
Mangold im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Mangold im Hochbeet ist eine einfache und effiziente Methode, um frisches Gemüse in Ihrem Garten zu kultivieren. Mangold ist für seine Robustheit und seinen hohen Nährstoffgehalt bekannt und eine ausgezeichnete Wahl für Hochbeete. Folgen Sie dieser Anleitung, um erfolgreich Mangold in Ihrem Hochbeet anzubauen.
Mangold im Hochbeet anbauen – Los geht's!
Schritt 1: Standortauswahl
Wählen Sie einen sonnigen Standort für das Hochbeet, da Mangold viel Sonnenlicht benötigt. Ein halbschattiger Standort ist ebenfalls möglich, aber volle Sonne ist ideal. Mangold gehört damit zu den dankbarsten Kulturen für ein Hochbeet: Er verträgt Halbschatten besser als die meisten Gemüsearten und liefert auch an einem Platz noch etwas, an dem Tomaten oder Paprika versagen würden. Planen Sie ihn als Dauerkultur ein – eine Pflanzung trägt von Juni bis in den Winter und im zweiten Jahr noch einmal im Frühjahr.
Schritt 2: Hochbeet vorbereiten
Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus hochwertiger Gartenerde, Kompost und gut verrottetem organischen Material. Stellen Sie sicher, dass das Substrat gut durchlässig ist. Dreißig Zentimeter durchwurzelbare Tiefe genügen. Als Mittelzehrer steht Mangold im zweiten Jahr nach dem Befüllen am besten. Beachten Sie dabei die Verwandtschaft: Mangold ist botanisch dieselbe Art wie die Rote Bete (Beta vulgaris) und mit dem Spinat nahe verwandt. Nach diesen Kulturen sollten drei Jahre vergehen, bevor wieder Mangold auf dieselbe Fläche kommt.
Schritt 3: Mangold-Sorten auswählen
Wählen Sie Mangoldsorten aus, die gut zu Ihrem Geschmack und den lokalen Wachstumsbedingungen passen. Es gibt verschiedene Sorten von Mangold, darunter bunte Sorten mit roten, gelben und orangefarbenen Stielen. Der wichtigere Unterschied ist der zwischen zwei Typen: Stielmangold bildet breite, fleischige Rippen, die sich wie Spargel zubereiten lassen, und braucht entsprechend Platz. Schnitt- oder Blattmangold hat dünne Stiele, wird wie Spinat verwendet, wächst schneller nach und eignet sich für dichtere Pflanzung. Die bunten Sorten gehören meist zum Blattmangold – sie sind zugleich eine Zierde im Beet und deshalb für Hochbeete an sichtbarer Stelle beliebt.
Schritt 4: Aussaat oder Pflanzung
Mangold kann entweder aus Samen direkt im Hochbeet ausgesät oder als Jungpflanzen gepflanzt werden. Die Aussaat kann im Frühjahr erfolgen, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Säen Sie die Samen etwa 1 bis 2 cm tief in die Erde. April bis Anfang Juli ist der Zeitraum; im Hochbeet ist eine frühe Aussaat meist zwei Wochen eher möglich. Eine Eigenheit sollten Sie kennen: Was aussieht wie ein Samenkorn, ist bei Mangold ein Knäuel aus mehreren Samen – aus einer Aussaatstelle kommen deshalb regelmäßig drei bis vier Sämlinge. Vereinzeln ist hier also nicht optional, sondern notwendig. Rechnen Sie mit zwanzig bis dreißig Zentimetern Abstand bei Blattmangold und dreißig bis vierzig bei Stielmangold.
Schritt 5: Pflege
Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, besonders während der Keimung und des Wachstums der Pflanzen. Mulchen Sie das Hochbeet, um die Feuchtigkeit zu erhalten und Unkraut zu unterdrücken. Düngen Sie die Mangoldpflanzen während der Wachstumsperiode mit einem ausgewogenen, organischen Dünger. Halten Sie sich beim Stickstoff zurück: Mangold lagert wie Spinat Nitrat ein, besonders bei wenig Sonne. Eine Handvoll reifer Kompost im Frühsommer reicht. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als der Gartenboden und Mangold große Blätter hat, ist die gleichmäßige Feuchte der wichtigste Pflegepunkt – Trockenstress lässt die Pflanze schossen.
Schritt 6: Ernte
Mangold kann bereits 6-8 Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Sie können die äußeren Blätter schneiden, während die inneren Blätter weiter wachsen. Schneiden Sie die Blätter etwa 5 cm über dem Boden ab, um das nachwachsende Wachstum zu fördern. Nehmen Sie dabei nie mehr als ein Drittel der Blätter auf einmal, dann trägt eine Pflanze über Monate. Ernten Sie am Morgen, solange die Blätter prall sind. Ein Hinweis für die Küche: Mangold enthält Oxalsäure, vor allem in den älteren, großen Blättern – junge Blätter eignen sich roh für den Salat, größere sollten gegart und das Kochwasser weggeschüttet werden.
Schritt 7: Schädlinge und Krankheiten
Überprüfen Sie regelmäßig auf Schädlinge wie Blattläuse oder Schnecken und ergreifen Sie bei Bedarf Maßnahmen. Achten Sie auf Anzeichen von Krankheiten und entfernen Sie infizierte Pflanzen, um die Ausbreitung zu verhindern. Schnecken sind an den jungen Pflanzen der Hauptfeind – die glatte, senkrechte Wand des Hochbeets spielt dabei aber keinen Vorteil aus, denn die Beetwand allein ist kein Schneckenschutz. Später ist am ehesten mit der Rübenfliege zu rechnen, deren Larven helle, blasige Gänge zwischen den Blatthäuten fressen; befallene Blätter einfach abnehmen und entsorgen. Bei dichtem Stand und feuchter Witterung tritt Falscher Mehltau auf – dagegen hilft ausreichender Abstand und Gießen an der Wurzel statt über das Laub.
Schritt 8: Fruchtwechsel
Um Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen, sollten Sie jedes Jahr den Standort der Mangoldpflanzen im Hochbeet wechseln. Drei Jahre Abstand sind das Ziel, und Rote Bete sowie Spinat zählen dabei mit. Bedenken Sie beim Planen, dass Mangold zweijährig ist: Wer die Pflanzen über den Winter stehen lässt – mit einer Schicht Laub geschützt, im Hochbeet leicht mit einem Vlies zu sichern –, erntet im März und April noch einmal frische Blätter, bevor die Pflanze in Blüte geht. Der Platz ist dann allerdings bis in den Frühsommer belegt.


