
Koriander im Hochbeet anbauen
Der Anbau von Koriander in einem Hochbeet ist eine großartige Möglichkeit, dieses aromatische Kraut in Ihrem Garten zu kultivieren. Mit einigen einfachen Schritten können Sie frischen Koriander für Ihre Küche anbauen.
Koriander im Hochbeet anbauen - Los geht's!
Schritt 1: Auswahl des Standortes
Standort: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort für das Hochbeet. Koriander gedeiht am besten bei viel Sonnenlicht, kann jedoch auch im Halbschatten wachsen. Für die Blatternte ist der Halbschatten sogar die klügere Wahl: In voller Mittagssonne schießt Koriander schnell in die Blüte, und danach ist mit dem Kraut nichts mehr anzufangen. Wer die Samen ernten will, stellt ihn dagegen in die Sonne. Ein Platz an der Ostseite des Hochbeets, der die Morgensonne bekommt und mittags im Schatten höherer Nachbarn liegt, verbindet beides.
Schritt 2: Hochbeet vorbereiten
Boden: Füllen Sie das Hochbeet mit einer hochwertigen, gut durchlässigen Erde. Mischen Sie Kompost oder gut verrotteten Dünger unter die Erde, um die Nährstoffzufuhr zu verbessern. Halten Sie sich dabei zurück – Koriander ist ein Schwachzehrer und steht im zweiten oder dritten Jahr nach dem Befüllen am besten. Auf frisch befülltem, nährstoffreichem Boden wächst er üppig, schießt aber früh und verliert an Aroma. Wichtiger als Nährstoffe ist ihm ein lockerer Boden: Koriander bildet eine Pfahlwurzel und mag keine Verdichtung.
Schritt 3: Aussaatzeitpunkt
Aussaat: Koriander kann sowohl im Frühjahr als auch im Herbst gesät werden. Es bevorzugt kühlere Temperaturen. Beginnen Sie im Freiland ab April, sobald kein starker Frost mehr droht, und säen Sie bis in den August hinein nach. Die Monate Juni und Juli sind für die Blatternte die schwierigsten – Hitze und lange Tage treiben die Pflanze in die Blüte. Da sich die Erde im Hochbeet früher erwärmt, ist eine erste Aussaat dort meist zwei Wochen eher möglich als im Gartenbeet, und genau diese frühe Kultur liefert die längste Blatternte.
Schritt 4: Aussaatmethode
Säen: Streuen Sie die Koriandersamen direkt auf die Erdoberfläche des Hochbeets. Drücken Sie die Samen leicht in den Boden, aber bedecken Sie sie nur leicht mit Erde, da Koriander Licht für die Keimung benötigt. Ein bis zwei Zentimeter Erde sind richtig. Ein Hinweis, der viel Ärger erspart: Was als "Samenkorn" verkauft wird, ist botanisch eine Spaltfrucht mit zwei Samen darin. Zerdrückt man sie vor der Aussaat vorsichtig zwischen den Fingern, keimt sie schneller und gleichmäßiger. Verpflanzen lässt sich Koriander wegen der Pfahlwurzel praktisch nicht – säen Sie deshalb gleich an Ort und Stelle.
Schritt 5: Pflanzabstand
Abstand: Lassen Sie zwischen den einzelnen Samen etwa 10-15 Zentimeter Platz, um den Pflanzen genügend Raum zum Wachsen zu geben. Wer vor allem Blätter ernten möchte, darf dichter säen – bei fünf Zentimetern beschatten sich die Pflanzen gegenseitig, bleiben kühler und schießen später. Für die Samenernte gelten dagegen die vollen fünfzehn Zentimeter, damit die Dolden ausreifen können.
Schritt 6: Bewässerung
Wasser: Halten Sie den Boden im Hochbeet gleichmäßig feucht, besonders während der Keimung und während trockener Perioden. Koriander mag keine extrem trockenen Bedingungen. Trockenstress ist neben Hitze der zweite Auslöser für vorzeitiges Schossen – eine Pflanze, die einmal zu trocken stand, geht in die Blüte und kommt davon nicht zurück. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als der gewachsene Boden, ist gerade bei diesem Kraut Regelmäßigkeit wichtiger als Menge. Eine dünne Mulchschicht hält die Feuchtigkeit und die Wurzeln kühl.
Schritt 7: Pflege
Pflege: Entfernen Sie Unkraut regelmäßig, um den Korianderpflanzen mehr Platz und Nährstoffe zu bieten. Düngen Sie die Pflanzen alle paar Wochen mit einem ausgewogenen Dünger, um das Wachstum zu fördern. Beim Düngen gilt allerdings Zurückhaltung: Viel Stickstoff bringt große, aber geschmacksarme Blätter. Erscheint mitten in der Pflanze ein aufrechter, runder Stiel, beginnt das Schossen – wer die Blätter ernten will, schneidet ihn heraus, gewinnt damit aber nur wenige Wochen. Verlässlicher ist, alle drei bis vier Wochen nachzusäen.
Schritt 8: Ernte
Ernten: Koriander kann etwa 3-4 Wochen nach der Aussaat geerntet werden, wenn die Pflanzen eine ausreichende Größe erreicht haben. Ernten Sie die Blätter nach Bedarf. Wenn Sie auch die Samen ernten möchten, warten Sie, bis die Blüten erscheinen und sich Samen bilden. Schneiden Sie die äußeren Blätter und lassen Sie das Herz stehen, dann treibt die Pflanze nach. Verwenden Sie das Kraut möglichst frisch – getrocknet verliert Koriander fast sein gesamtes Aroma; einfrieren oder in Öl einlegen erhält es besser. Die Samen schneiden Sie mit der ganzen Dolde, sobald sie braun werden, und lassen sie kopfüber in einer Papiertüte nachtrocknen.
Schritt 9: Verlängerte Ernte
Kontinuierliche Ernte: Um eine kontinuierliche Ernte zu fördern, säen Sie Koriander alle paar Wochen nach. Dies wird sicherstellen, dass Sie immer frische Blätter zur Verfügung haben. Drei bis vier Wochen Abstand haben sich bewährt; eine kleine Fläche von einem halben Quadratmeter reicht für eine Portion. Lässt man einige Pflanzen zur Blüte kommen, sät sich Koriander im Hochbeet auch selbst aus – die Sämlinge im Folgejahr stehen dann zwar unordentlich, sind aber kräftig und schossen spät.
Schritt 10: Überwachen Sie auf Krankheiten und Schädlinge
Überwachung: Achten Sie auf Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen. Koriander ist in der Regel resistent gegenüber den meisten Problemen, aber es ist immer wichtig, frühzeitig zu reagieren, wenn Probleme auftreten. Zu rechnen ist am ehesten mit Blattläusen an den Trieben und mit Mehltau bei dichtem Stand. Das häufigste Problem ist allerdings kein Schädling, sondern Staunässe: Bei zu nassem Stand faulen die Wurzeln, die Pflanze wird gelb und kippt um. Im Hochbeet ist das seltener als im Gartenbeet, weil das Wasser gut abzieht – ein weiterer Grund, Koriander dort zu ziehen. Als Blütenpflanze zieht er im Übrigen Schwebfliegen und Schlupfwespen an, die anderswo im Beet die Blattläuse kurz halten.


