
Inhalt
- Warum die übliche Beethöhe im Sitzen nicht passt
- Arbeitshöhe im Sitzen: 65 bis 75 Zentimeter
- Unterfahrbarkeit: Beinfreiheit unter dem Beet
- Greifweite: wie breit ein Beet im Sitzen sein darf
- Der Wendekreis: Platz zum Drehen und Rangieren
- Wegbelag: fest, eben, rutschfest
- Wegbreite zwischen den Beeten
- Maßanfertigung statt Kompromiss
- Bewässerung und Werkzeug im Sitzen
- Ein Garten mit mehreren Nutzungshöhen
- Kanten und Übergänge sorgfältig planen
- Was barrierefrei nicht bedeutet
Barrierefrei gärtnern: Hochbeete für Rollstuhl und Rollator
Wenn Sie im Rollstuhl sitzen oder mit dem Rollator unterwegs sind, kennen Sie die Grenzen eines gewöhnlichen Gartenbeets genau: Der Boden liegt zu tief, die Arme reichen nicht bis zur Mitte, und schon der Weg dorthin ist auf unebenem Rasen oder losem Kies eine eigene Herausforderung. Ein Hochbeet verspricht Abhilfe, aber nicht jedes Hochbeet ist für diese Situation gebaut.
Die Höhe, die für einen stehenden Gärtner mit gesundem Rücken angenehm ist, liegt im Sitzen häufig deutlich zu hoch oder an der falschen Stelle. Dieser Beitrag beschäftigt sich nicht mit dem allgemeinen rückenschonenden Vorteil des Hochbeets, den behandelt bereits der Beitrag Rückenschonendes Arbeiten mit Hochbeeten im Garten. Hier geht es um die Fragen, die sich erst stellen, wenn ein Beet tatsächlich vom Rollstuhl oder mit dem Rollator aus bewirtschaftet werden soll: welche Arbeitshöhe im Sitzen sinnvoll ist, ob und wie ein Beet unterfahrbar gebaut wird, wie weit die Arme im Sitzen reichen, wie viel Platz zum Wenden gebraucht wird und welcher Wegbelag dazwischen trägt.
Warum die übliche Beethöhe im Sitzen nicht passt
Ein Hochbeet, das für stehende Nutzer gebaut wird, liegt meist so, dass die Oberkante etwa auf Hüfthöhe endet. Wer steht, muss sich dafür kaum bücken, kann sich mit den Unterarmen auf die Kante stützen und die ganze Fläche im Blick behalten - eine Höhe, die für den stehenden Alltag im Garten seit Jahren als angenehm gilt.
Sitzen Sie dagegen, ist genau diese Höhe ungünstig: Die Kante liegt dann oft auf Brusthöhe oder darüber, die Arbeitsfläche verschwindet aus dem Sichtfeld, und jede Bewegung in Richtung Beet wird zu einer Streckung nach oben, die auf Dauer anstrengt und wenig Kontrolle über das Werkzeug erlaubt. Der Fehler liegt nicht am Hochbeet als Prinzip, sondern an einer Höhe, die für eine andere Körperhaltung gedacht war.
Für ein Beet, das überwiegend sitzend bewirtschaftet wird, muss die Höhe von der Sitzposition aus gedacht werden, nicht von der Standposition. Das bedeutet in der Praxis eine niedrigere Oberkante als beim klassischen, stehend genutzten Hochbeet, dafür aber eine Fläche, die sich im Sitzen bequem überblicken und bearbeiten lässt. Wie groß dieser Unterschied ausfällt, hängt von der Sitzhöhe des jeweiligen Rollstuhls oder Rollatorsitzes ab, und genau deshalb lohnt sich hier eine individuelle Maßangabe mehr als eine pauschale Empfehlung.
Arbeitshöhe im Sitzen: 65 bis 75 Zentimeter
Für die sitzende Gartenarbeit hat sich eine Arbeitshöhe von 65 bis 75 Zentimetern über dem Boden als praxistauglich erwiesen. In diesem Bereich liegt die Beetoberkante ungefähr auf Höhe der Ellenbogen einer sitzenden Person, sodass Hände und Unterarme ohne Anheben der Schultern arbeiten können.
