
Schädlingsbekämpfung im Hochbeet
Schädlingsbekämpfung im Hochbeet – Wie Sie Ihren Garten ohne Chemikalien schützen
Wenn Sie ein Hochbeet anlegen, möchten Sie sicherlich, dass es lange und gesund bleibt. Doch Schädlinge können Ihren Garten zerstören, wenn Sie nicht vorsichtig sind. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über die verschiedenen Methoden der Schädlingsbekämpfung im Hochbeet informieren. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten, Ihren Garten ohne den Einsatz von Chemikalien zu schützen.
Ein Hinweis vorweg zur Einordnung der folgenden Ratschläge: Manches davon ist über Generationen weitergegebene Gartenerfahrung, die sich bewährt hat, ohne je untersucht worden zu sein. Anderes ist zuverlässig wirksam, weil es auf einer schlichten mechanischen Ursache beruht. Wir sagen an den jeweiligen Stellen dazu, in welche Kategorie ein Mittel gehört – das erspart Ihnen Enttäuschungen und die Suche nach dem Fehler, den Sie gar nicht gemacht haben.
Schädlingsbekämpfung im Hochbeet – Prävention
Die erste und wichtigste Methode zur Schädlingsbekämpfung im Hochbeet ist die Prävention. Dies bedeutet, dass Sie einige einfache Maßnahmen ergreifen können, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Schädlinge in Ihrem Garten auftreten. Zum Beispiel sollten Sie darauf achten, dass Sie nur gesunde Pflanzen in Ihr Edelrost Hochbeet setzen. Achten Sie auch darauf, dass Sie keine Pflanzen mit Schädlingen oder Krankheiten kaufen.
Zur Vorbeugung gehören zwei weitere Punkte, die im Hochbeet mehr bewirken als jedes Mittel. Der erste ist die Fruchtfolge: Bauen Sie dieselbe Pflanzenfamilie erst nach drei bis vier Jahren wieder an derselben Stelle an. Auf der kleinen, geschlossenen Fläche eines Hochbeets reichern sich Erreger schneller an als im offenen Garten – bei Kohlgewächsen kann die Kohlhernie zwanzig Jahre im Boden überdauern, und dann hilft nur noch der vollständige Austausch der Füllung. Notieren Sie sich, was in welchem Jahr wo stand. Der zweite ist der Abstand: Halten Sie sich an die Angaben auf der Samentüte, auch wenn das Beet danach leer wirkt. Zu dicht stehende Pflanzen trocknen nach Regen schlecht ab, und feuchtes Laub ist die Eintrittskarte für Mehltau und Grauschimmel.
Wühlmausschutz anlegen
Wühlmäuse sind ein häufiges Problem in Hochbeeten. Sie können die Ernte ruinieren, indem sie die Wurzeln der Pflanzen beschädigen und das Saatgut aufnehmen. Zum Schutz vor Wühlmäusen sollten Sie deshalb ein engmaschiges Drahtgitter in den Boden einarbeiten.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Das Gitter gehört beim Befüllen unter die unterste Lage. Nachträglich einzubauen hieße, das gesamte Beet auszuräumen – es ist der einzige Bestandteil des Aufbaus, der sich nicht nachrüsten lässt. Eine Maschenweite von etwa 13 Millimetern ist üblich; entscheidender als die Weite ist, dass der Draht verzinkt ist, denn unverzinkte Ware ist in der dauerfeuchten unteren Beetlage nach drei bis fünf Jahren durchgerostet. Ziehen Sie das Gitter an den Rändern eine Handbreit die Wände hoch und verbinden Sie überlappende Bahnen mit Bindedraht – eine unverbundene Überlappung drücken die Tiere auseinander.
Unterscheiden Sie dabei die Wühlmaus vom Maulwurf. Die Wühlmaus, auch Schermaus genannt, frisst Wurzeln, Knollen und Zwiebeln; ihre Gänge sind quer-oval, ihre Erdhaufen flach und unregelmäßig, oft mit Wurzelresten darin. Der Maulwurf frisst ausschließlich Insekten, Larven und Regenwürmer, richtet also keinen Fraßschaden an – seine Gänge sind rund, seine Haufen locker und kegelförmig. Er steht unter besonderem Artenschutz und darf weder gefangen noch getötet werden.
Schnecken entfernen
Sammeln von Schnecken aus dem Hochbeet ist eine einfache und effektive Methode, um Ihren Garten vor den Schäden zu schützen, die Schnecken anrichten können. Es ist auch eine gute Möglichkeit, um die Anzahl der Schnecken in Ihrem Garten zu reduzieren.
Um Schnecken aus dem Hochbeet zu sammeln, gehen Sie abends nach der Dämmerung oder am frühen Morgen mit einer Taschenlampe hinaus – dann sind die Tiere unterwegs, besonders nach Regen und bei hoher Luftfeuchte. Tagsüber verstecken sie sich unter Brettern, Steinen, Mulch und dichtem Laub; wer dort nachsieht, findet die meisten. Zwei bis drei Abende hintereinander bringen mehr als ein einzelner Großeinsatz.
