enthaltenen Zucker in Milchsäure umwandeln.
Die entstehende Säure senkt den pH-Wert und verhindert damit, dass sich Fäulniserreger ausbreiten, während die Milchsäurebakterien selbst gut damit zurechtkommen. Das Salz hat dabei eine doppelte Aufgabe: Es zieht den Zellsaft aus dem Gewebe und wirkt in der verwendeten Menge zugleich als sanfte Bremse für unerwünschte Keime, ohne die Milchsäurebakterien selbst zu behindern.
Praktisch läuft das über das Salzlake-Prinzip: Der geschnittene und mit Salz durchgeknetete Kohl wird fest in ein Gefäß, klassisch ein Steinguttopf oder ein großes Einmachglas, gedrückt, bis der austretende Saft das Gemüse vollständig bedeckt. Ist von Natur aus nicht genug Saft ausgetreten, wird mit einer leichten Salzlake nachgegossen.
Wichtig ist, dass das Gemüse während der gesamten Gärzeit unter der Flüssigkeit bleibt, denn an der Luft würden sich statt der erwünschten Milchsäurebakterien unerwünschte Schimmelpilze ansiedeln. Dazu dient ein Beschwerungsstein oder eine passende Glasscheibe, die das Gemüse unter der Lake hält.
Ein Gärverschluss auf dem Glas oder Topf lässt das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid entweichen, ohne dass von außen Luft und mit ihr Sauerstoff und Keime eindringen können. Ohne einen solchen Verschluss baut sich im geschlossenen Gefäß Druck auf, oder es muss regelmäßig von Hand entlüftet werden. Die Gärung selbst läuft bei Zimmertemperatur über ein bis zwei Wochen, danach wird das fertige Kraut kühl gelagert, wo es sich über Monate hält. Ähnlich wie Sauerkraut lassen sich auch andere feste Gemüse fermentieren, etwa Möhren oder Rote Bete in Scheiben oder Stiften, wobei das Grundprinzip aus Salz, Milchsäuregärung und luftdichtem Abschluss unter der Lake dasselbe bleibt.
Einfrieren: was sich eignet und was nicht
Einfrieren ist das Verfahren mit dem geringsten Vorbereitungsaufwand, hat aber eine wichtige Grenze: Nicht jedes Gemüse verträgt das Einfrieren und anschließende Auftauen gleich gut. Grundsätzlich gilt, dass wasserreiches, zellzartes Gemüse beim Gefrieren Schaden nimmt, weil sich bildende Eiskristalle die Zellwände aufreißen. Beim Auftauen tritt die Zellflüssigkeit dann aus, und das Gemüse wird schlaff und matschig statt knackig.
Gut geeignet sind Bohnen und Erbsen, die vor dem Einfrieren kurz blanchiert werden sollten: kurz in kochendes Wasser getaucht und danach sofort in Eiswasser abgeschreckt. Das Blanchieren stoppt Enzyme, die sonst auch im gefrorenen Zustand langsam weiterarbeiten und Farbe, Geschmack und Nährwert mindern würden.
Nach dem Abtropfen werden die Bohnen oder Erbsen portionsweise eingefroren, am besten flach ausgebreitet vorgefroren und danach in Beutel umgefüllt, damit sie sich später einzeln entnehmen lassen statt als fester Klumpen.
Weniger geeignet, weil ihr Gewebe besonders wasserreich und zart ist, sind Gurken und Salat. Beide werden nach dem Auftauen matschig und wässrig und eignen sich dann höchstens noch für Suppen oder Smoothies, nicht mehr für den ursprünglichen frischen Verzehr. Wer solches Gemüse übrig hat, ist mit Fermentieren oder, bei Gurken, mit Einlegen in Essig besser bedient als mit dem Gefrierfach.
Auch Radieschen und die meisten Blattsalate teilen dieses Schicksal, während festeres Fruchtgemüse wie Zucchini in Scheiben, nach kurzem Blanchieren, immerhin für Aufläufe und Pfannengerichte brauchbar bleibt, auch wenn die Konsistenz weicher wird als im frischen Zustand.