Wer tiefer sitzt oder einen niedrigeren Rollstuhl nutzt, ist mit der unteren Grenze dieses Bereichs besser bedient. Sitzen Sie höher oder verwenden Sie einen Rollator mit Sitzfläche, passt eher die obere Grenze. Ein Hochbeet mit fester, serienmäßiger Höhe trifft diesen Bereich nur zufällig.
Beim Größenrechner des Shops lässt sich die Höhe dagegen frei innerhalb der gefertigten Spannbreite wählen, sodass ein Beet exakt auf die Arbeitshöhe gebaut werden kann, die für Sie passt, statt auf eine Höhe, die für den durchschnittlichen stehenden Nutzer gedacht ist. Diese Freiheit bei der Maßwahl ist der eigentliche Vorteil einer Maßanfertigung gegenüber einem Katalogmaß: Nicht die Form ist entscheidend, sondern dass die Zahl auf dem Papier zur Zahl passt, die am eigenen Rollstuhl gemessen wurde.
Wichtig ist dabei, dass die Arbeitshöhe nicht mit der reinen Beethöhe gleichzusetzen ist, wenn das Beet erhöht aufgestellt wird, etwa auf einem gemauerten Sockel oder einer Rahmenkonstruktion. Wird ein Hochbeet auf einen Unterbau gestellt, muss die Sockelhöhe von der gewünschten Arbeitshöhe abgezogen werden, um die richtige Bestellhöhe für das Beet selbst zu ermitteln. Ein Messfehler an dieser Stelle fällt erst auf, wenn das Beet bereits gefüllt und bepflanzt ist, und lässt sich dann nur mit Aufwand korrigieren.
Unterfahrbarkeit: Beinfreiheit unter dem Beet
Die Arbeitshöhe allein macht ein Beet noch nicht rollstuhlgerecht. Im Rollstuhl braucht man außerdem Platz für die Beine und die Fußstützen unter der Beetkante, um mit dem Oberkörper nah genug an die Fläche heranzukommen. Ohne diesen freien Raum bleibt zwischen Rollstuhl und Beet ein Abstand, der die gewonnene Höhe teilweise wieder zunichtemacht, weil die Arme dann seitlich statt von vorn arbeiten müssen.
Ein unterfahrbares Beet braucht daher zwei Maße gleichzeitig: die passende Arbeitshöhe der Oberkante und einen freien Bereich darunter, der hoch und tief genug für Fußstützen und Knie ist. In der Praxis lässt sich das am einfachsten mit einem hochgestellten, schmalen Beet lösen, das auf Stelzen oder einem offenen Rahmen steht, statt direkt und flächig auf dem Boden aufzusitzen.
Der Größenrechner erlaubt es, Höhe und Grundfläche unabhängig voneinander festzulegen, sodass sich ein solches Beet mit ausreichend Bodenfreiheit planen lässt, ohne dass die Statik der übrigen Konstruktion darunter leidet. Wollen Sie nicht das gesamte Beet unterfahrbar bauen, können Sie auch nur einen Teilabschnitt entsprechend gestalten, etwa eine Ecke oder eine Seite, an der regelmäßig gearbeitet wird, während der Rest des Beets bodenständig bleibt.
Diese Lösung braucht weniger Aufwand bei Fundament und Befüllung, deckt aber nur einen Teil der Fläche ab. Sie eignet sich vor allem dann, wenn die schwerpunktmäßige Pflege ohnehin an einer festen Stelle stattfindet, etwa dort, wo Kräuter oder häufig geerntetes Gemüse stehen.
Greifweite: wie breit ein Beet im Sitzen sein darf
Neben der Höhe entscheidet die Breite des Beets darüber, ob eine Fläche im Sitzen tatsächlich vollständig bearbeitet werden kann. Im Stehen lässt sich über ein breites Beet leicht mit dem ganzen Oberkörper hinweglehnen, im Sitzen ist die Reichweite deutlich eingeschränkter, weil sich der Oberkörper nicht in gleichem Maß nach vorn verlagern lässt, ohne die Balance zu verlieren.