Bevor Sie einsammeln, lohnt ein Blick auf das Tier. Den weitaus größten Schaden richtet die Spanische Wegschnecke an, eine braunrote Nacktschnecke ohne Haus, die in Massen auftritt. Der gefleckte Tigerschnegel dagegen frisst Gelege und Jungtiere der Wegschnecke, und die Weinbergschnecke mit ihrem Haus tut dasselbe – sie steht überdies unter Schutz. Diese beiden sollten Sie stehen lassen; sie arbeiten für Sie. Die eingesammelten Wegschnecken sollten Sie nicht aussetzen: Sie kehren zurück, und man verlagert das Problem nur zum Nachbarn. Ein rascher Schnitt mit einem scharfen Messer oder Spaten ist die tierschutzgerechte Lösung; Ertränken ist es nicht.
Rostige Seitenwände schützen nicht davor, dass Schnecken in Ihr Beet gelangen! Schnecken kriechen an senkrechten Flächen ohne Weiteres hoch, gleich aus welchem Material die Wand besteht. Was sie tatsächlich aufhält, ist eine umlaufende Kante, die nach außen und unten weist – dort müssten sie über Kopf kriechen und verlieren den Halt. Damit eine solche Schneckenkante wirkt, muss allerdings zweierlei stimmen: Das Beet muss innen schneckenfrei sein, bevor der Schutz aufgesetzt wird, sonst sperrt man die Tiere ein statt aus. Und es darf kein Blatt über den Rand hängen und keine Rankhilfe, kein Schlauch und kein Netzbügel von außen ins Beet reichen. Jedes überhängende Blatt ist eine Brücke, die die Kante überflüssig macht.
Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Hochbeet gut bewässert wird. Stellen Sie sicher, dass der Boden feucht ist, aber nicht übermäßig nass. Dauernässe schadet doppelt: Sie begünstigt Wurzelfäule und Pilzkrankheiten, und sie schafft genau das feuchte Kleinklima, in dem Schnecken auch tagsüber aktiv bleiben. Gießen Sie deshalb morgens statt abends und durchdringend statt häufig – bis zum Abend ist die Oberfläche dann wieder abgetrocknet.
natürliche Mittel
Sie können auch einige natürliche Mittel verwenden, um Schädlinge aus Ihrem Hochbeet fernzuhalten. Eine der einfachsten Methoden ist es, Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen in Ihrem Garten zu begrüßen. Diese Insekten helfen, andere schädliche Insekten abzuwehren und die Gesundheit Ihres Gartens zu erhalten.
Genauer gesagt vertreiben sie nichts, sondern fressen: Eine einzige Marienkäferlarve verzehrt in ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse, die Florfliegenlarve wird nicht umsonst Blattlauslöwe genannt. Dazu kommen Schwebfliegen, Ohrwürmer, Laufkäfer und Spitzmäuse, und gegen Schnecken arbeiten Igel, Amseln, Blindschleichen und Kröten. Damit diese Helfer bleiben, brauchen sie zweierlei: etwas zu fressen, wenn gerade keine Blattläuse da sind – dafür sorgen blühende Ringelblumen, Borretsch, Dill und Kapuzinerkresse –, und einen Ort zum Überwintern. Ein Reisighaufen in einer Ecke, eine ungemähte Wiesenkante und ein liegengelassener Laubhaufen leisten dafür mehr als jedes gekaufte Insektenhotel. Und selbstverständlich: keine Insektizide, auch keine „biologischen“, denn die treffen die Nützlinge mit.
Eine weitere Möglichkeit ist es, Pflanzen zu verwenden, die Schädlinge fernhalten. Dazu gehören Ringelblumen, Knoblauch und Zwiebeln. Diese Pflanzen können direkt in Ihr Hochbeet gepflanzt werden oder als Tee auf die betroffenen Pflanzen gespritzt werden. Auf diese Weise können Sie schädliche Insekten abwehren und gleichzeitig die Gesundheit Ihres Gartens erhalten. Bei der Ringelblume ist die Wirkung gut belegt, betrifft aber etwas anderes als Insekten: Ihre Wurzelausscheidungen drängen Nematoden im Boden zurück. Bei Knoblauch und Zwiebeln beruht die Wirkung auf dem Geruch, der Schädlinge bei der Suche nach ihrer Wirtspflanze irritiert – am deutlichsten in der bewährten Nachbarschaft von Zwiebel und Möhre, wo sich Möhrenfliege und Zwiebelfliege gegenseitig in die Irre führen lassen.
