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Sollte ein Hochbeet unten offen sein?
Ein Hochbeet kann sowohl mit einer offenen als auch mit einer geschlossenen Unterseite konstruiert werden. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.
Die kurze Antwort vorweg: Steht das Beet auf gewachsenem Boden, sollte es unten offen sein. Ein Boden wird erst dort nötig, wo es keinen gewachsenen Untergrund gibt – auf einer Terrasse, einem Balkon oder einer gepflasterten Fläche. Die Gründe dafür und das, was in beiden Fällen zu beachten ist, stehen im Folgenden.
Offener Boden – der Regelfall im Garten
Ein offener Boden stellt die Verbindung zwischen der Füllung und dem Erdreich darunter her, und daraus folgt fast alles Weitere. Regenwürmer, Asseln, Springschwänze und Bodenpilze wandern von unten ein und bauen die organische Substanz ab – sie erledigen die Arbeit, für die man sonst regelmäßig Kompost zukaufen müsste. Die Wurzeln tiefwurzelnder Kulturen können über die Beethöhe hinaus in den Untergrund wachsen und holen sich dort Wasser, wenn die oberen Schichten in einer Hitzewoche austrocknen.
Und der Wasserhaushalt regelt sich von selbst: Überschüssiges Wasser zieht nach unten ab, Staunässe kann gar nicht erst entstehen. Genau deshalb ist ein offenes Beet in der Pflege das anspruchsloseste – es braucht seltener Wasser als ein geschlossenes und verzeiht einen zu kräftigen Guss.
Zwei Nachteile hat die Sache, und beide kommen von unten. Wühlmäuse finden im Beet ein gedecktes Winterquartier mit frischen Wurzeln darüber. Und Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke und Ackerwinde wachsen durch die Füllung nach oben, wenn sie im Untergrund schon vorhanden sind. Beides lässt sich beim Aufstellen erledigen und später kaum noch – wie, steht weiter unten.
Geschlossener Boden – für Terrasse, Balkon und Pflasterflächen
Wo kein gewachsener Boden zur Verfügung steht, führt am geschlossenen Boden kein Weg vorbei. Das betrifft Terrassen, Balkone, Dachgärten und gepflasterte Höfe – überall dort, wo ein offenes Beet die Fläche darunter durchnässen würde.
Drei Punkte entscheiden dann über den Erfolg. Der erste sind die Abzugslöcher: Ohne sie steht das Wasser im Beet, und keine Drainageschicht der Welt hilft dagegen. Rechnen Sie mit mehreren Öffnungen je Quadratmeter und stellen Sie das Beet auf Füße oder Leisten, damit das Wasser auch wirklich abfließen kann und nicht zwischen Boden und Pflaster stehen bleibt.
Der zweite ist das Gießen. Ein geschlossenes Beet hat keinen Anschluss an den Untergrund und damit keine Reserve – es trocknet spürbar schneller aus als ein offenes und braucht in heißen Wochen fünfzehn bis zwanzig Liter je Quadratmeter und Woche, verlässlich und ohne Pause. Eine Tropfbewässerung mit Zeitschaltuhr ist hier kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass man auch einmal verreisen kann.
Der dritte ist das Gewicht. Ein Beet von zwei Metern Länge und achtzig Zentimetern Höhe fasst gut 1.200 Liter Füllung und wiegt durchnässt über eine Tonne. Auf einem Balkon oder einer Dachterrasse gehört deshalb ein Blick auf die zulässige Flächenlast dazu, bevor gefüllt wird – im Zweifel lieber ein niedrigeres Beet oder eines direkt über einer tragenden Wand.
Was dem geschlossenen Beet fehlt, ist das Bodenleben. Es muss eingebracht werden: Reifer Kompost in der oberen Schicht bringt Mikroorganismen mit, und wer mag, setzt eine Handvoll Kompostwürmer dazu. Nach einigen Jahren funktioniert die Füllung dann ähnlich wie im offenen Beet – nur dass sie sich nicht selbst nachversorgt.
Der Kompromiss: offen, aber mit Gitter
Für die allermeisten Gärten ist dies die richtige Lösung, und sie vereint beide Seiten: Das Beet bleibt unten offen, bekommt aber ein engmaschiges Drahtgitter unter die unterste Lage. Wühlmäuse kommen nicht mehr durch, Regenwürmer und Wasser dagegen ungehindert – bei einer üblichen Maschenweite von etwa 13 Millimetern stört das Gitter das Bodenleben nicht.
Wichtiger als die Maschenweite ist das Material: Verwenden Sie ausschließlich verzinkten Draht. Unverzinkte Ware ist in der dauerfeuchten unteren Beetlage nach drei bis fünf Jahren durchgerostet, und dann steht die gesamte Füllung im Weg, wenn man sie ersetzen will. Sechseckiger Kaninchendraht ist zu weich und wird aufgebogen; sinnvoll ist punktgeschweißtes Volieren- oder Wühlmausgitter. Ziehen Sie es an den Rändern eine Handbreit die Wände hoch und verbinden Sie überlappende Bahnen mit Bindedraht – eine unverbundene Überlappung drücken die Tiere auseinander.
Gegen Wurzelunkräuter hilft zusätzlich eine Lage Wellpappe oder ein durchlässiges Vlies über dem Gitter. Beides bremst Giersch und Quecke im entscheidenden ersten Jahr aus und verrottet danach beziehungsweise lässt Wurzeln durch. Was Sie nicht verwenden sollten, ist Teichfolie oder eine andere dichte Folie: Damit machen Sie aus dem offenen Beet ein geschlossenes, ohne dessen Abzugslöcher zu haben.
Der ganze Aufwand fällt genau einmal an, nämlich beim Aufstellen. Nachzurüsten hieße, das Beet vollständig auszuräumen und wieder einzubauen – mehrere Stunden Arbeit für etwas, das vorher zwanzig Minuten gekostet hätte.
Kurz zusammengefasst
Steht das Hochbeet auf Rasen, Beet oder gewachsener Erde, lassen Sie es unten offen und legen Sie beim Befüllen ein verzinktes Wühlmausgitter ein. Steht es auf Pflaster, Terrasse oder Balkon, nehmen Sie ein Beet mit Boden, achten Sie auf ausreichende Abzugslöcher und stellen Sie es leicht erhöht auf. In beiden Fällen gilt für den Aufbau darüber dasselbe: grob nach unten, fein nach oben – zuunterst Astwerk, zuoberst zwanzig bis dreißig Zentimeter gute Pflanzerde.