Kommt man nur von einer Seite an ein Beet heran, sollte die Breite deshalb so gewählt werden, dass die gegenüberliegende Kante noch bequem erreichbar bleibt, ohne sich weit strecken oder aufrichten zu müssen. Ist ein Beet dagegen von zwei gegenüberliegenden Seiten zugänglich, etwa freistehend mit Zufahrt auf beiden Längsseiten, verdoppelt sich die nutzbare Breite gegenüber einem Beet, das nur von einer Seite bedient wird.
Für diesen Fall lohnt sich ein U-förmiges oder L-förmiges Beet ebenso wie ein einfaches rechteckiges Beet mit beidseitigem Zugang, je nachdem, welche Form zum Grundriss des Gartens passt. Welche Form für welchen Garten grundsätzlich sinnvoll ist, behandelt der Beitrag Welche Hochbeetform passt in welchen Garten?, hier zählt vor allem, dass die tatsächlich erreichbare Breite von der Anzahl der zugänglichen Seiten abhängt, nicht allein von der Gesamtbreite des Beets.
Bei einem sehr schmalen Beet lässt sich die gesamte Fläche dagegen bereits von einer einzigen Position aus bearbeiten, ohne den Rollstuhl entlang der Kante bewegen zu müssen. Das verringert den Aufwand bei jeder einzelnen Pflegemaßnahme, geht aber zulasten der Anbaufläche, sodass mehrere schmale Beete nebeneinander oft praktischer sind als ein einzelnes, tiefes Beet, das nur zur Hälfte bequem erreichbar ist.
Der Wendekreis: Platz zum Drehen und Rangieren
Ein Beet, das in der Höhe und Breite genau passt, nützt wenig, wenn davor nicht genug Platz zum Wenden bleibt. Für eine vollständige Drehung auf der Stelle braucht ein Rollstuhl deutlich mehr Fläche, als man beim Blick auf das fertige Beet vermutet, und ein Rollator mit ausschwenkenden Rädern beansprucht seitlich zusätzlichen Raum.
Wird dieser Platz beim Anlegen der Beete nicht mitgeplant, entstehen Sackgassen zwischen den Reihen, aus denen man sich nur rückwärts wieder herausbewegen kann. Für die Gartenplanung bedeutet das, den freien Raum vor jedem Beet nicht knapper zu bemessen als den eigentlichen Arbeitsbereich.
Vor allem an Ecken, wo zwei Beete aufeinandertreffen, oder an Stellen, an denen ein Gartenweg abknickt, braucht es zusätzliche Fläche, damit dort gedreht werden kann, ohne die Reifen ins Beet oder in ein angrenzendes Rasenstück zu lenken. Bei der Neuplanung eines Gartens sollten diese Wendeflächen von Anfang an eingezeichnet werden, statt sie erst nachträglich freizuräumen, wenn sich zeigt, dass ein bestimmter Winkel nicht befahrbar ist.
Auch die Anordnung mehrerer Beete zueinander wirkt sich auf den benötigten Wendekreis aus. Reihen mit ausreichend Abstand, die an einem gemeinsamen Hauptweg liegen, lassen sich einzeln anfahren, ohne dass zwischen den Beeten selbst gedreht werden muss. Eine dichte Anordnung mit vielen kurzen Stichwegen wirkt platzsparend, erschwert aber genau die Bewegungen, die im Rollstuhl am meisten Raum brauchen, und sollte deshalb vermieden werden, wenn Barrierefreiheit das Ziel ist.
