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Was darf im Hochbeet nicht fehlen?
Ein gut gepflegtes Hochbeet benötigt bestimmte Elemente, um optimale Bedingungen für das Pflanzenwachstum zu bieten. Hier sind einige wichtige Dinge, die im Hochbeet nicht fehlen sollten:
1. Hochwertige Erde:
Verwende hochwertige Gartenerde oder eine Mischung aus Kompost, verrottetem Mist und mineralischen Materialien, um ein optimales Bodensubstrat im Hochbeet zu schaffen. Dies gewährleistet eine gute Nährstoffversorgung für die Pflanzen. Gemeint ist damit die oberste Lage von zwanzig bis dreißig Zentimetern, in der die Wurzeln der meisten Gemüsearten stehen. Sie sollte feinkrümelig und frei von Steinen und unverrotteten Holzstücken sein, damit Möhren, Rettich und Pastinaken gerade wachsen statt sich zu gabeln. Der mineralische Anteil ist dabei kein Beiwerk: Reiner Kompost sackt stark zusammen und trocknet an der Oberfläche zu einer harten Kruste. Ein Anteil von etwa einem Fünftel Sand oder feinem Splitt hält die Mischung locker und wasserdurchlässig.
2. Drainageschicht:
Eine Drainageschicht am Boden des Hochbeets hilft dabei, überschüssige Feuchtigkeit abzuleiten und Staunässe zu verhindern. Verwende dafür allerdings besser grobes Astwerk und Gehölzhäcksel als groben Kies oder Blähton. Der Unterschied ist erheblich: Beides lässt Wasser abziehen, doch das Holz verrottet über Jahre, gibt dabei Wärme ab und liefert nach und nach Nährstoffe an die Schichten darüber. Kies tut nichts davon, er nimmt nur Platz weg und lässt sich beim Erneuern der Füllung kaum wieder heraussortieren.
Diese unterste Lage ist zugleich der Anfang des Schichtaufbaus, der ein Hochbeet erst von einem hohen Pflanzkasten unterscheidet. Von unten nach oben folgen auf das grobe Astwerk umgedrehte Grassoden oder Laub, darüber halbreifer Kompost oder angetrockneter Rasenschnitt, zuoberst die feine Pflanzerde – grob nach unten, fein nach oben, jede Lage etwa eine Handbreit bis zwanzig Zentimeter. Beim Verrotten entsteht Wärme, die das Beet im Frühjahr früher nutzbar macht, und es werden über Jahre Nährstoffe frei. Deshalb gehören Starkzehrer wie Kürbis, Kohl und Tomate in die ersten beiden Jahre, Mittelzehrer ins dritte und Schwachzehrer wie Kräuter und Bohnen danach. Nach etwa fünf bis sieben Jahren ist der Vorrat aufgezehrt und die Füllung wird erneuert.
Steht das Hochbeet ohne Boden auf gewachsener Erde, zieht das Wasser ohnehin ab, und die grobe Lage dient vor allem der Belüftung. Bei einem Beet mit geschlossenem Boden oder auf einer Terrasse sind dagegen ausreichende Abzugslöcher entscheidend – ohne sie hilft keine Schicht der Welt.
3. Bewässerungssystem:
Ein effizientes Bewässerungssystem, wie zum Beispiel Tropfbewässerung oder ein Bewässerungsschlauch, ist wichtig, um die Pflanzen im Hochbeet regelmäßig mit Wasser zu versorgen. Achte darauf, dass die Bewässerung gleichmäßig und bedarfsgerecht erfolgt. Der Bedarf ist höher, als viele erwarten: Ein Hochbeet steht frei, bekommt von allen Seiten Wind und Sonne und trocknet deshalb spürbar schneller aus als ein ebenerdiges Beet. In heißen Wochen sind fünfzehn bis zwanzig Liter je Quadratmeter und Woche keine Seltenheit. Gieße lieber selten und durchdringend als täglich ein wenig – häufige kleine Gaben halten nur die oberste Schicht feucht und ziehen die Wurzeln nach oben, wo sie beim nächsten heißen Tag als Erste leiden. Ein Tropfschlauch lässt sich am geraden Rand eines Hochbeets aus Cortenstahl sauber befestigen und arbeitet mit wenig Druck.
4. Mulchschicht:
Eine Mulchschicht auf der Oberfläche des Hochbeets hilft, Feuchtigkeit im Boden zu halten, Unkrautwuchs zu reduzieren und die Bodentemperatur stabil zu halten. Verwende jedoch keinen Rindenmulch, sondern eher organische Mulchmaterialien wie Stroh, Heu oder Grasschnitt. Der Grund gegen Rindenmulch ist sein weites Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff: Beim Zersetzen holen sich die Bodenbakterien den fehlenden Stickstoff aus der Erde und entziehen ihn den Pflanzen. Bei Stroh und angetrocknetem Rasenschnitt fällt dieser Effekt gering aus. Drei bis fünf Zentimeter angetrockneten Materials genügen; frischer Rasenschnitt darf höchstens ein bis zwei Zentimeter dick liegen, sonst fault er unter Luftabschluss. Lass rings um Stängel und junge Pflanzen eine Handbreit frei, damit sie nicht dauerhaft in feuchtem Material stehen.
5. Regelmäßige Pflege:
Eine regelmäßige Pflege des Hochbeets ist unerlässlich. Das Entfernen von Unkraut, das Nachdüngen mit organischem Dünger und das Überprüfen auf Schädlingsbefall sind wichtige Aufgaben, um das Hochbeet gesund und produktiv zu halten. Dazu kommt eine Arbeit, die es im ebenerdigen Beet nicht gibt: das Auffüllen. Die Füllung sackt jedes Jahr um fünf bis fünfzehn Zentimeter, weil das organische Material darunter verrottet – im ersten Jahr am stärksten. Fülle deshalb jedes Frühjahr mit reifem Kompost und Gemüseerde auf, bevor du säst oder pflanzt. Notiere dir außerdem, was in welchem Jahr wo stand: Auf der überschaubaren Fläche eines Hochbeets verliert man die Fruchtfolge schnell aus dem Blick, und gerade bei Kohlgewächsen und Doldenblütlern rächt sich das.
6. Wühlmausgitter:
Ein Punkt, der in solchen Aufzählungen meist fehlt und sich später nicht mehr nachholen lässt: Steht das Hochbeet auf gewachsenem Boden, gehört ein engmaschiges Drahtgitter unter die unterste Lage. Sonst finden Wühlmäuse ein gedecktes Winterquartier mit frischen Wurzeln darüber. Eine Maschenweite von etwa 13 Millimetern ist üblich; wichtiger als die Weite ist die Verzinkung, denn unverzinkter Draht ist nach wenigen Jahren durchgerostet. Zieh das Gitter an den Rändern eine Handbreit die Wände hoch und überlappe die Stöße großzügig – jede Lücke ist eine Tür. Der Aufwand fällt nur einmal an, nämlich beim Befüllen. Nachzurüsten hieße, das Beet vollständig auszuräumen.


