
Grünkohl im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Grünkohl im Hochbeet ist eine hervorragende Möglichkeit, dieses nährstoffreiche Gemüse in Ihrem Garten zu kultivieren. Grünkohl ist bekannt für seine Robustheit und kann in vielen Klimazonen erfolgreich angebaut werden. Folgen Sie dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Grünkohl in Ihrem Hochbeet zu pflanzen und zu pflegen.
Grünkohl im Hochbeet anbauen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Schritt 1: Hochbeet vorbereiten
Standort: Wählen Sie einen sonnigen Platz für das Hochbeet, da Grünkohl volle Sonne bevorzugt. Boden: Füllen Sie das Hochbeet mit einer Mischung aus Gartenerde und Kompost. Grünkohl gedeiht in gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Als Starkzehrer steht er im ersten oder zweiten Jahr nach dem Befüllen am besten. Wichtig ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 – auf saurem Boden droht die Kohlhernie, eine Wurzelkrankheit, die sich jahrelang im Beet hält. Eine Gabe Algenkalk im Frühjahr hebt den Wert und beugt vor.
Schritt 2: Grünkohl-Sorten auswählen
Es gibt verschiedene Sorten von Grünkohl. Beliebte Sorten sind 'Winterbor', 'Lacinato' und 'Red Russian'. Wählen Sie eine Sorte, die Ihren Vorlieben und klimatischen Bedingungen entspricht. 'Winterbor' ist stark gekraust und ausgesprochen frosthart, 'Lacinato' – auch Palmkohl oder Schwarzkohl genannt – hat dunkle, flache Blätter und einen milderen Geschmack, 'Red Russian' bleibt zarter und eignet sich schon jung für den Salat. Für ein Hochbeet sprechen die kompakteren Sorten: Klassischer Grünkohl wird bis zu achtzig Zentimeter hoch und steht dann im Wind recht exponiert.
Schritt 3: Pflanzzeitpunkt
Grünkohl ist kältetolerant und kann früh im Jahr oder im Herbst gepflanzt werden. Eine Pflanzung im Spätsommer ist ebenfalls möglich für eine Winterernte. Die klassische Anbauweise sät im Mai oder Juni aus und pflanzt im Juli aus – dann steht der Kohl im Herbst kräftig da und wird über den Winter geerntet. Das ist kein Zufall, sondern der Sinn der Sache: Grünkohl braucht die kalte Jahreszeit, um seinen Geschmack zu entwickeln. Wer ihn im Frühsommer erntet, bekommt zähe, bittere Blätter.
Schritt 4: Aussaat oder Setzlinge
Säen Sie Grünkohl direkt ins Hochbeet oder verwenden Sie Setzlinge. Setzlinge sollten etwa 6-8 Wochen alt sein, wenn sie eingepflanzt werden. Direkt gesät wird zwei Zentimeter tief; Grünkohl ist ein Dunkelkeimer und braucht die Erdschicht über dem Korn. Praktischer ist die Anzucht in Töpfen an einer geschützten Stelle, weil das Hochbeet im Mai und Juni meist noch mit Frühjahrsgemüse belegt ist – die Jungpflanzen rücken dann nach, sobald Salat oder Radieschen abgeräumt sind.
Schritt 5: Pflanzabstand
Halten Sie einen Pflanzabstand von etwa 30-40 cm ein, um den Pflanzen genügend Platz zum Wachsen zu geben. Bei hochwachsenden Sorten dürfen es auch fünfzig Zentimeter sein. Das erscheint großzügig, ist aber richtig: Eine ausgewachsene Grünkohlpflanze hat einen Durchmesser von einem halben Meter und mehr. In ein Hochbeet von zwei Metern Länge gehören damit vier Pflanzen, nicht acht – zu eng gesetzt bleiben die Blätter klein und die schlechte Durchlüftung begünstigt Mehltau.
Schritt 6: Pflanzen
Setzen Sie die Pflanzen vorsichtig in die Erde, so dass der oberirdische Teil auf Höhe der Oberfläche des Hochbeets liegt. Bei Kohl gibt es allerdings eine sinnvolle Ausnahme: Setzen Sie ihn ruhig bis zum ersten Blattpaar tief ein. Der Stängel bildet dann zusätzliche Wurzeln, und die kopflastige Pflanze steht im Herbstwind wesentlich stabiler. Drücken Sie die Erde rings um den Wurzelballen fest an und gießen Sie kräftig ein.
Schritt 7: Bewässerung
Halten Sie den Boden stets feucht, besonders während der Keimung und in trockenen Perioden. Regelmäßiges Gießen ist wichtig für das Wachstum des Grünkohls. Der Bedarf ist erheblich – die großen Blätter verdunsten viel. Gießen Sie durchdringend und an der Wurzel, nicht über das Laub. Ab dem Herbst sinkt der Bedarf deutlich; im Winter wird nur an frostfreien Tagen gegossen, und auch dann sparsam.
Schritt 8: Düngung
Düngen Sie nach Bedarf mit organischem Dünger oder Kompost, um eine gleichmäßige Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Eine Kopfdüngung mit Hornspänen oder Brennnesseljauche im August, wenn die Pflanzen ins kräftige Wachstum gehen, ist gut angelegt. Stellen Sie die Stickstoffgaben aber ab Ende September ein: Spät gedüngter Kohl treibt weiches Gewebe, und weiches Gewebe erfriert.
Schritt 9: Pflege
Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und schützen Sie die Pflanzen vor Schädlingen. Organische Schädlingsbekämpfungsmittel können bei Bedarf eingesetzt werden. Der wichtigste Schutz ist ein feinmaschiges Kulturschutznetz von der Pflanzung an – es hält Kohlweißling, Kohlfliege und Erdflöhe zuverlässig fern, und am geraden Rand eines Hochbeets lässt es sich sauber befestigen. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten regelmäßig auf die gelben Eigelege des Kohlweißlings; abgesammelt sind sie schnell, ausgeschlüpft fressen die Raupen eine Pflanze in Tagen kahl. Häufeln Sie hohe Pflanzen im Herbst leicht an.
Schritt 10: Ernte
Grünkohl kann nach etwa 2-3 Monaten geerntet werden. Der Geschmack verbessert sich oft nach dem ersten Frost. Ernten Sie entweder die äußeren Blätter oder den gesamten Kopf. Die bessere Methode ist eindeutig die erste: Nehmen Sie die unteren Blätter ab und lassen Sie das Herz stehen, dann treibt die Pflanze über Monate nach und Sie ernten den ganzen Winter über frisch. Dass der Frost den Grünkohl süßer macht, hat einen handfesten Grund – die Pflanze wandelt bei Kälte Stärke in Zucker um, um sich vor dem Erfrieren zu schützen. Wer nicht warten will, erreicht denselben Effekt, indem er geerntete Blätter über Nacht ins Gefrierfach legt.
Verwenden Sie diese Anleitung als Ausgangspunkt und passen Sie sie gegebenenfalls an die spezifischen Bedingungen Ihres Gartens an. Viel Erfolg beim Anbau von Grünkohl in Ihrem Hochbeet!