Wegbelag: fest, eben, rutschfest
Der beste Zugang zum Beet nützt nichts, wenn der Weg dorthin nicht trägt. Rasen wird bei Nässe schnell weich und lässt sich mit Rollstuhlrädern kaum befahren, loser Kies verschiebt sich unter den Rädern und bremst jede Bewegung ab, und unregelmäßig verlegte Trittsteine mit breiten Fugen werden für Rollator und Rollstuhl zur Stolperfalle. Gerade auf dem letzten kurzen Stück vor dem Beet fällt ein unpassender Belag am stärksten ins Gewicht, weil dort ohnehin schon rangiert und gedreht werden muss.
Für einen barrierefreien Gartenweg brauchen Sie einen festen, ebenen und im nassen Zustand rutschfesten Belag, der durchgehend bis an die Beetkante heranreicht. Gepflasterte oder betonierte Wege erfüllen diese Anforderung in der Regel am zuverlässigsten, weil sie eine geschlossene, plane Oberfläche bieten.
Lassen Sie Pflaster verlegen, sollten die Fugen möglichst schmal ausfallen und die einzelnen Platten oder Steine so gesetzt sein, dass keine Kanten hervorstehen, an denen ein kleines Vorderrad hängen bleibt. Auch die Neigung des Weges spielt eine Rolle: Ein leichtes Quergefälle zur Entwässerung ist unvermeidlich, ein durchgehendes Längsgefälle über eine größere Strecke erschwert dagegen das gleichmäßige Vorankommen und sollte, wo es sich einrichten lässt, vermieden oder mit Zwischenpodesten unterbrochen werden.
Wegbreite zwischen den Beeten
Neben dem Belag entscheidet auch die Breite der Wege zwischen den Beeten darüber, ob sich der Garten tatsächlich barrierefrei nutzen lässt. Ein Rollstuhl braucht mehr seitlichen Raum als ein gehender Nutzer, und begegnen sich zwei Personen auf demselben Weg, etwa eine Person im Rollstuhl und eine helfende Person daneben, muss der Weg entsprechend breiter ausfallen als ein reiner Trittweg für eine einzelne, gehende Person.
Ein Weg, der für Fußgänger als komfortabel gilt, kann für Sie im Rollstuhl bereits zu schmal sein, sobald an einer Stelle ein Blumentopf, eine Gießkanne oder ein überhängender Pflanzentrieb den freien Durchgang verengt. Bei der Planung eines barrierefreien Gartens lohnt es sich deshalb, die Wege eher großzügig als knapp zu bemessen und Bereiche für abgestellte Gießkannen, Werkzeug oder Pflanzkübel bewusst außerhalb der eigentlichen Fahrspur einzuplanen.
Stehen mehrere Hochbeete in Reihen, sollte mindestens ein durchgehender Hauptweg diese Breite konsequent einhalten, während schmalere Nebenwege für Personen reserviert bleiben können, die zu Fuß unterwegs sind. So bleibt der Garten für beide Nutzungsarten gleichzeitig zugänglich, ohne dass eine Seite der anderen im Weg steht.
Maßanfertigung statt Kompromiss
Ein Hochbeet aus dem Katalog, das in wenigen festen Größen angeboten wird, zwingt fast immer zu einem Kompromiss zwischen der nächstliegenden verfügbaren Höhe und der tatsächlich benötigten Arbeitshöhe. Für barrierefreies Gärtnern ist genau dieser Kompromiss besonders unbefriedigend, weil schon wenige Zentimeter zu viel oder zu wenig darüber entscheiden, ob ein Beet im Sitzen bequem erreichbar ist oder eben nicht.
Der Shop fertigt Hochbeete, geschweißte Hochbeete, Stützmauern, Raumteiler und Sichtschutzwände über einen Größenrechner nach Maß, bei dem Höhe, Breite und Tiefe frei innerhalb der gefertigten Spannbreiten gewählt werden. Für ein barrierefreies Beet bedeutet das, dass sich die Höhe direkt an der gemessenen Sitzposition orientieren kann, statt an einem Katalogwert, der für einen anderen Zweck festgelegt wurde.