Einwecken als weitere Möglichkeit
Neben Einkellern, Trocknen, Fermentieren und Einfrieren gibt es mit dem Einwecken, auch Einkochen genannt, noch ein fünftes Verfahren, das hier nur kurz erwähnt sein soll, weil es ein eigenes, umfangreiches Thema für sich ist. Dabei wird Gemüse, oft schon vorgekocht oder als Fertiggericht, in verschließbare Gläser gefüllt und diese anschließend im Wasserbad oder im Backofen so lange erhitzt, dass durch die Hitze Keime abgetötet werden und beim Abkühlen ein Unterdruck im Glas entsteht, der es luftdicht verschließt. Das Verfahren eignet sich besonders für Suppen, Eintöpfe, Sugo aus überreifen Tomaten oder eingelegtes Gemüse in Essig-Zucker-Lake und liefert Vorräte, die bei richtiger Verarbeitung mehrere Jahre halten. Wer sich mit Einwecken näher befassen möchte, findet dazu eigene ausführliche Anleitungen; für den Hochbeetgarten sei an dieser Stelle nur festgehalten, dass es als fünfte Option neben den anderen vier steht und sich besonders für größere Mengen an einmal reifendem Fruchtgemüse anbietet, etwa bei einer plötzlichen Tomatenschwemme im Spätsommer.
Welche Methode zu welchem Gemüse passt
Am Ende der Saison steht meist ein bunter Erntekorb, und die Frage ist weniger, welches Verfahren grundsätzlich das beste ist, sondern welches zu welchem Gemüse passt. Möhren, Rote Bete, Sellerie, Pastinaken und Petersilienwurzel gehören klar in die Sandkiste oder, ohne Keller, in die Erdmiete: Sie halten sich dort roh, ohne weitere Verarbeitung, über den gesamten Winter.
Kartoffeln bekommen ihr eigenes dunkles, kühles Lager, getrennt von Äpfeln und anderem Obst, damit sie nicht vorzeitig austreiben oder ergrünen. Kohl in festen, geschlossenen Köpfen lässt sich teils ebenfalls kühl und dunkel roh lagern, eignet sich aber zugleich hervorragend zum Fermentieren, wenn die Menge größer ist, als sich frisch aufbrauchen lässt, und dieser Weg schont zugleich den Platz im Lager.
Bohnen und Erbsen, die nicht bis zur Trockenreife am Strauch bleiben sollen, gehören blanchiert ins Gefrierfach; sollen sie stattdessen als Trockenware für den Winter dienen, lässt man sie an der Pflanze ausreifen und trocknet die Hülsen nach. Paprika und Chili lassen sich je nach Sorte luftgetrocknet oder im Ofen haltbar machen, während wasserreiches, zartes Gemüse wie Gurken und die meisten Salate weder fürs Gefrierfach noch für die lange Lagerung geeignet sind und am besten frisch verbraucht, eingelegt oder fermentiert werden. Kräuter schließlich trocknen leicht und verlustarm, sofern Sie sie kurz vor der Blüte schneiden und schattig trocknen.
Wer diese Zuordnung im Kopf hat, muss am Ende der Saison nicht mehr improvisieren, sondern weiß bereits beim Ernten, wohin welches Gemüse wandert. Das lohnt sich gerade deshalb, weil ein Hochbeet mit seiner begrenzten Fläche eine besonders konzentrierte Ernte liefert: Wer nur einen Bruchteil davon lagert, statt alles binnen weniger Tage zu verbrauchen, holt aus derselben Fläche über das ganze Jahr verteilt spürbar mehr heraus als aus einer Ernte, die ungenutzt verdirbt. Wie die Erde des Hochbeets über den Winter selbst versorgt wird, während die Vorräte im Keller lagern, beschreibt der Beitrag Das Hochbeet im Winter.