Kerbel als Pflanzenschutz
Kerbel gilt im Garten seit langem als hilfreicher Nachbar, der Ameisen, Schnecken und Läuse fernhalten soll. Zusätzlich können Sie den Kerbel als Tee auf die betroffenen Pflanzen sprühen. Der Ehrlichkeit halber gehört dazu: Das ist überlieferte Gartenerfahrung, kein untersuchter Wirkmechanismus. Gegen Mehltau kann Kerbel schon deshalb nichts ausrichten, weil das ein Pilz ist und kein Tier, das sich vertreiben ließe. Schaden kann der Versuch nicht – Kerbel ist ein feines Küchenkraut, wächst schnell, mag Halbschatten und passt gut zwischen Salat und Möhren. Erwarten Sie nur nicht, dass er einen Befall beendet, der bereits läuft.
Pflanzkombinationen
Es gibt eine Vielzahl an Pflanzkombinationen, die als natürlicher Pflanzenschutz gelten. Zum Beispiel können Spinat und Kopfsalat gepflanzt werden, um Erdflöhe abzuwehren. Eine andere Kombination ist Kohl mit Sellerie und dazwischen gepflanzten Tomaten, um den Kohlweißling abzuwehren. Weiterhin können Petersilie und Erdbeere gepflanzt werden, um gegen Schnecken vorzugehen. Basilikum neben Gurke und Zucchini soll gegen Mehltau helfen.
Diese Kombinationen stammen aus der überlieferten Mischkultur. Sie schaden nicht und machen ein Beet vielfältiger, aber verlassen sollten Sie sich nicht auf sie. Wo es um wirklich schädliche Befälle geht, wirkt die mechanische Lösung ungleich zuverlässiger, und sie ist ebenso chemiefrei: gegen den Kohlweißling ein Kulturschutznetz mit 1,3 Millimetern Maschenweite, gegen Kohlfliege und Erdflöhe eines mit 0,8 Millimetern, jeweils ab dem Tag der Aussaat aufgelegt und an den Rändern dicht abgeschlossen. Gegen Erdflöhe hilft zusätzlich, die Oberfläche feucht zu halten – sie treten vor allem in trockenen Phasen auf. Und gegen Blattläuse genügt oft ein scharfer Wasserstrahl an die Triebspitzen, mehrere Tage hintereinander.
Zusätzlich sollten einige Pflanzkombinationen vermieden werden. Salat sollte nicht neben Petersilie gepflanzt werden, und Kohlarten sollten nicht nebeneinander stehen. Bei den Kohlarten ist der Grund handfest: Sie gehören derselben Familie an, teilen sich Schädlinge und Krankheiten, und nebeneinander vervielfacht sich der Befallsdruck. Dasselbe gilt für alle Doldenblütler untereinander – Möhre, Sellerie, Dill, Fenchel, Petersilie und Pastinake. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Pflanzen in Ihrem Garten ausreichend gegossen werden.
physische Barrieren
Eine weitere Möglichkeit ist es, einige einfache Barrieren zu errichten, um schädliche Insekten fernzuhalten. Dazu gehört beispielsweise das Einrichten von Schutznetzen über Ihrem Hochbeet, den Kauf eines Cortenstahl-Hochbeets mit Schneckenschutz (einer nach außen gekanteten Oberkante, die Schnecken nicht überwinden können) oder das Abdecken der Erde mit einem Vliesstoff. Dies hilft nicht nur dabei, Schädlinge fernzuhalten, sondern schützt auch Ihre Pflanzen vor Kälte und Hitze.
Von den hier genannten Mitteln sind die Barrieren die verlässlichsten, weil sie nicht auf Geruch oder Verhalten setzen, sondern schlicht den Weg versperren. Drei Bauarten für drei Zwecke: Das engmaschige Kulturschutznetz hält fliegende Schädlinge ab und muss von der Aussaat an dicht aufliegen – es wird an den Rändern mit Erde oder Brettern beschwert, denn eine Lücke von einem Zentimeter genügt der Möhrenfliege. Das Gartenvlies ist für Spätfrost und Hitze da, nicht für Schädlinge; es ist zu grob. Die Schneckenkante schließlich wirkt nur, wenn ihr Umschlag nach außen und unten weist und nichts über den Rand hängt.
Von einer Plastikfolie auf der Erde ist dagegen abzuraten: Sie hält keinen Schädling ab, verhindert aber den Luftaustausch und lässt das Bodenleben absterben. Wer die Erde bedecken will, nimmt Mulch aus Stroh oder angetrocknetem Rasenschnitt – drei bis fünf Zentimeter, mit einer Handbreit Abstand zu Stängeln und jungen Pflanzen. Ein Hinweis dazu: Mulch bietet Schnecken auch Unterschlupf. In einem Jahr mit starkem Schneckendruck ist eine offene, abtrocknende Oberfläche rings um junge Pflanzen die bessere Wahl.
Es gibt viele Möglichkeiten, Schädlinge im Hochbeet zu bekämpfen, ohne Chemikalien einzusetzen. Wenn Sie sich an diese Tipps halten, können Sie sicherstellen, dass Ihr Garten lange und gesund bleibt. Beginnen Sie also noch heute damit, Ihren Garten vor schädlichen Insekten zu schützen!