Diese Freiheit hat allerdings eine Kehrseite, die Sie kennen sollten, bevor Sie bestellen: Weil es sich um eine Maßanfertigung handelt, entfällt bei diesen Erzeugnisgruppen das Widerrufsrecht, wie es die Widerrufsbelehrung des Shops beschreibt. Ein Maß, das vorab sorgfältig ermittelt wurde, lässt sich im Nachhinein nicht mehr kostenfrei ändern, und wer unsicher ist, sollte vor der Bestellung lieber zweimal nachmessen als sich auf eine grobe Schätzung zu verlassen.
Gefertigt wird in Deutschland, wahlweise aus Cortenstahl oder aus Baustahl DC01. Cortenstahl bildet über die Zeit eine Patina, die vor Durchrosten schützt und ohne weitere Pflege auskommt, DC01 rostet auf ähnliche Weise rotbraun an, hält dabei aber weniger lange durch. Wer ein Beet plant, das über viele Jahre in derselben Höhe stehen bleiben soll, sollte diesen Unterschied bei der Materialwahl mitdenken, unabhängig davon, ob es barrierefrei genutzt wird oder nicht.
Bewässerung und Werkzeug im Sitzen
Auch die laufende Pflege eines Beets sieht im Sitzen anders aus als im Stehen. Eine Gießkanne, die im Stehen mühelos über die Beetkante gekippt wird, verlangt im Sitzen mehr Kraft aus dem Handgelenk, weil der Oberkörper weniger Hebelwirkung beisteuern kann. Dasselbe gilt für das Umsetzen von Pflanztöpfen oder das Anheben eines vollen Ernteeimers.
Wer regelmäßig gießt, sollte deshalb eher auf eine feste Bewässerungslösung setzen, etwa einen Tropfschlauch mit Zeitschaltuhr, der die tägliche Kipp- und Hebearbeit von vornherein reduziert, statt sich allein auf die Gießkanne zu verlassen. Auch das Werkzeug lässt sich für die sitzende Gartenarbeit anders wählen.
Griffe, die im Stehen kaum eine Rolle spielen, werden im Sitzen wichtiger, weil sich die Handhaltung durch die niedrigere Position ändert und ein zu kurzer Stiel dazu zwingt, den Oberkörper stärker nach vorn zu beugen, als es die eigentlich passende Beethöhe vermeiden sollte. Ein an die Sitzhöhe angepasstes Beet verliert seinen Vorteil schnell wieder, wenn das verwendete Werkzeug diese Anpassung nicht mitmacht.
Ergänzend hilft es, häufig benötigte Gegenstände wie Handschuhe, kleine Schaufel oder Pflanzschnur in unmittelbarer Reichweite am Beet zu verstauen, etwa in einer angehängten Tasche oder einem kleinen Behälter an der Kante, damit nicht jedes Hilfsmittel einzeln herangefahren werden muss. Kleine Wege, die im Stehen kaum ins Gewicht fallen, summieren sich im Rollstuhl schnell zu spürbarem Mehraufwand.
Ein Garten mit mehreren Nutzungshöhen
In vielen Gärten gärtnert nicht nur eine einzige Person, und nicht jede Person im Haushalt ist auf dieselbe Arbeitshöhe angewiesen. Nutzen Sie den Garten sowohl vom Rollstuhl aus als auch gemeinsam mit stehenden Familienmitgliedern, lohnt es sich, unterschiedliche Beethöhen bewusst nebeneinander zu planen, statt einen einzigen Kompromisswert für alle zu suchen.
Ein niedrigeres, unterfahrbares Beet für die sitzende Arbeitshöhe kann neben einem höheren, stehend bequemen Beet stehen, ohne dass eines der beiden die Nutzung des anderen einschränkt. Diese Aufteilung hat einen praktischen Nebeneffekt: Verschiedene Beethöhen lassen sich unterschiedlichen Kulturen zuordnen, etwa niedrig wachsendes Blattgemüse oder Kräuter im barrierefrei erreichbaren Beet und höher rankende Pflanzen, die ohnehin öfter im Stehen gepflegt werden, in einem höheren Beet daneben.
So wird die unterschiedliche Bauhöhe nicht zum sichtbaren Kompromiss, sondern zu einem Teil der Gartengestaltung, der sich sinnvoll in die Pflanzplanung einfügt. Wichtig ist dabei, dass die Wege zwischen den unterschiedlich hohen Beeten weiterhin den gleichen Ansprüchen an Breite, Wendekreis und Belag genügen wie bei einem rein barrierefrei angelegten Garten.
Eine unterschiedliche Beethöhe darf nicht dazu führen, dass die Wege dazwischen für den niedrigeren Nutzungszweck vernachlässigt werden, weil sonst genau an der Stelle, an der die Höhe stimmt, der Zugang scheitert. Wer beide Bereiche gleich sorgfältig plant, gewinnt einen Garten, in dem verschiedene Menschen gleichzeitig und ohne gegenseitige Rücksichtnahme arbeiten können.
Kanten und Übergänge sorgfältig planen
Neben Höhe und Breite spielt auch der Übergang zwischen Weg und Beet eine Rolle, gerade dort, wo mit dem Rollstuhl nah an die Kante herangefahren werden soll. Eine Beetkante, die bündig mit dem Wegniveau abschließt oder nur wenig darüber steht, lässt sich problemlos anfahren.
Springt der Weg dagegen an einer Stelle über eine Stufe auf ein anderes Niveau, entsteht genau an dieser Stelle eine Barriere, die den gesamten übrigen Aufwand bei Höhe und Breite zunichtemachen kann. Auch die umlaufende Oberkante des Beets selbst verdient einen zweiten Blick.
Sie ist bei einem Cortenstahlbeet gleichmäßig geformt, unabhängig davon, ob das Beet rechteckig, rund, L-förmig, U-förmig oder abgesetzt gefertigt wurde, und bietet damit keine hervorstehenden Ecken, an denen man beim nahen Heranfahren hängenbleiben könnte. Legen Sie besonderen Wert auf eine stützende Auflagefläche entlang der Kante, etwa um sich beim Umsetzen aus dem Rollstuhl kurz festzuhalten, sollten Sie diesen Bedarf vor der Bestellung klar benennen, damit die gewählte Breite der Oberkante dazu passt.
Was barrierefrei nicht bedeutet
Ein rollstuhlgerecht geplantes Hochbeet macht die tägliche Pflege leichter, es hebt aber nicht jede körperliche Anforderung auf. Das Befüllen eines Beets mit den unteren, groben Schichten aus Astwerk und Strauchschnitt bleibt eine Aufgabe, die Kraft und meist auch Hilfe von einer zweiten Person braucht, unabhängig davon, wie gut die spätere Arbeitshöhe geplant wurde.
Auch das jährliche Auffüllen nach der Sackung im ersten Jahr oder ein größerer Rückschnitt kräftig wachsender Pflanzen lässt sich nicht allein durch die richtige Beethöhe erledigen. Barrierefreiheit im Garten bedeutet also nicht, dass jede Arbeit ohne fremde Hilfe möglich wird, sondern dass die laufende, tägliche Pflege, das Aussäen, Pflanzen, Gießen, Jäten und Ernten, in einer Höhe und mit einem Zugang stattfinden kann, der auf die tatsächliche Sitzposition abgestimmt ist.
Diese Unterscheidung ehrlich zu benennen, ist wichtiger, als ein pauschales Versprechen zu geben, das sich im Alltag nicht halten lässt. Sind Sie sich vor der Bestellung unsicher, welche Höhe zu Ihrer Sitzposition passt, sollten Sie die Maße lieber am eigenen Rollstuhl oder Rollator abnehmen, statt sich auf allgemeine Richtwerte zu verlassen.
Ein Zollstock und ein paar Minuten am eigenen Sitzplatz liefern zuverlässigere Zahlen als jede pauschale Empfehlung, und genau diese individuellen Zahlen sind es, die eine Maßanfertigung über einen Größenrechner erst sinnvoll machen. Wer sich diese Zeit vor der Bestellung nimmt, muss später nicht mit einer Höhe leben, die nur ungefähr passt.


